Ein Wissenschaftler:innen-Team um Prof. Dr. Tanja Gulder vom Institut für Organische Chemie der Universität Leipzig hat gemeinsam mit Kolleg:innen der Universität Regensburg eine vereinfachte und effiziente Methode entwickelt, um Terpene künstlich herzustellen. Terpene sind eine sehr umfangreiche und vielfältige Klasse von Naturstoffen, die eine große Breite an Funktionen in der Natur erfüllen und auch industriell eingesetzt werden. Ihre Gewinnung setzt bisher sehr unterschiedliche Ausgangsszenarien mit teils harschen Bedingungen voraus oder basiert auf aus der Natur entnommenen Substanzen. Die neue Methode…
Forscher vom DZNE lösen ein wichtiges Rätsel der Neurobiologie: Die Verkabelung und die Bewegung von Nervenzellen hängen zwar eng zusammen, werden aber unabhängig voneinander gesteuert. Im Mittelpunkt der Studie stehen das Wachstum und die Migration von Nervenzellen: Wenn sich Neuronen bilden, verkabeln sie das Gehirn, um die Kommunikation mit den übrigen Neuronen zu ermöglichen. Eines dieser Kabel, das sogenannte Axon, kann sehr lang werden: diese Kabel bilden die Grundlage für neuronale Netzwerke. Gleichzeitig wandern die Neuronen und setzen sich im…
Einem Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) ist mit der Entdeckung einer überdurchschnittlich leitfähigen Materialklasse ein entscheidender Schritt bei der Entwicklung von leistungsfähigen Feststoff-Batterien gelungen. Untersuchungen an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) haben zu der Entdeckung entscheidend beigetragen. Die Erwartungen an die Batterien der Zukunft sind hoch: Sie sollen nicht nur leichter und leistungsfähiger, sondern auch langlebiger, sicherer und weniger störanfällig werden. Wissenschaftler:innen auf der ganzen Welt versuchen diese Ziele mit Hilfe der Feststoff-Technologie zu erreichen: Anders als bei…
SGLT2-Hemmer könnten Entstehung ernährungsbedingter Stoffwechselerkrankungen verhindern: In der Therapie von PatientInnen mit Diabetes mellitus Typ 2 werden seit einigen Jahren erfolgreich SGLT2-Hemmer eingesetzt. Auch zur Behandlung der chronischen Herz- und Niereninsuffizienz finden diese Antidiabetika breite Anwendung. Mit den neuesten Forschungsergebnissen eines Teams um die Endokrinologin und Diabetologin Susanne Kaser von der Univ.-Klinik für Innere Medizin I kann SGLT2-Hemmern nun auch eine bislang unerforschte Funktion für die Vorbeugung von Übergewicht, Fettleber oder Diabetes zugeschrieben werden. SGLT2-Hemmer (Sodium-glucose cotransporter) sind blutzuckersenkende Wirkstoffe…
… bei der Entstehung des diabetischen Katarakts. Diabetische Komplikationen können bereits im prädiabetischen Zustand beginnen. Neue Erkenntnisse von Forscher*innen des Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitscampus Göttingen widersprechen bisherigen Vorstellungen über die Rolle von Zucker bei der Entstehung des diabetischen Grauen Stars. Das Forscher*innenteam unter der Leitung von Prof. Dr. Ali Hafezi-Moghadam, Direktor des Molecular Biomarkers Nano-Imaging Laboratory (MBNI), hat in Zusammenarbeit mit HAWK-Professor Dr. Christoph Rußmann, Dekan des Gesundheitscampus Göttingen, und…
