Eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin hat ein überraschend komplexes Nervensystem bei Seeigeln entdeckt. Die Tiere verfügen über eine Art „Ganzkörper-Gehirn“, dessen genetische Organisation der des Wirbeltiergehirns ähnelt. Zudem fanden die Forschenden lichtempfindliche Zellen im gesamten Körper der Seeigel – vergleichbar mit Strukturen der menschlichen Netzhaut. Die Studie, gefördert vom Human Frontiers Science Program, wurde in Zusammenarbeit mit der Stazione Zoologica Anton Dohrn (Neapel), dem Laboratoire de Biologie du Développement de Villefranche-sur-Mer und dem Institut de…
2003 konnte das menschliche Genom im Human Genome Project (HGP) erstmals zu mehr als 90 Prozent abgebildet werden. Das 1000 Genome Project (2007-2015), bei dem die Daten von über 2.500 Menschen zusammengetragen wurden, bot dann erste Einblicke in die Vielfalt des menschlichen Genoms. Jetzt wurden die Proben durch eine internationale Forschungsgruppe unter Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Tobias Marschall, Genominformatiker an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), erneut analysiert. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden nun in zwei Veröffentlichungen in der Fachzeitschrift Nature vorgestellt….
Greifswalder Publikation in der Fachzeitschrift Advanced ScienceEin Forschungsteam an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin D – Geriatrie konnte in einer aktuellen Studie zeigen, wie die Blockade eines bestimmten Ionenkanals, genannt TRPC6, die Zellen der Niere auf molekularer Ebene beeinflusst. Zudem entdeckte es einen neuen Zelltyp, der möglicherweise Entzündungen regulieren und damit die Entstehung einer Nierenfibrose vermindern kann. Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Entwicklung gezielter Therapien bei chronischer Nierenerkrankung – einer Erkrankung, die weltweit Millionen von Menschen…
In lebenden Zellen sind Moleküle ständig in Bewegung – sie wandern durch die Zelle, interagieren und gehen Bindungen ein. Ein internationaler Wettbewerb, die 2. AnDi Challenge, hat nun einen systematischen Vergleich von Methoden zur Bewegungsanalyse von Einzelmolekülen geliefert, der sowohl die aktuellen Stärken als auch die dringenden Herausforderungen in diesem sich rasch entwickelnden Bereich aufzeigt. In der komplexen Welt der lebenden Zellen können die Bewegungen von Molekülen entscheidende Hinweise darauf geben, wie Zellen funktionieren, kommunizieren und manchmal auch versagen. Doch…
Ein europäisches Forschungsteam, darunter auch Forschende der Fachhochschule St. Pölten, entwickelt im Projekt „XR2esilience “ ein Extended-Reality-Trainingsprogramm zur Verbesserung der Resilienz von Mitarbeitenden des Gesundheitswesens. Um ein maßgeschneidertes Training anbieten zu können, sollen die Programme auf eine Vielzahl an Stressfaktoren vorbereiten und individuelle Bedürfnisse berücksichtigen. Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, die an stressbedingten Erkrankungen wie Depressionen, Angstzuständen und Schlafstörungen leiden, ist stark gestiegen. Ein europäisches Forschungsteam untersucht im Projekt „XR2esilience“, wie Resilienz – die psychische Widerstandskraft – von Mitarbeitenden…
Eine neue Studie zeigt, dass das weit verbreitete Blutprotein Albumin normalerweise harmlose Pilzstämme von Candida albicans in gefährliche Krankheitserreger verwandeln kannUnter Leitung des Leibniz-HKI in Jena haben Forschende einen neuen Weg entdeckt, wie die Hefe Candida albicans menschliches Gewebe schädigen kann. Im Fachjournal „Nature Communications“ beschreiben sie einen alternativen Infektionsweg, an dem das menschliche Serumprotein Albumin beteiligt ist. Dieser Mechanismus war bisher nicht beschrieben und könnte erklären, warum bestimmte klinische Isolate von Candida albicans in Laborversuchen harmlos erscheinen, bei Patient*innen…
Die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen findet immer neue Anwendungen und wird, neben dem Einsatz in der Behandlung von Blut- und Lymphdrüsenkrebs, inzwischen auch für solide Tumore und verschiedene Autoimmunerkrankungen untersucht. Mit den zunehmenden Indikationen und Patientenzahlen rückt das Thema der Nebenwirkungen dieser innovativen Therapie noch dringlicher in den Fokus. Ein Team um Privat-Dozent Dr. Kai Rejeski von der Medizinischen Klinik III des LMU Klinikums hat im renommierten Fachblatt „Nature Medicine“ eine neue Strategie vorgeschlagen, um auch neuartigen Nebenwirkungen systematisch und schneller…
Sepsis, früher auch oft als „Blutvergiftung“ bezeichnet, zählt zu den gefährlichsten medizinischen Notfällen überhaupt. Die Erkrankung ist die Folge einer fehlgeleiteten Immunreaktion auf eine Infektion, die rasch zu Organversagen und Tod führen kann. Jede Stunde zählt – doch gerade die frühzeitige Erkennung gestaltet sich in der klinischen Praxis schwierig. Eine neue Studie aus Heidelberg stellt nun einen innovativen Ansatz vor: Künstliche Intelligenz und hyperspektrale Bildgebung der Haut ermöglichen eine sofortige und nicht-invasive Sepsis-Diagnose direkt am Krankenbett. Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums…
Chemie-Forschungsteam der Universität Jena beeinflusst Spin eines Moleküls erstmals direkt durch ein elektrisches Feld Vor einigen Jahren entwickelten Chemiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein Molekül, das als potenzielles Qubit – also als Recheneinheit in einem Quantencomputer – funktionieren kann. Mithilfe dieses Kupferkomplexes haben sie nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Universität Florenz die Möglichkeiten für zukünftige Entwicklungen in der Quantentechnologie enorm vergrößert. Denn erstmals gelang es ihnen, den Spin Zustand eines Moleküls direkt mit elektrischen Feldern zu steuern, indem man…
