Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Das Forschungsprojekt „DynaCom“ will das Verständnis der Artenvielfalt auf Inseln erweitern. Nach einer zehnjährigen Phase mit Experimenten und Beobachtungen im Wattenmeer ist nun eine große Datenauswertung geplant. Forschende der Universität Oldenburg befassen sich insbesondere damit, wie ein Ökosystem gedeiht – und wie sich dieser Prozess verlässlich prognostizieren lässt. Grünes Licht für „DynaCom“: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Anfang 2019 gestartete Forschungsprojekt an der Universität Oldenburg für zwei weitere Jahre mit rund 1,2 Millionen Euro. „Wir freuen uns sehr über…
Beim Kochen, im Garten oder auf der Toilette – täglich wird eine Vielzahl organischer Abfälle produziert. Doch was oft als „Müll“ gilt, steckt voller Wertstoffe, die ihr Potenzial nur dann entfalten können, wenn sie in Kreisläufe zurückgeführt werden. Wie das genau funktioniert und warum das auch für die nachhaltige Veränderung der Wirtschaft wichtig ist, zeigt der vom Deutschen Biomasseforschungszentrum und der Stadtreinigung Leipzig konzipierte und am 24. Oktober 2025 offiziell eingeweihte Stadtrundgang „KreisLauf“. Er ist ab sofort im Leipziger Stadtgebiet…
Ab sofort gibt es ein funktionsfähiges Messnetz für Deutschlands Moorgebiete. Eingerichtet wurden die 155 Messpunkte in Offenland und Wald in den vergangenen fünf Jahren von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Thünen-Instituts. Am heutigen Donnerstag übergeben sie ihren Bericht zur Aufbauphase an den Auftraggeber, das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Braunschweig/Eberswalde (23. Oktober 2025). Ein Netz aus 155 Messstationen spannt sich neuerdings über Deutschlands Moorböden. Eingerichtet wurden sie in den vergangenen fünf Jahren von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz…
Eine internationale Studie unter Leitung der Universität Bern zeigt erstmals, dass biologische Invasionen Ökosysteme nicht auf einheitliche Weise verändern. Einige Auswirkungen, insbesondere der durch invasive Arten verursachte Verlust einheimischer Pflanzenvielfalt, sind anhaltend und verstärken sich mit der Zeit. Andere Auswirkungen, wie etwa Änderungen des Nährstoffgehalts im Boden, klingen mit zunehmender Dauer der Invasionen oft ab. Die Ergebnisse könnten bei der Entscheidung helfen, wann schnell gehandelt werden sollte und wann eine kontinuierliche Überwachung sinnvoller ist. Biologische Invasionen treten auf, wenn nicht…
Anhaltende und extreme Dürre in Gras- und Buschlandschaften würde die langfristige Gesundheit wichtiger Ökosysteme stark beeinträchtigen, die immerhin fast die Hälfte des Planeten bedecken. Das ist das Ergebnis des Internationalen Dürre-Experiments – eine globale koordinierte Initiative, die Auswirkungen von Dürren auf eine Vielzahl von Ökosystemen untersucht. Angeführt wurde sie von Forschenden der Colorado State University, auf der Grundlage eines gemeinsamen Versuchsaufbaus und einer Reihe vergleichbarer Messungen. Expertinnen für Biodiversität der Universität Potsdam haben zu der Studie beigetragen, die jetzt in…
• Freiburger Forschende beteiligen sich am Projekt „KI-Nationalpark“ und installieren in deutschen Nationalparken und Wildnisgebieten das bundesweit erste schutzgebietsübergreifende und KI-gestützte Monitoringsystem aus Fotofallen, Audio- und Klimaloggern.• Projektziele: standardisierte Verfahren zur Erfassung von Biodiversität und Störungsfaktoren, eine belastbare Bestandsaufnahme der Artenvielfalt und Handlungsempfehlungen zum Schutzgebietsmanagement.• Der Bund fördert das Projekt, das hilft, das deutsche Naturerbe zu erhalten und naturbasierte Lösungen im Klimaschutz weiterzuentwickeln, mit 1,8 Millionen Euro. Intakte Ökosysteme unterstützen Nationalparke und Wildnisgebiete dabei, das Treibhausgas Kohlendioxid (CO₂) zu speichern…
Das Institut für Umweltphysik (IUP) ist an einem neuen Projekt zur Messung von Kohlenstoff beteiligt. Darin wird untersucht, welchen Einfluss bestimmte Prozesse wie Entwaldung, Wiederaufforstung oder der Erhalt intakter Wälder auf den Kohlenstoffkreislauf im zentralafrikanischen Kongobecken haben. „CO₂-Emissionen verändern unseren Planeten grundlegend und tragen zur Erderwärmung bei“, sagt Professor Hartmut Bösch, Umweltphysiker an der Universität Bremen. „Um wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln und deren Erfolg präzise bewerten zu können, brauchen wir genauere Daten zum Kohlenstoffkreislauf und wir müssen besser verstehen, wie…
