Gehirntumore sollen mithilfe von direkter Lichttherapie bekämpft werden – EIC-Pathfinder fördert internationale Kooperation mit rund 2,2 Millionen Euro. Gliome gehören zu den häufigsten Gehirntumoren. Sie sind nur schwer zu behandeln, da sie diffus sind und oft tief im Gehirn sitzen. In einem neuen EU-Projekt soll nun eine vielversprechende, innovative Methode zur Gliombehandlung untersucht und für den klinischen Einsatz vorbereitet werden. „Wir hoffen, dass wir mit unserer Forschung dazu beitragen, die Therapie von Gliomen wesentlich zu verbessern“, sagt die Koordinatorin des…
An der Universität Tübingen wurde erstmals der Wirkstoff Epifadin isoliert – Epifadin wird von bestimmten Bakterien in der Nase und auf der Haut des Menschen produziert, ist antibiotisch wirksam und der erste Vertreter einer bisher unbekannten Wirkstoffklasse. Forschende der Universität Tübingen haben einen neuartigen antibiotischen Wirkstoff in der menschlichen Nase entdeckt, der gegen krankheitserregende Bakterien eingesetzt werden könnte. Produziert wird das Molekül mit dem Namen Epifadin von bestimmten Bakterienstämmen der Art Staphylococcus epidermidis, die auf der Schleimhaut der Naseninnenwand vorkommen….
Neues mathematisches Modell zu genetischer Interaktion identifiziert Hauptregler in biologischen Netzwerken. Ein Forscherteam um den Berliner Mathematikprofessor Michael Joswig stellt ein neuartiges Konzept zur mathematischen Modellierung der genetischen Interaktion in biologischen Systemen vor. Gemeinsam mit Biolog*innen von der ETH Zürich und Carnegy Science (USA) wurden Hauptregulatoren im Kontext eines gesamten genetischen Netzwerkes identifiziert. Die Forschungsergebnisse liefern einen kohärenten theoretischen Rahmen zur Analyse biologischer Netzwerke und wurden in den „Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS) veröffentlicht. Gemeinsame Pressemeldung mit…
Forschende des KIT entwickeln Berechnungsmodell für verminderte Reifen-Fahrbahn-Geräusch-Emission. Den Straßenverkehr nehmen die deutschen Bürgerinnen und Bürger laut Umweltbundesamt als größte Lärmquelle wahr: 76 Prozent fühlen sich durch ihn gestört oder belästigt. Zum Schutz der Bevölkerung regeln EU-Richtlinien die Grenzwerte für Lärmemissionen, die schrittweise weiter verschärft werden. Um die neuen Grenzwerte auch unter realen Verkehrsbedingungen einhalten zu können, erschließen Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit Partnern aus Industrie, Verwaltung und Wissenschaft im Projekt TyRoN (steht für: Tyre Road Noise)…
Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel hat die erste globale Schätzung der Quecksilber-Emissionen aus hydrothermalen Quellen an den mittelozeanischen Rücken erstellt, die auf Messungen beruht. Dabei konnten die Forschenden zeigen, dass der größte Teil des im Ozean vorhandenen Quecksilbers seinen Ursprung in menschlichen Aktivitäten hat – und daher auch wieder reduziert werden kann. Ihre Ergebnisse sind jetzt im Fachjournal Nature Geoscience erschienen. Vor zehn Jahren haben sich die Vereinten Nationen darauf verständigt, die Quecksilberbelastung in…
BfG forscht zum Einsatz günstiger Luftqualitätssensoren für die Erfassung von Schiffsabgasen. Wie gut lassen sich Luftschadstoffe aus der Binnenschifffahrt mit sogenannter Low Cost Sensorik messen? Um diese Frage zukünftig beantworten zu können, startete in der BfG im September 2023 das vom BMDV geförderte Forschungsprojekt REIN. Darin wird die wissenschaftliche Vorarbeit geleistet, um möglicherweise zukünftig unter anderem Stickoxide, (Ultra-)Feinstaub und Rußpartikel in vergleichbarer Genauigkeit mit kostengünstigen Sensoren erfassen zu können. Für die Messung von Emissionen aus verschiedenen Verkehrssektoren, u.a. aus der…
– und besser bekämpfen. Das Universitätsspital Zürich, die Universität Zürich und das Diagnostikunternehmen Roche erweitern ihre Zusammenarbeit in der Krebsforschung. Im voll digitalisierten Morphomolecular Pathology Laboratory entwickeln sie Algorithmen, welche die Wirksamkeit von Immuntherapien weiter verbessern können. Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Ein grosser Schritt war die Entwicklung von Immuntherapien, die bei einigen Krebsarten auch in einem fortgeschrittenen Stadium mit grossem Erfolg eingesetzt werden. Eine bedeutende Zahl der Patientinnen…
Forschende des PSI haben einen überraschenden Kniff entdeckt, der die Einsatzmöglichkeiten des unter dem Kurznamen Botox bekannten Wirkstoffs Botulinumtoxin A1 in der Medizin erweitern könnte. Sie haben Antikörper-ähnliche Proteine entwickelt, die die Wirkung des Enzyms auf die Nervensignalübertragung beschleunigen. Damit könnte Botox zum Beispiel Schmerzen schneller lindern als bislang. Die Studie wurde jetzt im Magazin Nature Communications veröffentlicht. Botulinum Neurotoxin A1, besser bekannt unter dem Markennamen Botox, ist eigentlich ein Nervengift, das von Bakterien produziert wird. Grosse Bekanntheit erlangte es…
Forscherinnen und Forscher des Uniklinikums Würzburg zeigen in Nature Communications, wie Zellen vom Gehirn in den Darm wandern und so die Ausbreitung neurologischer Erkrankungen wie Parkinson vermitteln. Veränderungen im Darm können sich nicht nur auf die Verdauung, sondern auch auf die psychische Gesundheit und das Nervensystem auswirken. So weiß man heute, dass viele neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder Depressionen mit Problemen im Darm zusammenhängen. Mehrere Publikationen haben bereits gezeigt, dass Immunzellen aus dem Darm ins Gehirn wandern können….
