Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Neues EU-Projekt an der Universität Bayreuth. Eine am Tierwohl orientierte Haltung von Schweinen zu fördern und umweltschädliche Emissionen zu senken, ist das Ziel des neuen Verbundprojekts „ProcessPig“. Prof. Dr. Agnes Koschmider, Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Process Analytics an der Universität Bayreuth, kooperiert in diesem Vorhaben mit zahlreichen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben. Hauptziel ist die Entwicklung eines digitalen Monitorings, das Verhaltensmuster von Schweinen in freibelüfteten Ställen erfasst und analysiert. Die EU fördert das Vorhaben in den nächsten drei…
Gasemissionen bei Expedition „Fjordgas“ unter MARUM-Leitung im Fokus. Nicht nur entlang des Schelfes, sondern auch in den Fjorden Spitzbergens sickert Methan aus dem Untergrund. Solche Gasaustrittstellen genau zu untersuchen, ist das Ziel einer MARUM-Expedition, die jetzt startet. Bis Anfang Oktober sind die Forschenden unterwegs. Die Fahrt mit dem Forschungsschiff HEINCKE beginnt am 4. September und führt das elfköpfige Forschungsteam in die Fjorde vom norwegischen Svalbard. „Vor der Küste Svalbards wurden Gasaustritte bereits nachgewiesen, und nun wurden solche Systeme auch in…
Ober-unterirdische Interaktionsökologie, diese Benennung hat Malte Jochum für seine Professur an der Uni Würzburg gewählt. Seit Mai forscht der Ökologe am neu geschaffenen Lehrstuhl für Global Change Ecology. Unsere Erde befindet sich im Wandel, Ökosysteme sehen sich unterschiedlichen Herausforderungen gegenüber: Klimaveränderungen, Landnutzungsveränderungen oder invasive Arten – als „multiple Stressoren“ bezeichnet Malte Jochum diese Einflüsse. Während viele Kolleginnen und Kollegen des Biologen auf einzelne Arten oder bestimmte Lebensräume spezialisiert sind, interessiert Jochum das große Ganze. Er erforscht, wie sich all diese…
In Österreich gibt es mehr als 2.000 nicht-heimische Arten – Neobiota sind für 60 Prozent der ausgestorbenen Arten weltweit mitverantwortlich. Invasive nicht-heimische Arten sind eine der Hauptursachen des weltweiten Artenverlusts und bedrohen die menschliche Lebensgrundlage und Gesundheit. Ein neuer Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES fasst erstmals den aktuellen Stand der Forschung weltweit zusammen und beschreibt, welche Handlungsoptionen zur Verfügung stehen. Bernd Lenzner und Franz Essl von der Universität Wien waren Teil des internationalen Expert*innenteams, das über die vergangenen Jahre Informationen aus…
Mit bestehenden Geothermiebohrungen im Oberrheingraben könnte über mehrere Jahrzehnte zuverlässig Lithium gefördert werden, ohne dass diese Rohstoffquelle versiegt. Das zeigen aktuelle Datenanalysen von Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ihre Ergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift Energies veröffentlicht (DOI: 10.3390/en16165899). Auf dem Weg zur Klimaneutralität braucht Europa viel Lithium für Batteriespeicher – es produziert bislang aber nur ein Prozent der weltweiten Fördermenge. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT untersuchen deshalb Möglichkeiten, Lithium aus geothermischen Quellen zu gewinnen. „Theoretisch könnten bestehende…
Cradle to Cradle und 100 Prozent Recycling sind auch in der Textilbranche das Ziel. Nachhaltigkeit war das Leitthema der Textilmaschinenmesse ITMA 2023. Allerdings ist es anspruchsvoll, aus gebrauchten Textilien hochwertige Garne zu gewinnen und diese zu ebenso hochwertigen Produkten zu verarbeiten. Letztlich geht es aber nur darum, für jedes Material die richtigen Verfahren zu finden – vom Reißen bis zum Spinnen. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) und das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) haben dafür eine neue…
Umfangreiche Messkampagne im experimentellen Regenwald der Biosphäre 2 zeigt die Auswirkungen von Trockenheit und Wiedervernässung auf die Flüsse biogener flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) im Boden Bei Bodenfeuchtigkeit unter 19 Prozent: Regenwaldboden wandelt sich von Netto-VOC-Senke zu VOC-Produzenten; positionsspezifische 13C–Pyruvat-Markierungsexperimente zeigen Zusammenhang mit Aktivität von Bodenmikroben auf Genauere Klimamodellvorhersagen durch Integration von VOC-Flüssen im Boden möglich Langanhaltende Trockenheit beeinflusst entscheidend, in welchem Maße Regenwaldböden biogene flüchtige organische Verbindungen (VOCs) emittieren und verbrauchen können. Zu diesem Befund kam ein Team aus internationalen…
Im Europäischen Forschungsprojekt ReSoURCE arbeiten Expertinnen und Experten aus neun unterschiedlichen Unternehmen und Instituten zusammen, um gemeinsam nachhaltige Lösungen für das Recycling von Feuerfestmaterialien zu entwickeln. Die deutschen Projektpartner liefern vor allem Laser-Know-how. Feuerfestmaterialien halten hohen Temperaturen jenseits von 1500 °C stand. Sie sind unverzichtbar für Industrieöfen mit denen z. B. Glas oder Keramik, Leichtmetalle und Stähle produziert werden. Die Einsatzdauer für feuerfeste Produkte reicht von wenigen Tagen bis zu vielen Jahren – abhängig von den Materialien, der Temperatur im…
