Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Am 12. Oktober 2023 hat die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) eine Abschlussveranstaltung zweier Forschungsprojekte mit Technikvorführungen im Brandenburgischen Treuenbrietzen (Landkreis Potsdam-Mittelmark) durchgeführt. Positive Auswirkungen sehr feuchter bis nasser Moorbewirtschaftung auf die Biodiversität wurden hervorgehoben und technische Lösungen für bodenschonende Bewirtschaftung im Gelände präsentiert. Prof. em. Dr. Michael Succow, Biologe, Agrarwissenschaftler und Moor-Ökologe, hob gleich zu Beginn die Bedeutung der Moore und weiteren kohlenstoffreichen Böden in Deutschland hervor, die eine Fläche von rund 1,9 Millionen Hektar einnehmen. Dr. Sandra…
Forschende der Universität Bremen und des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie haben Langzeitdaten der Atlantischen Umwälzzirkulation auf zwei Breitengraden miteinander verglichen und dabei einen statistischen Zusammenhang gefunden. Ziel war es, auf Basis von verankerten Beobachtungstationen zu ermitteln, wie sich die Atlantische Umwälzzirkulation über einen Zeitraum von 25 Jahren entwickelt hat. Diese Daten sollen künftig helfen, Klimamodelle zu verfeinern. Die Studie wurde jetzt im Magazin Geophysical Research Letters veröffentlicht. Temperatur und Salzgehalt sind – zusammen mit dem Wind – der Motor…
Manchmal lohnt es sich, ins Detail zu gehen, scheinbar uninteressante oder bisher unbeachtete Aspekte zu untersuchen – und es kommen bemerkenswerte Tatsachen zum Vorschein. Genau so ging es Forschenden vom Exzellenzcluster Kollektives Verhalten an der Universität Konstanz und dem Konstanzer Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie. In einer kürzlich in der Zeitschrift Animal Behaviour veröffentlichten Studie zeigten sie, dass männliche Honigbienen (Drohnen), die lange Zeit als faul galten, zeitweise die aktivsten Mitglieder des Bienenvolkes sind. „Wann immer Menschen der Meinung sind, etwas sei…
… und gleichzeitig mehr Kohlenstoff speichern. Die Nahrungsmittelproduktion verdoppeln, Wasser sparen und gleichzeitig die Kohlenstoffspeicherung erhöhen – das klingt paradox, wäre aber, zumindest nach dem biophysikalischen Potenzial der Erde, theoretisch möglich. Nötig wäre allerdings eine radikale räumliche Neuordnung in der Landnutzung. Das haben Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT), einem An-Institut der Universität Heidelberg, herausgefunden. Ihre Ergebnisse haben sie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. (DOI:…
Zwei neue Nachwuchsforschergruppen aus Bayern und Niedersachsen haben jetzt ihre Arbeit zum Thema Torfersatz im Erwerbs- und Hobbygartenbau aufgenommen. In der Nachwuchsgruppe “Torfersatz” forschen junge Akademikerinnen und Akademiker der Hochschule Weihenstephan und der Technischen Hochschule Rosenheim. Die zweite Gruppe mit dem Akronym „ENROK“ ist an der Hochschule Osnabrück beheimatet. Ziel beider Gruppen ist es, über die Bereitstellung funktionierender Torfersatzstoffe aus nachhaltigen, regionalen Quellen die gärtnerische Praxis beim Torfausstieg zu unterstützen. Daneben sollen die Vorhaben die akademische Expertise zu diesen Themen…
Expedition M194 mit der METEOR startet zur Erforschung von Hydrothermalquellen. Es ist eine der unwirtlichsten Gegenden auf der Erde: Der Meeresboden in den tiefsten Tiefen des Roten Meeres, wo die Arabische und die Afrikanische Platte auseinanderdriften und zu Vulkanismus entlang der Spreizungsachse führen. Mit einer gemeinsamen Expedition wollen Forschende des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der saudi-arabischen King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) jetzt erstmals systematisch nach Hydrothermalquellen im Roten Meer suchen, um das geologische System und…
Mischwälder sind produktiver, wenn sie strukturell komplex sind. Je baumartenreicher Wälder sind, desto schneller wachsen die Bäume und desto mehr CO2 können sie binden. Welche Mechanismen dahinter legen, zeigt eine gemeinsame Studie von TU Dresden, Leuphana Universität Lüneburg, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universität Leipzig, Universität Montpellier und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Die Ergebnisse sind nun im Journal Science Advances erschienen. Leben viele verschiedene Baumarten in Mischbeständen zusammen, wirkt sich das positiv auf ihr Wachstum und damit die Holzproduktion…
Weltweit werden noch immer etwa 40% des häuslichen Abwassers ungeklärt abgeleitet. Gleichzeitig fehlen insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern verlässliche Informationen zur Wasserqualität von Flüssen und Seen. Deshalb setzt sich die World Water Quality Alliance, ein vom UN-Umweltprogramm ins Leben gerufenes Konsortium, dafür ein, der Wasserqualität die notwendige Aufmerksamkeit zu verleihen. Das vom UFZ koordinierte und vom BMBF geförderte Verbundprojekt GlobeWQ konnte auf globaler Skala zeigen, wie durch die Kombination von in-situ-Messdaten, Fernerkundungsdaten und Modellierungen die Wasserqualität und die von ihr…