Hinter den bei Autismus beobachteten Verhaltensauffälligkeiten steckt eine Vielzahl an genetischen Veränderungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Hector Institut für Translationale Hirnforschung (HITBR)* haben jetzt eine weitere molekulare Ursache für dieses Krankheitsbild gefunden. Der Transkriptionsfaktor MYT1L schützt normalerweise die molekulare Identität von Nervenzellen. Wird er in menschlichen Nervenzellen oder in Mäusen genetisch ausgeschaltet, so kommt es zu den Autismus-typischen Funktionsveränderungen und Symptomen. Ein Medikament, das Natriumkanäle in der Zellmembran blockiert, kann die Folgen des Ausfalls von MYT1L aufheben und die funktionellen…
N-Heterozyklische Verbindungen sind zentrale Wirkstoffe vieler Medikamente und zugleich wichtige Bausteine neuer organischer Materialien für die Energiewende. Forscher der Universität Bayreuth unter der Leitung von Prof. Dr. Rhett Kempe präsentieren jetzt in „Nature Communications“ ein Konzept für das rationale Design neuer Stoffklassen, die zur Gruppe der N-heterozyklischen Verbindungen gehören. Zugleich stellen sie zwei neue, auf Basis dieses Konzepts synthetisierte Stoffklassen vor. Innovationen auf Gebieten der medizinischen Wirkstoffe oder der Funktionsmaterialien sind heute wesentlich auf die Entdeckung neuer Stoffklassen angewiesen. N-Heterozyklen…
– Erfolg nach zehnjähriger Forschungsarbeit. Die atomare Struktur fester Stoffe kann oft schnell, einfach und sehr präzise mit Hilfe von Röntgenstrahlung analysiert werden. Dies setzt aber voraus, dass Kristalle der entsprechenden Substanzen vorliegen. Der Chemiker Prof. Dr. Oliver Oeckler von der Universität Leipzig und sein Team entwickeln Methoden, um dies auch für sehr kleine, mit bloßem Auge nicht erkennbare Kristalle zu ermöglichen. Dazu gehören sogenannte Phosphoroxidnitride, die aus Phosphor, Stickstoff und Sauerstoff bestehen und so in der Natur nicht vorkommen….
Wenn wir Dinge berühren, nehmen wir gleichzeitig ihre Temperatur wahr. Dafür ist eine ganz bestimmte Region des Gehirns verantwortlich, berichten Forscher*innen des Max Delbrück Center um James Poulet in „Nature“. Sie haben im hinteren Teil der Inselrinde einen „thermischen Kortex“ entdeckt. Ein heißer Kaffee, eine kalte Limonade – die Temperatur von Objekten wahrnehmen zu können, ist überlebenswichtig. Seit fast 100 Jahren haben Wissenschaftler*innen versucht, diese Fähigkeit im Gehirn zu lokalisieren. Manche haben vermutet, dass es einen „thermischen Kortex“ gebe. Doch…
Automatisiertes Datenaustauschformat „EnzymeML“ schafft Transparenz bei enzymatischen Experimenten – Veröffentlichung in “Nature Methods”. Bei Experimenten zur Katalyse entstehen – wie in anderen Wissenschaftsbereichen auch – große und komplexe Datenmengen, deren Auswertung und Wiederverwendung eine enorme Herausforderung darstellt. Ein Team unter der Leitung von Prof. Jürgen Pleiss vom Institut für Biochemie und Technische Biochemie der Universität Stuttgart stellt jetzt in der Fachzeitschrift „Nature Methods“ ein Datenaustauschformat vor, das die Ergebnisse enzymatischer Experimente komplett erfasst, die Daten strukturiert ablegt und nachvollziehbar macht….
