Eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin hat ein überraschend komplexes Nervensystem bei Seeigeln entdeckt. Die Tiere verfügen über eine Art „Ganzkörper-Gehirn“, dessen genetische Organisation der des Wirbeltiergehirns ähnelt. Zudem fanden die Forschenden lichtempfindliche Zellen im gesamten Körper der Seeigel – vergleichbar mit Strukturen der menschlichen Netzhaut. Die Studie, gefördert vom Human Frontiers Science Program, wurde in Zusammenarbeit mit der Stazione Zoologica Anton Dohrn (Neapel), dem Laboratoire de Biologie du Développement de Villefranche-sur-Mer und dem Institut de…
Das Altern ist der Hauptrisikofaktor für Krebs, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da jedoch die biologischen Prozesse des Alterns immer besser verstanden werden, zeichnen sich bereits erste Ansätze für eine Geroprotektion ab: Altersbedingte Krankheitsrisiken könnten reduziert und damit die gesunde Lebenserwartung verlängert werden. Das Diskussionspapier der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert daher einen Paradigmenwechsel für Forschung und medizinische Versorgung mit stärkerem Fokus auf das Altern selbst. Dieser Ansatz wird auch vom Leibniz-Forschungsverbund „Altern und Resilienz“ (LFV-AR) und vom Leibniz-Institut für Alternsforschung…
Berlin, 11. Juli 2025. Auf dem genomDE-Symposium am 10. und 11. Juli 2025 in Berlin stand der erfolgreiche Start des Modellvorhabens Genommedizin im Mittelpunkt. Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, betonte in seiner Keynote zur Eröffnung des genomDE-Symposiums: „Im Modellvorhaben Genommedizin erwarten wir in den nächsten fünf Jahren 100.000 Patientinnen und Patienten, die in das Modellvorhaben einbezogen werden.“ Gemeinsames Ziel des Modellvorhabens sei es, Menschen zu helfen und Erkrankten die Vorteile der Nationalen Strategie für Genommedizin zur…
FAU-Forschende finden Therapieansatz gegen Komplikationen nach Knochenmarkstransplantation Für viele Leukämie-Patient/-innen ist eine Transplantation von Blutstammzellen aus dem Knochenmark von Spender/-innen der einzige Weg, wieder gesund zu werden. Doch dabei kann es zu Komplikationen kommen: Die Graft-versus-Host-Erkrankung ist eine davon. Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben nun den Mechanismus hinter dieser oft lebensbedrohlichen Komplikation entschlüsselt und damit die Grundlage für eine mögliche Therapie geschaffen. Ein Merkmal der Graft-versus-Host-Erkrankung sind schwere Entzündungsprozesse, die besonders im Darm auftreten. Bekannt ist, dass dabei Fresszellen,…
Mitochondrien sind Zellorganellen, die von einer Doppelmembran umschlossen sind. Neben zahlreichen Aufgaben beim Stoffwechsel der Zelle haben sie auch eine zentrale Bedeutung bei der Integration von Signalen in die Zelle, die für die Entstehung von Krebs und bei der Immunantwort ausschlaggebend sind. Eine Studie an der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) unter Leitung von Prof. Dr. Philipp Lang und Prof. Dr. Andreas Reichert, die nun in der Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlicht wurde, konnte zeigen, dass Änderungen der mitochondrialen Innenmembranstruktur,…
PatientInnen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs überlebten doppelt so lang, wenn sie nach der operativen Krebsentfernung zusätzlich zur Chemotherapie mit Gemzitabin ein Antibiotikum erhielten. Das ist die zentrale Erkenntnis einer retrospektiven Studie von Steffen Ormanns, Leiter des Instituts für Allgemeine Pathologie, und seinem Team an der Medizinischen Universität Innsbruck, die ihm zufolge rasch in die Praxis umzusetzen wäre. Die ForscherInnen planen jetzt Nachfolgestudien, um die Ergebnisse zu sichern. Innsbruck, am 8. Juli 2025: Vom Mund abwärts, über die Speiseröhre, den Magen bis zum…
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Jan Wilke von der Universität Bayreuth hat erstmals konkrete Empfehlungen zum Thema Dehnen für die Praxis verfasst. Mit den im Journal of Sports and Health Science veröffentlichten Empfehlungen helfen die Forschenden dabei, die seit Jahren bestehenden Kontroversen zum Stretching beizulegen und mit entsprechenden Mythen aufzuräumen. What for? Das Thema „Dehnen“ wird seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Vor oder nach dem Sport? Wie lang? Statisch oder federnd? Und kann Dehnen wirklich einem Muskelkater…
Uni Hohenheim: Neue Erkenntnisse über die Immunantwort von Tomatenpflanzen / Signalpeptid Systemin löst zielgenaue Kaskade von Abwehrmechanismen aus Wie alle Pflanzen können sich auch Tomatenpflanzen gegen Fraßinsekten wehren: Bei Verwundung durch Fressfeinde setzen sie das Signalpeptid Systemin frei, das im Zentrum der Abwehrmechanismen steht. Wie das Systemin-Signal in der Zelle verarbeitet wird, haben nun Forschende der Universität Hohenheim in Stuttgart aufgedeckt. Eine Schlüsselrolle spielt ein Enzym mit dem bemerkenswerten Namen „Poltergeist-like Phosphatase“ (PLL2). Es wird durch das Systemin-Signal aktiviert und…
Die Skelettmuskulatur von Männern und Frauen verarbeitet Glukose und Fette auf unterschiedliche Weise. Eine Studie des Universitätsklinikums Tübingen, des Instituts für Diabetesforschung und metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) e.V. liefert erstmals eine umfassende molekulare Analyse dieser Unterschiede. Solche Besonderheiten könnten erklären, warum sich Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes bei Frauen und Männern unterschiedlich äußern – und warum sie unterschiedlich gut auf Bewegung ansprechen. Skelettmuskeln sind weit mehr als nur „Motoren“ für Bewegung: Sie spielen eine…
