Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaften Chemie

Das zelluläre Postleitzahlsystem entschlüsseln

Forschende vermuten, dass es zu neurodegenerativen Erkrankungen kommt, wenn sich Boten-RNA (mRNA) in der Nervenzelle verirrt. Mit einer neuen Methode identifiziert Marina Chekulaeva „Postleitzahlen“, die mRNAs ihrem Bestimmungsort zuordnen. Ihr Vorgehen stellt sie nun im Fachblatt „Nature Neuroscience“ vor. Bei neurodegenerativen Erkrankungen führt der Untergang von Nervenzellen zu vielfältigen Ausfällen. So sorgt bei Morbus Alzheimer ein Massensterben von Nervenzellen im Gehirn dafür, dass kognitive Fähigkeiten verloren gehen. Bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) gehen motorische Nervenzellen zugrunde, so dass Befehle aus…

Biowissenschaften Chemie

Impfviren, Immunzellen und Antikörper

Neue Kombinations-Immuntherapie für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den tödlichsten Tumorarten. Trotz aller Erfolge in der Krebsforschung gibt es bisher nur unzureichende Behandlungsmöglichkeiten. In vielen Ländern nimmt daher die Anzahl der Erkrankungen weiter zu. Der Bedarf an neuen, innovativen Therapiekonzepten ist somit hoch. Die Gruppe um Prof. Christine Engeland, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und Universität Witten/Herdecke, arbeitet an der Entwicklung einer neuen Kombinations-Immuntherapie für das Pankreaskarzinom. Dabei kommen Impfviren, Immunzellen und Antikörper zum Einsatz. Das Projekt wurde von der…

Biowissenschaften Chemie

Taufliege: Mechanische Kräfte kappen überflüssige Nervenverbindungen

Wissenschaftler um Dr. Sebastian Rumpf vom Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie der Westfälischen Wilhelms-Univertät (WWU) Münster untersuchen den regulierten Abbau von Nervenverbindungen im Modellsystem der Taufliege Drosophila. Sie zeigen jetzt, dass dabei mechanische Kräfte eine Rolle spielen. Nervenzellen kommunizieren miteinander über lange Fortsätze, die Axone und Dendriten beziehungsweise allgemein Neuriten genannt werden. Während der Entwicklung wachsen diese Fortsätze zunächst und bilden Verbindungen mit anderen Zellen, zum Beispiel Synapsen mit anderen Nervenzellen. Neuriten, die nicht richtig verknüpft sind oder nicht mehr…

Biowissenschaften Chemie

Herzmuskelzellen hören früher auf zu schlagen

Omicron-Subvariante BA.5 schädigt Kardiomyozyten stärker als BA.1. Eine Studie des Universitätsklinikums Ulm hat untersucht, wie gut sich verschiedene Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 in kultivierten humanen Herzmuskelzellen vermehren. Die Ergebnisse zeigen, dass sich zwar die ursprüngliche Omicron-Subvariante BA.1 nur sehr begrenzt in Herzmuskelzellen ausbreitet. Die aktuelle BA.5 Subvariante hingegen kann Kardiomyozyten so effektiv infizieren wie die frühere Delta-Variante. Verantwortlich dafür sind zusätzliche Mutationen – vor allem im Spike-Protein, die die Infektiosität und zellschädigende Wirkung von BA.5 stärken. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse…

Biowissenschaften Chemie

Neue Erkenntnisse zur antileukämischen Immunantwort nach Stammzelltransplantation

Schäden an der DNA von T-Lymphozyten beeinträchtigen die Effektivität einer Stammzelltransplantation und ihre Modulation könnte zukünftig Krankheitsrückfälle verhindern. In einem mehrjährigen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Projekt konnte nun die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Dimitrios Mougiakakos, Direktor der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie Magdeburg, zusammen mit Forschenden aus Erlangen, Regensburg und Würzburg zeigen, dass DNA-Schäden in den T-Lymphozyten vor allem in den ersten sechs Wochen nach Transplantation mit höheren Rückfallraten der Grunderkrankung einhergehen. Die Stammzelltransplantation vom Fremd- oder…