Regulierung von Technologien für negative Emissionen birgt viele Herausforderungen. Der Ozean wird nach Einschätzung der Wissenschaft und des Weltklimarates IPCC ein Teil der Lösung für die Klimakrise sein. Zunehmend wird der Einsatz von Negativemissionstechnologien diskutiert, mit denen Kohlenstoff in den Meeren gespeichert werden soll. In der Fachzeitschrift „Frontiers“ beschreiben die RIFS-Forscherinnen Lina Röschel und Barbara Neumann die Herausforderungen. Der rechtliche und institutionelle Rahmen für internationale Meeres-Governance, so ihr Fazit, ist nicht für die Regulierung der Technologien ausgelegt. Es braucht einen…
Neue Studie zeigt: Klimawandel verändert saisonale Vertikalwanderung von Zooplankton in der Arktis. Sonnenlicht kann wegen der zunehmenden Meereisschmelze in der Arktis immer tiefer in den Ozean eindringen. Weil sich das Zooplankton im Meer an den Lichtverhältnissen orientiert, verändert sich dadurch auch sein Verhalten – vor allem dabei der Auf- und Abstieg der winzigen Tiere innerhalb der Wassersäule. Wie ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts nun zeigt, könnte dies in Zukunft zu häufigeren Hungerphasen beim Zooplankton und zu negativen Effekten…
Am Boden des Bornholmbeckens in der zentralen Ostsee ist die Wassertemperatur in den letzten Jahrzehnten schneller angestiegen ist, als an der Oberfläche. Diese ungewöhnliche Entwicklung konnten Warnemünder Forschende nun mit einer zeitlichen Veränderung im Wasseraustausch zwischen Nord- und Ostsee erklären. Sie sorgt dafür, dass neben der raschen Temperaturerhöhung im Oberflächenwasser, die überall in der Ostsee festzustellen und auf die globale Klimaerwärmung zurückzuführen ist, auch im Tiefenwasser die Temperatur steigt. Die Forschungsergebnisse wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift Geophysical Research Letters…
Hitzewellen mit vermehrten Todesfällen aufgrund von Dehydrierung, Hitzeschlag oder Herz-Kreislaufkollaps nehmen zu. Die Übersterblichkeit eines heissen “Jahrhundertsommers” wie 2003 ist heute alle zehn bis zwanzig Jahre zu erwarten, und in einer Zwei-Grad-Welt alle zwei bis fünf Jahre. Südeuropa ist besonders von zunehmenden Hitzewellen bedroht, ebenso die Golf- und Atlantikküsten der USA, die Pazifikküste Lateinamerikas, der Mittlere Osten und Südostasien. Hitzewellen, wie wir sie aktuell erleben, sind besonders für ältere, kranke und arme Menschen tödlich. Die Hitzewelle von 2003 mit Temperaturen…
Wie der Südliche Ozean die globale Rückkopplungsstärke des Klimawandels steuert. In einer Studie von Kang et al. wird eine neue Hypothese für die anomale Verlangsamung der durchschnittlichen globalen Oberflächenerwärmung zwischen 1979 und 2013 aufgestellt. Die Forscher*innen schlagen vor, dass die beobachtete Abkühlung des Südlichen Ozeans, die oft mit La-Niña-ähnlichen Trends der Meeresoberflächentemperatur im Pazifik in Verbindung gebracht wird, während dieser Zeit teilweise zu einer negativeren globalen Rückkopplungsstärke des Klimawandels beigetragen haben könnte, die die globale Erwärmung reduziert. Dieser Effekt sollte…
Internationale Amazonas-Expedition unter Leitung der Universität Gießen – „Schwarze Erde“ als Kohlenstoffspeicher und forensische Verfahren zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags im Fokus. Tropenwälder sind für die Menschheit elementar. Sie bestimmen das globale Klima- und Wettergeschehen entscheidend mit und sind maßgeblich für die Biodiversität. Dies gilt insbesondere für den brasilianischen Regenwald im Einzugsgebiet des Amazonas. Um wichtige Fragen zum globalen Klimawandel zu erforschen, bricht ein internationales, interdisziplinäres Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Müller, Institut für Pflanzenökologie der Justus-Liebig-Universität…
Im Projekt PHILEAS (Probing High Latitude Export of Air from the Asian Summer Monsoon) werden unter Leitung des Forschungszentrums Jülich und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz seit dem 6. August 2023 Messflüge mit dem Höhenforschungsflugzeug HALO durchgeführt. Damit wollen die beteiligten Wissenschaftler:innen bis Anfang Oktober den Einfluss des asiatischen Sommermonsuns auf das globale Klima untersuchen. Nach der ersten Kampagnenphase von Oberpfaffenhofen aus mit Flügen in den östlichen Mittelmeerraum und nach Nordeuropa ziehen sie eine positive Zwischenbilanz: Unter anderem zeigten die Messungen…
MARUM-Team birgt in Bremen entwickeltes Tiefsee-Observatorium. Wie viel Methan tritt aus dem Ozeanboden aus? Diese Frage steht im Fokus eines internationalen Projekts, an dem auch das MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen beteiligt ist. Jetzt zu Ende des M³-Projektes (Sonar-Monitoring von Methanaustritten am Meeresboden) startet eine Expedition zum Unterwasser-Observatorium vor der Westküste der USA mit dem Forschungsschiff THOMAS G. THOMPSON und dem Tauchroboter JASON. Methan wirkt als starkes Treibhausgas, wenn es in die Atmosphäre gelangt. Während die…