Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Neues Projekt zum Schutz der heimischen Ökosysteme geht an den Start. Projekt „Clancy“ sucht geeignete Strategien zur effektiven Bekämpfung massenhaft auftretender Wollhandkrabben in nordeuropäischen Flusssystemen. Invasive Arten wie die eingeschleppte Chinesische Wollhandkrabbe bedrohen heimische Ökosysteme und richten enorme ökologische und wirtschaftliche Schäden an. Vor kurzem mahnte der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) die Entwicklung international koordinierter Strategien gegen invasive Arten an. Das Alfred-Wegener-Institut und die TU Dresden starten nun gemeinsam mit europäischen Partnern das Projekt „Clancy“. Das Ziel: die Wollhandkrabbenpopulation in den europäischen…
Die Strahlungseffekte des Rauchs einzelner extremer Waldbrände können offenbar zu globalen Auswirkungen führen, die den Energiehaushalt der Atmosphäre und damit das globale Klima auf komplexe Weise beeinflussen. Das schlussfolgert ein Team des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) aus einer Analyse der extremen Waldbrände 2019/20 in Australien durch Simulationen mit einem globalen Aerosol-Klimamodell. Die simulierten Auswirkungen des Rauches führten in den oberen Luftschichten zu einer Temperaturerhöhung von einigen Grad Celsius und zu einer Abschwächung der Zirkulation in der unteren Stratosphäre. Als Folge…
Heidelberger Geowissenschaftler leiten Fahrt des Forschungsschiffes METEOR in das östliche Mittelmeer. Wie haben sich Klima- und Umweltwandel auf frühe Kulturen des östlichen Mittelmeerraums ausgewirkt, und welche Folgen hatte die menschliche Besiedelung auf Ökosysteme an Land und im Meer? Um Forschungsdaten für die Beantwortung dieser Fragen zu sammeln, bricht das deutsche Forschungsschiff METEOR unter der Leitung von Geowissenschaftlern der Universität Heidelberg zu einer mehrwöchigen Expedition in die Ägäis und das Ionische Meer auf. Das internationale Forschungsteam wird dort Sedimentbohrkerne aus dem…
Damit sich neue Werkstoffe und Sensoren für Unterwasser-Anwendungen rascher und flexibler testen lassen, hat die Fraunhofer-Forschungsgruppe »Smart Ocean Technologies« (SOT) eine mobile Plattform für den Einsatz in Seen, Flüssen und Meeren entwickelt. Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme steht »Minilab« nun interessierten Partnern aus Wirtschaft und Forschung für vielfältigste Testszenarien zur Verfügung. Die Service- und Testplattform »Minilab« wurde vom Fraunhofer SOT-Team unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS erfolgreich getestet und erprobt. Nun soll das neue Unterwasser-Labor Unternehmen dabei…
Behörden testen neue Verfahren… Meist werden nicht-einheimische Arten erst bemerkt, wenn sie sich bereits etabliert haben. Das könnte sich nun ändern. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) haben erfolgreich genetische Verfahren getestet, um invasive Arten in Fluss und Meer frühzeitig zu entdecken. So könnte in Zukunft die Ausbreitung rechtzeitig eingedämmt werden. Die Ergebnisse wurden kürzlich bei der 2. Verkehrs- und Infrastrukturtagung des BMDV-Expertennetzwerks in Berlin vorgestellt. Im Hafen Rostock haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler…
– erster Einsatz für KU-Forschungsboot. Zu Lande, aus der Luft – und nun auch zu Wasser: Geographen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) weiten die Einsatzgebiete ihrer Forschungsarbeit aus. Zu ihrer Ausrüstung gehört nun auch ein Boot, das mit einem hochpräzisen Echolot ausgestattet ist. Damit kann der Untergrund von Seen, Flüssen und im Meer vermessen werden. Erstmals kam die Technik nun im Rahmen eines Forschungsprojektes im österreichischen Kaunertal zum Einsatz, wo KU-Wissenschaftler seit mehreren Jahren die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen. Dr….