Biowissenschaften Chemie

Neuartige Methode zur Steuerung chemischer Reaktionen entdeckt

Forschungsteam der Organischen Chemie entwickelt neuen Katalysator zur gezielten Aktivierung von Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen. Zu den wichtigsten Bausteinen für organische Verbindungen wie Arzneien, Pflanzenschutzmittel und viele Materialien gehören substituierte Aromaten. Die Funktion der Moleküle wird durch die räumliche Verknüpfung der verschiedenen Bausteine bestimmt, das „Substitutionsmuster“. Ein Forschungsteam aus der Organischen Chemie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat jetzt im Fachmagazin Chem eine Methode vorgestellt, um Verbindungen mit einem sonst schwer zugänglichen Substitutionsmuster effizienter als bisher herzustellen. Um die dafür nötige Aktivierung von…

Biowissenschaften Chemie

Neue Erkenntnisse zu den genetischen Grundlagen der Leukämie

Kieler Forschungsteam entdeckt Zusammenhänge zwischen bestimmter Genmutation und der räumlichen Struktur der DNA bei Blutkrebs im höheren Alter. Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, die von unreifen Vorstufen der roten Blutkörperchen, Blutplättchen und einem Teil der weißen Blutkörperchen ausgeht. Während bei gesunden Menschen die Vermehrung und Erneuerung der Blutzellen strikt reguliert ist, gerät dieser Prozess bei der AML außer Kontrolle: Eine frühe Vorstufe der sogenannten myeloischen Zellen entartet und vermehrt sich unkontrolliert. Sie breiten…

Biowissenschaften Chemie

Aktin wirkt auf mehreren Wegen auf die Ausbreitung von Krebs

Forschende der Universität Freiburg finden einen bisher unbekannten Zusammenhang zwischen dem Aktin-Zellskelett und der Bösartigkeit von Tumoren. Es war bereits bekannt, dass das Aktin-regulierende Molekül FMNL2 in vielen Tumorerkrankungen die Bildung von Metastasen fördert. Die aktuellen Ergebnisse erklären diese Beobachtung. Dieses Wissen könnte sich für die Tumordiagnostik oder -therapie nutzen lassen. Diese Studie ist dafür ein erster Schritt, auf dem weitere Forschung aufbauen kann. Die Studie ist in Advanced Science erschienen. Metastasen entstehen, wenn sich Krebszellen von einem primären Tumor…

Biowissenschaften Chemie

Verfahren der Genom-Editierung optimiert

Heidelberger Wissenschaftlern gelingt es, die Effizienz von CRISPR/Cas9 sowie verwandten Methoden zu steigern und bislang unerreichbare DNA-Sequenzen zu modifizieren. Im Zuge der Optimierung von Schlüsselverfahren der Genom-Editierung ist es Forscherinnen und Forschern der Abteilung Entwicklungsbiologie / Entwicklungsphysiologie am Centre for Organismal Studies der Universität Heidelberg gelungen, die Effizienz von molekulargenetischen Methoden wie CRISPR/Cas9 und verwandten Systemen maßgeblich zu steigern sowie ihre Anwendungsgebiete zu erweitern. Die von den Biowissenschaftlern gemeinsam mit Kollegen anderer Disziplinen weiterentwickelten Werkzeuge erlauben unter anderem ein wirksames…

Biowissenschaften Chemie

Mutante mit Zahlenschwäche

Die neu entdeckte Dyscalculia-Mutante der Venusfliegenfalle hat ihre Fähigkeit verloren, elektrische Impulse zu zählen. Ein Würzburger Forschungsteam legt die Ursache des Defekts offen. Die fleischfressende Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) kann bis fünf zählen: Diese Entdeckung des Würzburger Biophysikers Professor Rainer Hedrich sorgte 2016 weltweit für Aufsehen. Wie macht die Pflanze das? Hedrichs Team von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) beschreibt die Schlüsselkomponente im Fachjournal Current Biology. Fündig wurden die Forscherinnen und Forscher bei einer Mutante der Venusfliegenfalle, die das Zählen verlernt hat….