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert sieben neue Forschungsgruppen (FOR) mit insgesamt 33 Millionen Euro. Eine davon, die DFG-FOR 5872, widmet sich der Rolle molekularer Chaperone bei der Regulation fehlgefalteter Proteine in zellulären Kondensaten. Ziel ist, die Entstehung altersbedingter neurodegenerativer Erkrankungen besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Die DFG-Forschungsgruppe wird von Prof. Dr. Janine Kirstein am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena koordiniert. Jena. Auf Empfehlung des Senats hat der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Einrichtung…
Um weiche, verformbare Sensoren zu entwickeln, die direkt auf der Haut getragen werden können und zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen, braucht es Materialien mit besonderen Eigenschaften. Diese Materialien müssen flexibel, biokompatibel und gleichzeitig elektrisch leitfähig sein. Ein Forschungsteam am Max-Planck-Institut für Polymerforschung stellt sich dieser komplexen Aufgabe. In einer aktuellen Studie präsentieren die Wissenschaftler*innen einen innovativen Ansatz: Mithilfe eines Transferdruckverfahrens wird das leitfähige Polymer PEDOT:PSS durch die gezielte Diffusion von Weichmacher aus dem Substrat in den Polymerfilm modifiziert. Ein Pflaster,…
In einer wegweisenden Studie hat das Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie in Stuttgart zusammen mit internationalen Partnern einen neuen Therapieansatz zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entdeckt. Ein neu identifizierter Wirkstoff fördert die Glukoseaufnahme in den Zellen ohne negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem. Zudem kann der Wirkstoff den Muskelabbau bei der Verwendung von „Abnehmspritzen“ verhindern. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Cell veröffentlicht: https://doi.org/10.1016/j.cell.2025.05.042 Stuttgart, 2. Juli 2025 – Bei Diabetes Typ 2, früher auch als…
Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom überarbeitet. Die wichtigsten Neuerungen in der Leitlinie betreffen die Empfehlung zu einer risikoadaptierten PSA-basierten Früherkennung, den erweiterten Einsatz der MRT-Diagnostik und die Empfehlung zur aktiven Überwachung bei Niedrigrisiko-Tumoren. Die Tastuntersuchung der Prostata wird zur Früherkennung ausdrücklich nicht mehr empfohlen, bleibt aber fester Bestandteil der individuellen Risikoabschätzung und urologischen Diagnostik.Finanziert wurde die Aktualisierung der Leitlinie von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie. Prostatakrebs ist mit Abstand die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei…
Forschende des Universitätsklinikums Tübingen und des M3 Forschungszentrumshaben einen zentralen Mechanismus entschlüsselt, durch den die sogenanntemetabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD;ehemals „Fettleber“) die körpereigene Abwehr gegen Leberkrebs schwächen kann.Unter der Leitung von PD Dr. Dr. Katrin Böttcher, Oberärztin der Abteilung fürInnere Medizin I, konnte das Team zeigen, dass sich mehrfach ungesättigteFettsäuren in speziellen Immunzellen der Leber ansammeln. Diese Fette lösen inden Zellen eine Art “Stoffwechsel-Burnout“ aus – mit gravierenden Folgen für dieImmunabwehr. MASLD (metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease) ist weltweit die…
Der Ionenkanal PIEZO2 verarbeitet nicht nur Berührungsreize. Wie ein Team um Annette Hammes vom Max Delbrück Center in Nature Cardiovascular Research berichtet, ist er auch für das Wachstum der Herzkranzgefäße wichtig. Die Erkenntnisse könnten helfen, angeborene Herzleiden besser zu verstehen. Unsere Haut spürt selbst einen leisen Lufthauch. Zu verdanken ist ihre Sensibilität speziellen Ionenkanälen, die in den Membranen ihrer Zellen liegen und dort auf feinste mechanische Reize reagieren. Dass einer dieser Kanäle, PIEZO2, zudem eine wichtige Rolle bei der Entwicklung…
Internationales und multidisziplinäres, von der European Partnership for Personalised Medicine (EP PerMed) gefördertes Verbundprojekt zum Einsatz der multiparametrischen MRT für eine personalisierte Medizin Wissenschaftler der Abteilung für Computerunterstützte Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg sind an einem internationalen Verbundprojekt beteiligt, das zum Ziel hat, auf Basis der personalisierten Medizin die Versorgung von diabetischen Nierenpatienten zu verbessern. In dem multidisziplinären und sektorübergreifenden Projekt PERONALISED-DKD* erforschen sieben Partner aus sechs Ländern eine Methode unter Verwendung der sogenannten multiparametrischen Magnetresonanztomographie…
Jens Mayer vom Institut für Humangenetik der Universität des Saarlandes beeinflusst die Arbeit von Virologen, Medizinern und Biowissenschaftlern in aller Welt, wobei die meisten ihn nicht kennen werden. Mayer leitet eine kleine Arbeitsgruppe mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, die sich mit der Benennung von gut 60 Retroviren beschäftigt. Ihr Ziel: deren eindeutige wissenschaftliche Bezeichnung. Viren haben nämlich bislang in vielen Sprachen der Welt unterschiedliche Namen, so auch das HI-Virus, das Aids auslösen kann. Die Aktualisierung der Namen wurde…