Mit Terahertz-Spektroskopie lässt sich die spontane Bildung proteinreicher Tröpfchen erklären, die möglicherweise zu neurodegenerativen Erkrankungen führen. Mithilfe einer neuen Methode, der Terahertz-Kalometrie, ist es einem Forschungsteam des Bochumer Exzellenzclusters Ruhr Explores Solvation RESOLV gelungen, die spontane Phasentrennung in eine proteinreiche und eine proteinarme Phase in einer Lösung neu zu beleuchten. Man vermutet, dass die proteinreichen Tröpfchen die Bildung von neurotoxischen Proteinaggregaten begünstigen – ein Ausgangspunkt für neurodegenerative Krankheiten. Die Forschenden um Prof. Dr. Martina Havenith, Inhaberin des Lehrstuhls für Physikalische…
Thüringer Forscher entwickeln Chip für einfachen Bluttest. Das Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie (fzmb GmbH) aus Bad Langensalza entwickelt in einem neuen EU-Projekt einen Chip, der eine bessere Früherkennung von Krebserkrankungen der Blutzellen und des Knochenmarks ermöglichen soll. Gemeinsam mit elf Organisationen aus Europa und Israel soll in dem Projekt SANGUINE ein günstiger Bluttest entwickelt werden, der derartige „hämatologischen Malignome“ früh und zuverlässig detektiert. Die fzmb GmbH – Partner im InfectoGnostics Forschungscampus Jena – beteiligt sich seit Februar an dem…
Von 100.000 Menschen erkrankt lediglich eine Person an einem Phäochromozytom, einem Tumor der Nebenniere. Hat solch ein Tumor bereits Metastasen ausgebildet, kann ein radioaktives Präparat die im Körper gestreuten, bösartigen Zellen aufspüren und von innen bestrahlen. Nicht jeder Tumor präsentiert jedoch genügend Zielmoleküle für die Radionuklid-Therapie. Dann reicht die Strahlendosis oft nicht aus, um den Krebs einzudämmen. Mithilfe einer der Therapie vorgeschalteten Gabe von zwei Arzneimitteln gelang es einer Forschungsgruppe am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), im Mausmodell die Anzahl der Zielmoleküle…
Bauchspeicheldrüsenkrebszellen haben einen erhöhten Spiegel an Wasserstoffperoxid. Reaktive Sauerstoffspezies spielen mutmaßlich eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Krebserkrankungen. Ergebnisse einer Studie in der Zeitschrift Angewandte Chemie belegen nun, dass nur der Spiegel von Wasserstoffperoxid, aber nicht der von anderen reaktiven Sauerstoffspezies in Bauchspeicheldrüsenkrebszellen signifikant erhöht ist. Damit könnte Wasserstoffperoxid zum interessantes Ziel in der Krebsbekämpfung werden, schreibt das Team. Reaktive Sauerstoffspezies gehören zu normal funktionierenden Körperzellen. Sie entstehen in zellulären Prozessen und können Zellbausteine wie Lipide und andere Moleküle…
Polymere mit Metall-Rückgrat. Bisher war klar: Metall oder Kunststoff, beides in einem geht nicht. Das muss aber nicht so bleiben: In der Zeitschrift Angewandte Chemie berichtet ein chinesisches Forschungsteam jetzt über ein Polymer mit einem metallischen Rückgrat, das leitfähig sowie thermisch stabil ist und interessante opto-elektronische Eigenschaften zeigt. Aufgrund der verschiedenen elektronischen Strukturen von Metall- und Nichtmetallatomen ist es schwierig, die Eigenschaften von Metallen, wie hohe thermische und elektrische Leitfähigkeit, auf Polymere zu übertragen. Polymere mit Metall-Rückgrat könnten die Vorteile…
Fehlfunktion von zellulären Kondensaten könnte angeborenen Fehlbildungen, Volkskrankheiten und Krebs zugrunde liegen. Die meisten Proteine sammeln sich in proteinreichen Tröpfchen in der Zelle, den „zellulären Kondensaten“. Solche Proteine besitzen Abschnitte, die als Adressetikett dienen: Sie zeigen das Kondensat an, für das das Protein bestimmt ist. Wenn die Etiketten fehlerhaft sind, können die Proteine im falschen Kondensat landen. Dies könnte laut einem Team von Forschenden aus der klinischen Medizin und der biologischen Grundlagenforschung die Ursache zahlreicher unaufgeklärter Erkrankungen sein. Ihre Ergebnisse…