Forschende der Universität Hohenheim arbeiten an einer Fischalternative aus Mikroalgen. Vorteil: Sie besitzen wertvolle Inhaltsstoffe und tragen gleichzeitig zur CO2-Speicherung bei. Reihen von Tellern mit lecker aussehenden Tortelloni, die Füllungen sind unbekannt: Die Probanden einer Verkostungsstudie an der Universität Hohenheim testen ein neues Lebensmittel: Mikroalgen. Der Geschmack erinnert an Fisch, am Rezept wird noch gefeilt. Ernährungsphysiologisch sind die Einzeller wahre Tausendsassas: Genau wie Meeresfisch liefern sie wichtige Omega-3-Fettsäuren und viel Protein, Ballaststoffe, Vitamine und Carotinoide. Und das Beste: Mit dieser…
Präsidenten legen Grundstein für neues Laborgebäude auf Cabo Verde. Das internationale Cabo-Verde-Atmosphären-Observatorium (CVAO) wird weiter ausgebaut: Der Präsident der Republik Cabo Verde José Maria Neves und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier legten am Donnerstag den Grundstein für ein neues Laborgebäude auf São Vicente, einer der Kapverdischen Inseln vor Afrika. Die Insel im tropischen Atlantik hat sich den letzten Jahren zu einem internationalen Brennpunkt der Klimaforschung entwickelt. Das Atmosphären-Observatorium ist deshalb jetzt Teil der Europäischen Forschungsinfrastruktur ACTRIS geworden. Es wird von einem Konsortium…
Neue Publikation: Forschende simulieren vergangene Meeresbedingungen in Beckenexperiment. Meeresströmungen steuern die Struktur des Ozeanbodens und den Transport von Sedimenten, organischem Kohlenstoff, Nährstoffen und Schadstoffen in der Tiefsee. Forschende des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen haben bei Beckenexperimenten simuliert, wie Strömungen den Meeresboden formen und Sedimentablagerung kontrollieren. Damit möchten sie vergangene Meeresbedingungen rekonstruieren. Ihre Ergebnisse haben sie jetzt im Nature-Journal Communications Earth & Environment veröffentlicht. Nicht nur Proben aus dem Ozeanboden verraten Forschenden Details über vergangene Klimabedingungen,…
Geoinformatiker der Universität Rostock entwickeln ein Vorhersagesystem, mit dem Landwirte ihre Äcker künftig gezielter bearbeiten, bewässern und düngen können. Außerdem hilft es, Ernteerträge besser abzuschätzen. Kern des Vorhersagesystems ist eine Software, die Messwerte von verschiedenen Satellitensensoren in Rekordzeit auswerten kann. Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer sichtbarer. In Deutschland folgte in den vergangenen Jahren ein trockener Sommer auf den anderen. In diesem Jahr herrschte in Frankreich, Italien und Spanien zunächst Dürre. Dann fiel Starkregen, der in vielen Regionen die Flüsse…
Aggressive Weltraumstrahlung, eine toxische Atmosphäre, Temperaturen von durchschnittlich minus 65 Grad Celsius, ein sehr geringer Umgebungsdruck: Die Lebensbedingungen auf dem Mars sind alles andere als freundlich. Für das Überleben in diesem extremen Umfeld forscht die Bremer Initiative „Humans on Mars“ an radikal neuen Lösungen, die auch den Menschen auf dem Planeten Erde zugutekommen sollen. Die zylindrische Form gleicht die Druckunterschiede am besten aus. © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance Zahlreiche Mitglieder der U Bremen Research Alliance sind mit…
Freilandexperiment zum Zukunftsklima zeigt überraschende Reaktion des Bodens. Eine aktuelle Studie zeigt, wie sehr Trockenheit das mikrobielle Leben im Boden beeinträchtigt, aber auch, wie sich einige Bakteriengruppen unter diesen unwirtlichen Bedingungen behaupten. Die Untersuchung, durchgeführt vom Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaft (CeMESS) der Universität Wien, bietet Einblicke in die bakterielle Aktivität während Dürreperioden. Die Ergebnisse, publiziert in Nature Communications, haben Auswirkungen auf die Landwirtschaft und unser Verständnis der Effekte des Klimawandels. Spätestens seit den Bildern der ausgetrockneten Po-Ebene von 2022…
Pizzakartons schützen sie gegen das Durchfetten, Outdoor-Bekleidung machen sie wetterfest und im Grundwasser und im menschlichen Körper findet man sie auch schon: Per- und Polyfluoralkylsubstanzen, kurz PFAS. Die Europäische Union will nun eine Reihe kritischer PFAS verbieten und fördert in vier großen Verbundprojekten die Entwicklung von Ersatzmaterialien für PFAS, z. B. im EU-Projekt ZeroF. In diesem Projekt entwickelt das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC im Verbund mit Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen Lösungen für PFAS-freie Lebensmittelverpackungen und Textilien. Per- und Polyfluoralkylsubstanzen – kurz…
Mehr als 100 000 Tonnen Einmalwindeln werden in Deutschland jährlich weggeworfen. Damit landen riesige Mengen wertvoller Rohstoffe im Müll, unter anderem die Saugeinlagen. Ihr Kern besteht aus speziellen Polymeren namens Superabsorber. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nun das aufwendige Recycling dieser Superabsorber deutlich verbessert. Mithilfe von UV-Strahlen lösen sie ohne Chemikalien und bei Raumtemperatur 200-mal schneller als bisher die chemischen Ketten auf, welche die Polymere zusammenhalten. Die aufgelösten Polymere können zu neuen Kleb- und Farbstoffen verarbeitet werden….