Eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin hat ein überraschend komplexes Nervensystem bei Seeigeln entdeckt. Die Tiere verfügen über eine Art „Ganzkörper-Gehirn“, dessen genetische Organisation der des Wirbeltiergehirns ähnelt. Zudem fanden die Forschenden lichtempfindliche Zellen im gesamten Körper der Seeigel – vergleichbar mit Strukturen der menschlichen Netzhaut. Die Studie, gefördert vom Human Frontiers Science Program, wurde in Zusammenarbeit mit der Stazione Zoologica Anton Dohrn (Neapel), dem Laboratoire de Biologie du Développement de Villefranche-sur-Mer und dem Institut de…
Forschungsteam aus Mannheim und Heidelberg erforscht eine medikamentöse Kombinationstherapie, die die Strahlentherapie bei Enddarmkrebs wirksamer machen kann. Darmkrebs ist eine der Hauptursachen für krebsbedingte Sterblichkeit. Mehr als ein Drittel der Darmkrebsfälle haben ihren Ursprung im Enddarm. Bösartige Veränderungen des Enddarms, sogenannte Rektumkarzinome, werden häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, wenn der Tumor schon eine gewisse Größe erreicht hat. Um die chirurgische Entfernung des Tumors zu erleichtern, werden diese Patientinnen und Patienten in der Regel vor der Operation mit einer…
Ein neuartiges, gewebeverstärktes Patch könnte defekte Stellen im Herzen nicht nur wie bis anhin verschliessen, sondern heilen. Ein interdisziplinäres Team unter Leitung der ETH Zürich hat das Pflaster erfolgreich in Tieren implantiert. Nach einem Herzinfarkt ist der Blutfluss zum Herzen unterbrochen, und der dadurch verursachte Sauerstoffmangel kann Schäden am Herzmuskel auslösen. In schweren Fällen kann dies zu einem Riss in der Herzwand führen, was einen sofortigen chirurgischen Eingriff erfordert. Heute werden solche Herzdefekte mit Pflastern aus Rinderherzbeuteln geschlossen, weil sie…
Rund ein Drittel aller Langzeitüberlebenden von Brust-, Prostata- oder Darmkrebs leidet auch 5 bis 16 Jahre nach der Diagnose unter ausgeprägter Fatigue, wie eine neue Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt. Die Betroffenen berichten von körperlicher, kognitiver und affektiver Erschöpfung, die weit über das normale Maß hinausgeht. Die Fatigue ist nicht nur eine erhebliche Belastung im Alltag – sie geht auch mit einem deutlich erhöhten Risiko für eine vorzeitige Sterblichkeit einher. Fatigue – ein anhaltendes Gefühl körperlicher, geistiger und emotionaler…
Freiburger Mediziner*innen zeigen erstmals, dass Immunzellen im Gehirn an der Entsorgung von Stoffwechselprodukten beteiligt sind / Aussicht auf Therapieoptionen für schwere Hirnerkrankung bei Kindern / Publikation im Fachjournal Nature Forschende des Universitätsklinikums Freiburg haben gemeinsam mit einem internationalen Team aus Mannheim, Göttingen, Boston (USA), Fukuoka (Japan) und dem Max-Planck-Institut für Immunobiologie und Epigenetik (MPI-IE) in Freiburg herausgefunden, dass Immunzellen im Gehirn die Nervenzellen bei der Entsorgung von Stoffwechselprodukten unterstützen. Sie konnten zeigen, dass eine Störung dieser bislang unbekannten Funktion zur…
Künstliche Proteine gezielt mit einzigartigen Eigenschaften herstellen – das ist möglich mithilfe einer neuartigen Methode, die ein Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Dominik Niopek am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie (IPMB) der Universität Heidelberg entwickelt hat. Im Zentrum steht dabei ein neues KI-Modell. Damit lässt sich vorhersagen, wie zwei Proteine aus Einzelteilen – den Untereinheiten – auf molekularer Ebene zusammengefügt werden müssen, um ein funktionales und regulierbares neues Protein zu erzeugen. Dieses als ProDomino bezeichnete Open-Source-Werkzeug eröffnet vielfältige…