Ein Team des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie und der Uni Jena zeigt in einer aktuellen Studie, dass Mikroorganismen mehr als die Hälfte des im Grundwasser enthaltenen Methans verbrauchen, bevor es entweichen kann. [Gemeinsame Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie und der Friedrich-Schiller-Universität Jena] Grundwasser enthält häufig Methan, doch wie viel von diesem wichtigen Treibhausgas tatsächlich in Oberflächengewässer oder die Atmosphäre gelangt, ist bislang unklar. Ein Team des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie und der Friedrich-Schiller-Universität Jena konnte nun zeigen, dass Mikroben im Grundwasser Methanemissionen…
Gletscher wehren sich gegen die Klimaerhitzung. Sie kühlen die Luft, die ihre Oberfläche berührt. Aber wie lange noch? Die Pellicciotti Gruppe am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) hat einen beispiellosen Datensatz mit weltweiten Beobachtungen auf Gletschern zusammengestellt und neu analysiert. Die Ergebnisse, veröffentlicht in Nature Climate Change, zeigen, dass die Selbstkühlung im nächsten Jahrzehnt ihren Höhepunkt erreicht. Dann beschleunigt die Gletscherschmelze. Thomas Shaw erinnert sich noch gut an diesen besonderen Sommertag im August 2022. Der Postdoktorand in der…
Eine ehemals auf der Kapverdischen Insel São Vicente vorkommende Meeresschnecke gilt nun als offiziell ausgestorben. Dies gab die Rote Liste gefährdeter Arten der IUCN (International Union for Conservation of Nature) heute bekannt. Seit der letzten Sichtung von Conus lugubris 1987 wurde kein Individuum mehr gefunden. Küstenbebauung und die Zerstörung ihres sensiblen Lebensraums führten zu dem Verschwinden der Kegelschnecke. Der Verlust der Art hat inzwischen zu wirkungsvollen Schutzmaßnahmen in Kap Verde geführt und neue Impulse für den Schutz mariner Wirbelloser weltweit…
Mittlerweile werden so viele Chemikalien produziert und verteilen sich in der Umwelt, dass die behördliche Risikobewertung nicht mehr mit der rasanten Entwicklung Schritt halten kann. Zu diesem Schluss kommt ein Autorenduo der ETH Zürich und der RPTU Kaiserslautern-Landau. In ihrer Studie zur weltweiten Chemikalienbelastung geben sie einen Überblick über besonders problematische Gruppen von Chemikalien, wie PFAS oder Pestizide und mahnen umfassende Veränderungen an, um die damit verbundenen Risiken für Mensch und Umwelt besser zu adressieren. Die Publikation ist in der…
Die globale Erwärmung lässt die Erde schneller „atmen“ und macht das natürliche Auf und Ab der Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre extremer. Eine internationale Metastudie, an der Prof. Dr. Wolfgang Buermann von der Universität Augsburg beteiligt war, zeigt, dass die jahreszeitlichen CO₂-Schwankungen in arktischen und borealen Regionen seit den 1960er-Jahren um 50 Prozent zugenommen haben. Diese Beschleunigung des Kohlenstoffkreislaufs könnte die globalen Klimaziele ernsthaft gefährden. Im Sommer ziehen Pflanzen beim Wachsen viel Kohlendioxid (CO₂) aus der Luft, im Winter und in…
Das Spurengas Carbonylsulfid hat als Vorläufer von kühlenden Aerosolen eine wichtige Bedeutung für das Weltklima. Ein großer Teil der weltweiten Emissionen stammt wahrscheinlich aus dem Meer, doch der genaue Ursprung ist zum Teil noch unklar. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, den USA und Israel wollen nun gemeinsam Quellen des schwefelhaltigen Spurenstoffs finden. Je ein Atom Sauerstoff, Kohlenstoff und Schwefel ergeben zusammen die Verbindung Carbonylsulfid – ein Spurengas, das als Vorläufer von kühlenden Aerosolen eine wichtige Bedeutung für das Weltklima hat….
Die Zusammensetzung von Fischgemeinschaften in Flüssen und Bächen der USA hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten massiv verändert. Eine neue Studie in Nature belegt: Steigende Wassertemperaturen und die Ansiedlung bestimmter Fische durch den Menschen beschleunigen den Verlust der Biodiversität – vor allem in kühlen Gewässern. An der Studie ist Umweltexperte Prof. Dr. Ralf Schäfer (Universität Duisburg-Essen) beteiligt. „Arten aus der Familie der Karpfen und echten Barsche, die kühles Wasser bevorzugen, verlieren zunehmend ihren Lebensraum, da die Temperaturen in Flüssen…
Ein Ziel der 2024 in Kraft getretene EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur ist es, den Artenschwund zu stoppen und wichtige Ökosystemleistungen von Agrarlandschaften zu erhalten. Unter Federführung des UFZ wurde nun ein Index der Grünlandschmetterlinge für Deutschland berechnet – ein in der EU-Verordnung vorgeschlagener Indikator für den Zustand der Biodiversität. Die in Nature Conservation veröffentlichten Ergebnisse zeigen vor allem für die letzten Jahre einen negativen Trend. Für ihre Berechnungen konnten die Forschenden auf die 4 Millionen Beobachtungsdaten zurückgreifen, die in…