Zukunftslabor Agrar präsentiert Prototyp zur variablen und präzisen Aussaat auf der Agritechnica 2023. Vom 12. bis 18. November 2023 werden zur Messe AGRITECHNICA wieder knapp eine halbe Million Fachbesucherinnen und -besucher in Hannover erwartet. Das Zukunftslabor Agrar als Mitaussteller ist auf dem Stand des Agrotech Valley Forums e. V. in Halle 24 (A08) zu finden, wo sie einen Prototyp zur präzisen Aussaat vorstellt. Im Zukunftslabor Agrar forschen unter Koordination durch die Universität Osnabrück das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)…
Nachhaltige Gleitflächen für Ski & Co.: Winzige Kunststoffteilchen schaden Menschen und Tieren, wenn sie in die Nahrungsketten gelangen. Einiges davon gilt gar als krebserregend. Das sogenannte Mikroplastik entsteht vor allem dort, wo es durch Bewegung zu Abrieb kommt. Um dies in Zukunft insbesondere beim Ski- und Wassersport zu verhindern, forscht die Hochschule Hof derzeit an nachhaltigen Gleitflächen aus biologisch abbaubaren Biokunststoffen. Sie sollen die bisherigen Gleit-Komponenten an Snowboard, Ski und Wassersportgeräten ersetzen. Studien belegen: Mikroplastik ist überall. Es schwebt durch…
Der Anbau und die Weiterverarbeitung von sogenanntem Populationsweizen ist nach Ergebnissen eines BÖL-Forschungsprojekts auch unter Praxisbedingungen problemlos möglich. Erträge und Backqualität überzeugten Mühlenbetreiber und Bäckereien. Einige verarbeiten künftig weiterhin Populationsweizen. Dass Populationsweizen eine Alternative zu Sortenweizen sein kann, ist Ergebnis des BÖL-Forschungsprojekts „BAKWERT“. Fachleute der Universität Kassel, des Kompetenzzentrums Ökolandbau Baden-Württemberg (LTZ) und des Berufsverbands Die Freien Bäcker e.V. hatten im Verbund mit zehn Praxisbetrieben den Anbau und die Weiterverarbeitung von Populationsweizen drei Jahre lang erprobt. Gemeinsam mit drei Mühlen…
Eisschildstabilität in einer 2°C wärmeren Welt. Am 16. November bricht ein internationales Team von Forschenden und Bohrfachleuten von Christchurch (Neuseeland) aus in die Antarktis auf, um unter dem inneren Ross-Schelfeis bis zu 200 Meter in den Meeresboden zu bohren. Das Team will geologische Aufzeichnungen über sich verändernde Ablagerungen gewinnen, welche die Umweltbedingungen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung in einer wärmeren Welt als heute widerspiegeln. Die Hoffnung ist, dass diese Aufzeichnungen wichtige Erkenntnisse über die Vergangenheit der Westantarktis liefern und wir so…
Digitales Monitoring bei Befall mit Kirschessigfliegen. Dem Weinbau machen Klimawandelfolgen und Kirschessigfliegen zu schaffen. Doch es gibt praxisnahe Methoden, die zur Entschärfung und gleichzeitig zum Artenschutz beitragen. Ertragsminderungen durch extreme Trockenheit oder starke Niederschläge lassen sich etwa durch quer statt längs zum Hang angelegte Rebzeilen verringern, hat die Hochschule Geisenheim nachgewiesen. Zudem entwickeln die Firmen 3win Maschinenbau und Mabri.Vision in Aachen zusammen mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz ein App-basiertes Monitoringsystem für einen effizienteren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Kirschessigfliegen….
Dieser Tage startet die hydraulische Stimulation in heißem Gestein in vier Kilometer Tiefe im Tiefenlabor des Kontinentalen Tiefbohrprogramms (KTB) in Windischeschenbach/Oberpfalz. Das Feldexperiment ist Teil des Forschungsprojektes GEOREAL, das von Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ koordiniert wird. In diesen Tagen startet das Feldexperiment zum Forschungsprojekt GEOREAL im Tiefenlabor des Kontinentalen Tiefbohrprogramms (KTB) in Windischeschenbach/Oberpfalz. Dabei wollen Wissenschaftler:innen des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) Fragestellungen zur Durchlässigkeit des Gesteins im Kontext Tiefe Geothermie testen. Es werden neueste Forschungsansätze von hydraulischer Stimulation, also zur Injektion von…
Internationales Team von Forschenden zeigt erstmals einen Mechanismus auf, der starke Klimaschwankungen während der letzten Eiszeit erklärt. Während der letzten Eiszeit, dem letzten glazialen Maximum vor rund 20.000 Jahren, unterlag das Klima im Nord-Atlantik viel größeren mehrhundertjährigen Schwankungen, als es in der jetzigen Warmzeit auf dieser Skala variiert. Darauf deuten Funde in Eis- und Ozeanbodenkernen hin. Forschende des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften und des Fachbereichs Geowissenschaften der Universität Bremen sowie der Vrije Universiteit Amsterdam (Niederlande) haben nun zum…
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Fachbereichs Biologie der Universität Hamburg hat in einer Studie eine neue Technik vorgestellt, um die Erderwärmung zu simulieren und deren ökologische Auswirkungen auf gezeitenbeeinflusste Küstenökosysteme zu untersuchen. Dieser neuartige Ansatz könnte zu einem tieferen Verständnis der Zusammenhänge zwischen biologischen Systemen und globaler Erwärmung führen. Die Ergebnisse des Experiments wurden in der Fachzeitschrift „Journal of Geophysical Research: Biogeosciences“ veröffentlicht. Küstenökosysteme wie Mangrovenwälder, Seegraswiesen und Salzmarschen sind dem Wechselspiel von Ebbe und Flut unterworfen und bilden…
Mitte Oktober haben Forschende der TU Bergakademie Freiberg eine neue Geomonitoring-Station auf der Halde des Forschungs- und Lehrbergwerks „Reiche Zeche“ in Betrieb genommen. Die High-Tech-Messgeräte liefern künftig lokale Daten für die Forschung – zum Monitoring von Bodenbewegungen, zur hochgenauen Ermittlung von Neigungen und Setzungen zur Deformationsanalyse, zur Positionsbestimmung von Lage und Höhe sowie als Anschlusspunkt für die Schachtlotung und Orientierung für untertägige Vermessungen. Nach über einem Jahr Planung und Antragsphase für die Baugenehmigung zur Errichtung einer Geomonitoring-Station auf der Halde…
In der Diskussion um Klimaschutz werden Fachbegriffe nicht immer korrekt verwendet. Das kann ungewollte Folgen haben. Eine neue Thünen-Publikation klärt Definitionen und Unterschiede zwischen den Begriffen C-Sequestrierung, negative Emissionen, Klimaschutz und Humusaufbau und erläutert Fallstricke bei der Nutzung dieser Begriffe. Kohlenstoffspeicher, Kohlenstoffsenke – ist das das gleiche? Und führt die Fixierung von Kohlenstoff im Boden, etwa durch Humusaufbau, automatisch zu mehr Klimaschutz? In der öffentlichen Klimaschutzdiskussion geht manches durcheinander. Selbst in wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu dem Thema werden Fachbegriffe nicht immer…