Mutationen im Tumorsuppressorgen BAP1 stehen im Zusammenhang mit aggressiven und schwer zu behandelnden Krebsarten wie Aderhautmelanom und Nierenkrebs. Dr. Samuel Peña-Llopis und Dr. Silvia Vega-Rubin-de-Celis von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen/Universitätsklinikum Essen haben nicht nur eine neue Schwachstelle in aggressiven Tumoren mit BAP1-Mutationen entdeckt, sondern auch einen möglichen Behandlungsansatz mit bereits bekannten Wirkstoffen aufgezeigt. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Autophagy” veröffentlicht. Dr. Samuel Peña-Llopis, Leiter der Arbeitsgruppe für Translationale Genomik in der Klinik für Augenheilkunde, und…
HU-Forschende entwickeln lichtbetriebenen Nano-Motor und erzeugen damit ringförmige Moleküle, die wie Glieder einer Kette ineinander verschlungen sind ++ Bitte beachten Sie die Sperrfrist: 31. Juli 2025, 20 Uhr MESZ (14 Uhr EST) ++ Fäden und Seile eignen sich hervorragend zum Flechten, Knoten und Weben. In der Chemie dagegen ist eine derartige Verarbeitung von Molekülsträngen eine fast unlösbare Herausforderung. Denn Moleküle sind nicht nur winzig klein, sie sind ständig in Bewegung und lassen sich daher nicht ohne weiteres anfassen, halten oder…
Freilebende Fischgruppen erkennen Gefahren schneller und reagieren treffsicherer, je größer sie sind Wenn ein Raubvogel angreift, zählt für Fische jede Sekunde: abtauchen oder bleiben? Eine falsche Entscheidung kann tödlich enden – entweder, weil sie zu spät kommt oder weil eine Bedrohung fälschlich als harmloses Geräusch gewertet wird. Eine Studie von Forschenden des Exzellenzclusters „Science of Intelligence“ (SCIoI) sowie der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) zeigt nun, dass größere Fischschwärme solche Entscheidungen nicht nur…
Wie können polizeiliche Sicherheitskräfte Drohnen erfolgreich erkennen und abwehren? Eine Antwort auf diese Frage liefert das Forschungsprojekt „IDAS-PRO”: Bei der großen Abschlussdemonstration im baden-württembergischen Mosbach stellte sich das über zweieinhalb Jahre entwickelte Drohnenabwehrsystem in realistischen Testszenarien erfolgreich unter Beweis. Den anwesenden Nutzern fiel dabei vor allem die flexible Einsatzmöglichkeit des Gesamtsystems auf. Denn „IDAS-PRO” kann in vielen Bedrohungsszenarien unterstützen, beispielsweise auch beim Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS), industrieller Liegenschaften oder im militärischen Kontext. „Die gezeigten Ergebnisse sind sehr beeindruckend”, kommentierte ein…
Forschende der Universität Basel haben ein natürliches Enzym so verändert, dass es eine höchst anspruchsvolle chemische Reaktion katalysiert. Komplexe Moleküle für Arzneistoffe und Feinchemikalien könnten dadurch umweltfreundlicher und effizienter hergestellt werden. Katalysatoren gehören zu den wichtigsten Werkzeugen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren grünen Chemie. Sie beschleunigen chemische Reaktionen, machen sie effizienter und besser steuerbar. Dadurch können bei der Herstellung von verschiedensten Produkten Energie, Abfall und Kosten eingespart werden. Die Suche nach neuen Katalysatoren beschäftigt die Chemie durchgehend seit dem…