Biowissenschaften Chemie

Neuartige Methode ermöglicht Genstudien

… zur Funktion und zu Erkrankungen der Darmschleimhaut. Mit seiner Länge und der Vielzahl seiner Faltungen und Ausstülpungen stellt der Darm die größte Kontaktfläche zwischen unserem Körper und der Umwelt dar. Aktuell weiß man aber noch wenig darüber, welche Gene bei der Verdauung oder dem Kontakt zur Umwelt eine wichtige Rolle spielen. Forschenden vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut in Jena und Fred Hutchinson Cancer Center, Seattle, USA, ist es gelungen, eine neuartige Methode zu entwickeln, die genetische Untersuchungen über…

Biowissenschaften Chemie

Angeborene Immunschwäche entdeckt – und aufgeklärt

Wie der Austausch eines einzelnen Bausteins im Erbgut einen bisher unbekannten Immundefekt beim Menschen auslöst, berichten internationale Forscher*innen – darunter ECRC-Forscher Stephan Mathas – in „Science Immunology“. Sie haben eine Punktmutation am Transkriptionsfaktor IRF4 entdeckt. Bei sieben Kindern mit ausgeprägter Immunschwäche entdeckte ein internationales Konsortium von Forschenden eine übereinstimmende T95R-Mutation im Gen für den Interferon-Regulations-Faktor 4 (IRF4). IRF4 ist ein Transkriptionsfaktor, das Protein steuert also, wieviel Boten-RNA eine Zelle herstellt. Er ist aber auch wichtig während der Entwicklung und Aktivierung…

Biowissenschaften Chemie

Elegante Experimente mit Licht

Erweiterung des chemischen Werkzeugkastens dank besonderer Katalysatoren. Forscherinnen und Forscher um Prof. Benjamin List haben eine neue Methode der Photoredox-Katalyse entwickelt. Sie haben ihre Ergebnisse nun in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Science publiziert. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung haben den molekularen Werkzeugkoffer für effiziente, zielgerichtete Synthesen erweitert: Sie nutzen dazu einen ganz besonderen Katalysator – und die Energie des Lichts. Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben die Wissenschaftler nun in der renommierten Zeitschrift Science veröffentlicht. Typischerweise wird in einer sogenannten Photoredox-Reaktion das…

Biowissenschaften Chemie

Pathogene entschärfen

Neue Wirkstoffkandidaten zur Bekämpfung chronischer Infektionen. Saarbrücker Forschende nutzen bakterielle Kommunikation als Angriffspunkt für neue Wirkstoffe. Der Erreger Pseudomonas aeruginosa gilt als Verursacher einer Vielzahl schwerer Infektionen und belastet damit besonders Personen mit eingeschränktem Immunsystem. Die zunehmende Verbreitung von Antibiotikaresistenzen erschwert die Bekämpfung des gefürchteten Krankenhauskeims. Ein Forschungsteam um Dr. Martin Empting vom Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) hat nun eine neue Wirkstoffklasse entwickelt, welche die chemischen Kommunikationswege des Bakteriums stört. Dies verringert nicht nur die krankmachenden Eigenschaften des…

Biowissenschaften Chemie

Kontrolliertes Herstellen, Lagern und Einfrieren von künstlichen Retina-Zellen

Fraunhofer-Forscher entwickeln innovative Methode für klinische Anwendungen im Bereich stammzellbasierter Retinaimplantate. Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine degenerative Augenerkrankung, die ca. ¼ der Bevölkerung betrifft und vor allem in der westlichen Welt als häufigste Ursache für die Erblindung von Menschen gilt. In den meisten Fällen ist die chronisch verlaufende Netzhauterkrankung nicht heilbar, da das Zeitfenster, um überhaupt therapeutisch aktiv zu werden, sehr klein ist. Fraunhofer-Forschenden ist es gelungen, eine neue Methode zur Herstellung und klinischen Anwendung von stammzellbasierten Retinaimplantaten zu entwickeln,…

Biowissenschaften Chemie

Molekulare Ziele für effizientere Therapie des Cushing-Syndroms

Rundes Gesicht, kräftiger Nacken und bauchbetontes Übergewicht sind typische Anzeichen eines Cushing-Syndroms, ausgelöst durch ein Übermaß an Cortsol. Morbus Cushing wird in den meisten Fällen durch gutartige Tumore der Hypophyse verursacht. Durch den Tumor produziert die Hirnanhangsdrüse ungebremst das Hormon Adrenocorticotropin (ACTH), welches die Nebennieren antreibt, Cortisol auszuschütten. Die DFG fördert nun in einem neuen Forschungsprojekt der Unikliniken Würzburg und Tübingen weitere Untersuchungen zur Entschlüsselung der molekularen Pathogenese des Morbus Cushing mit 580.450 Euro. Würzburg. Es hilft gegen Stress, bereitet…

Rückmeldung