Eine einzigartige evolutionäre Lösung für den Fortbestand männlicher Tiere haben Vögel in Form einer wirkungsvollen Mikro-RNA ausgebildet. Dieses winzige Gen sorgt dafür, dass männliche Embryonen trotz eines genetischen Ungleichgewichts zwischen den Geschlechtern überleben können, indem es die Aktivität von Geschlechtschromosomen ausbalanciert. Das hat ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Biologen der Universität Heidelberg und der University of Edinburgh (Schottland) herausgefunden. Dieser Mechanismus war bislang nicht bekannt und unterscheidet sich deutlich von dem System, das Säugetiere im Laufe der Evolution für…
Anfang Juli hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verkündet, eine neue Forschungsgruppe an der TU Dortmund einzurichten. Prof. Andreas Steffen von der Fakultät für Chemie und Chemische Biologie ist Sprecher des Verbunds mit dem Namen „STIL-COCOs“, an dem sechs weitere Einrichtungen beteiligt sind. Gemeinsam werden die Partner smarte Leuchtmaterialien für photonische Technologien entwickeln. Die DFG fördert das Projekt für zunächst vier Jahre mit rund 3,7 Millionen Euro. Photonische Technologien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Sie stecken in OLED-Displays, Lasersystemen…
Magenbypass-Operation bei starkem Übergewicht verändert Gallensäure und schützt so möglicherweise vor Darmkrebs / Tiermodell und Patient*innendaten zeigen wichtigen Zusammenhang Jährlich erkranken mehr als 60.000 Menschen neu an Darmkrebs, einer der häufigsten Krebsarten in Deutschland. Menschen mit starkem Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko. Eine nun veröffentlichte Studie zeigt: Ein operativer Magenbypass hilft nicht nur dabei das Gewicht langfristig zu reduzieren und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Operation könnte auch das Risiko senken, an Darmkrebs zu erkranken. Forscher*innen des Universitätsklinikums Freiburg berichten in einer…
Wie viel Mikroplastik steckt in Fisch und Meeresfrüchten, die auf unseren Tellern landen? Die Angaben schwanken stark. Das liegt auch daran, dass der Lebensmittelüberwachung standardisierte Analyseverfahren fehlen, um die winzigen Kunststoffpartikel in Fischereierzeugnissen quantitativ nachzuweisen. Dadurch lassen sich die Ergebnisse unterschiedlicher Studien nur schwer bewerten und oft ist unklar, wie zuverlässig vorliegende Daten sind. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts haben Methoden aus der Umweltanalytik weiterentwickelt, um sie für die Untersuchung von Mikroplastik in Fisch und Meeresfrüchten nutzbar zu machen….
Neue Forschungsergebnisse aus einer Zusammenarbeit zwischen den Laboren von Stefan Mundlos (Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Berlin), Dario G. Lupiáñez (Centro Andaluz de Biología del Desarrollo, Sevilla, Spanien/Max Delbrück Center, Berlin) und Francisca M. Real (Centro Andaluz de Biología del Desarrollo/MPI für Molekulare Genetik) zeigen, wie genetische Programme in der Evolution des Säugetierflugs wiederverwendet werden. Der Wunsch zu fliegen hat die Menschheit immer begleitet. In der Evolution wurde die Fähigkeit zu fliegen nur dreimal, und das voneinander unabhängig, entwickelt: In den…
Aktuelle BfS-Studie zum Mammographie-Screening zeigt: Teilnehmerinnen sterben seltener an BrustkrebsFrauen, die am Mammographie-Screening-Programm der gesetzlichen Krankenkassen teilnehmen, haben eine um bis zu 30 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu versterben als Nichtteilnehmerinnen. Das zeigt eine aktuelle Studie, die im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) über insgesamt zwölf Jahre durchgeführt wurde. Die Deutsche Krebshilfe weist in diesem Rahmen auf die Bedeutung von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen hin und fordert, auch weitere gesetzliche Krebs-Früherkennungsprogramme wissenschaftlich begleiten und evaluieren zu lassen. „Das gesetzliche Programm zur…
Wie die FAU mit AdaptNet Arztpraxen fit für die Zukunft macht Hitze gilt als das größte durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiko für die Menschen in Deutschland. Doch das Gesundheitswesen ist bisher nur unzureichend auf die wachsenden Belastungen vorbereitet. Hier setzt das Forschungsprojekt zur Anpassung der Gesundheitsversorgung an die Folgen des Klimawandels („AdaptNet“) an. Gemeinsam mit Partner/-innen hat sich der Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zum Ziel gesetzt, die haus- und fachärztliche Versorgung in Deutschland systematisch an die…
Hochauflösende Kryo-Elektronenmikroskopie macht es möglich, komplexe enzymatische Prozesse detailliert zu untersuchen. Einem Forschungsteam der Universität Potsdam und der Humboldt-Universität zu Berlin ist es mit dieser Methode gelungen, den Enzymkomplex CODH/ACS genau zu charakterisieren. Sie haben dabei herausgefunden, dass sich der Komplex im Verlauf chemischer Reaktionen bewegt und so die Reaktionsfolge bestimmt. Ihre Ergebnisse sind nun im Journal „Nature Catalysis“ erschienen. Bevor in der Erdgeschichte die Photosynthese einsetzte und sich Sauerstoff in der Atmosphäre anreicherte, lebten hier im Wesentlichen anaerobe Mikroorganismen,…