UKW setzt neue Maßstäbe in der zahnärztlichen Lehre– praxisnah, wissenschaftlich fundiert und zukunftsorientiertDie Zahnärztliche Prothetik am Uniklinikum Würzburg druckt Zähne, die den Studierenden eine neue, realistische, faire und kosteneffiziente Übungsmöglichkeit bieten. Die innovativen Übungszähne vereinen alle wichtigen Behandlungsschritte – von der Kariesentfernung über die Wurzelkanalbehandlung bis hin zur Kronenpräparation. Aktuelle wissenschaftliche Studien belegen den hohen Lerneffekt, die Akzeptanz bei Studierenden und den didaktischen Nutzen des universellen Übungszahns. Würzburg. Wer in Würzburg Zahnmedizin studiert, benötigt im Schnitt 300 Übungszähne, um die…
Forschende der RWTH untersuchen epigenetische Schalter im Gehirn am Mausmodell – Ergebnisse in Nature Communications veröffentlicht Wenn wichtige molekulare Schalter der Genregulation im Gehirn fehlen oder nicht mehr funktionieren, kann das gravierende Folgen für die Entwicklung eines Menschen haben – mit möglichen Folgen wie Schizophrenie, Autismus und Epilepsie. Forschende der RWTH haben nun im Mausmodell untersucht, welche Rolle das Enzym DNMT1 dabei spielt. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Ein Team um Professorin Geraldine Zimmer-Bensch fand…
Durch eine gestörte Mikroflora im Darm kann es zu vermehrtem Auftreten von Allergien und anderen Reaktionen des Immunsystems kommen. Ebenso sieht man eine Korrelation zu höherem Aufkommen von Autoimmunerkrankungen. All dies und die gestörte Darmschleimhautbarriere können die Resorption von Nährstoffen beeinträchtigen und zu Leistungsschwäche beitragen. Deshalb ist es wichtig, besonders im Sport auf den Darm und die Ernährung zu achten. Wie stille Entzündungen mit dem Sport, der Darm-Flora und der Ernährung zusammenhängen, darüber referiert Gast-Prof. Dr. Werner Seebauer, Dozent für…
Forschende der Universität Bern haben in Zusammenarbeit mit Forschenden aus Australien und Neuseeland einen bedeutenden Prozess im Labor nachgebaut, der es Organismen ermöglicht, Energie direkt aus der Luft zu gewinnen. Damit bestätigen sie, dass gewisse Organismen wie Bakterien tatsächlich nur von Luft leben können, ohne auf Sonnenlicht oder andere Energiequellen angewiesen zu sein. Die Erkenntnisse zeigen neue Möglichkeiten zur nachhaltigen Energiegewinnung auf. Wasserstoff kommt in unserer Atmosphäre nur als Spurengas vor, in einer Konzentration von 0.00005%. Die Konzentration bleibt dabei…
Berlin/Leipzig. Effiziente Öfen reduzieren nicht nur CO₂-Emissionen und schonen wertvolle Ressourcen, ihre Nutzung führt auch zu einer besseren Luftqualität in Innenräumen und reduziert potenziell die Gesundheitsrisiken insbesondere für Frauen. Das zeigt eine Studie des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS), Buana e.V. und Safer Rwanda, die jetzt in der Zeitschrift Scientific Reports des Nature-Portfolios veröffentlicht wurde. Die Studie vergleicht Luftqualität und Gesundheitseffekte bei effizienten Öfen und traditionellen Kochmethoden in ländlichen Gemeinden Ruandas. Sie wurde von atmosfair unterstützt, einer deutschen Klimaschutzorganisation, die CO₂-Kompensation mit Projekten wie…
Bonn, 25. Juli 2025 – Trotz unklarer Evidenzlage und entgegen nationaler sowie internationaler Leitlinien wird der sogenannte Fundusdruck in vielen Geburtskliniken weiterhin angewendet. Eine neue qualitative Studie im Rahmen des Forschungsprojekts „MAM-Care“ der Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Bonn (UKB) – in Kooperation mit der Universität Bonn und der Uniklinik Köln – untersucht erstmals systematisch, wie Frauen diese umstrittene geburtshilfliche Maßnahme subjektiv erleben. Beim Fundusdruck übt medizinisches Personal gezielten Druck auf den oberen Teil der Gebärmutter aus, um den Geburtsverlauf zu beschleunigen….