Kaiserslauterer Physikern um Professor Dr. Herwig Ott ist es erstmals gelungen, Trilobiten-Moleküle direkt zu beobachten. Diese sehr großen Moleküle haben ihren Namen wegen ihrer Ähnlichkeit mit fossilen Trilobiten. Aufgrund ihrer Größe haben sie die größten elektrischen Dipolmomente aller bisher bekannten Moleküle. Die Forscher haben eine spezielle Apparatur genutzt, mit der sich diese fragilen Moleküle bei extrem niedrigen Temperaturen erzeugen lassen. Die Ergebnisse sind wichtig, um ihre chemischen Bindungsmechanismen zu verstehen, die sich von allen anderen chemischen Bindungen unterscheiden. Die Studie…
Internationales Forschungskonsortium erhält hochdotierte Horizon Europe Förderung für die Entwicklung von Impfstoffen gegen Marburg-Viren. Das multidisziplinäre europäische Konsortium MARVAX erhält in den nächsten vier Jahren 7,4 Millionen Euro für die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen gegen Marburg-Viren. Forschende aus Frankreich, Spanien und Deutschland werden neuartige Impfstoffkandidaten entwickeln, die in präklinischen Tiermodellen getestet und bis zu klinischen Studien der Phase I gebracht werden sollen. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) übernimmt die Koordination. Zu dem Konsortium gehören auch das Institut Pasteur (Frankreich),…
Wie sich die Industrie für günstige, leistungsfähige und nachhaltige Batterien positioniert. Eine neue Roadmap des Fraunhofer ISI zu Lithium-Ionen-Batterien konzentriert sich auf die Skalierungsaktivitäten der Batterieindustrie bis 2030 und betrachtet mögliche technologische Optionen, Ansätze und Lösungen für die Bereiche Materialien, Zellen, Produktion, Systeme und Recycling. In der Studie werden insbesondere drei Trends untersucht: Die Produktion von leistungsoptimierten, kostengünstigen und nachhaltigen Batterien. Der Markt für Lithium-Ionen-Batterien wächst weiter: Im Jahr 2023 könnte der globale Absatz erstmals die Marke von 1 TWh…
Bayreuther Wissenschaftlern stellen superharte multifunktionelle Kohlenstoffnitride her. In einer bahnbrechenden Forschungsarbeit haben Wissenschaftler lang gesuchte Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindungen synthetisiert und das Potenzial von Kohlenstoffnitriden als neue Klasse von superharten multifunktionellen Materialien erschlossen, die es mit Diamant aufnehmen könnten. Die Arbeit wurde nun in der Zeitschrift Advanced Materials veröffentlicht. Das Bayreuther Team Seit 1989, als in der Zeitschrift Science eine Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindung C₃N₄ mit außergewöhnlichen mechanischen Eigenschaften angekündigt worden war, die möglicherweise die Härte von Diamant übertreffen, arbeiten Forscher*innen weltweit an diesem Thema. Der…
Mittels Optogenetik haben Würzburger Forscher einen neuen Säuresensor in Pflanzenzellen nachgewiesen. Sie entdeckten zudem einen zellinternen Kalziumspeicher, wie sie im Journal „Science“ berichten. Wenn Pflanzen von Krankheitserregern infiziert werden, an Wassermangel leiden oder auf andere äußere Reize reagieren müssen, erhöhen sie als erstes die Protonen- und Kalziumkonzentration in den betroffenen Zellen. Die Protonen und Kalziumionen wirken dann wie Botenstoffe, die in der Zelle weitere Reaktionen anstoßen. Welche Wechselbeziehungen bei diesem Prozess zwischen Protonen und Kalziumionen herrschen, war bislang weitgehend unbekannt….
ETH-Forschende haben zusammen mit der Schweizer Firma ExoLabs ein KI-gestütztes Schneemesssystem entwickelt, das die Schneehöhe täglich und genauer als bisher bestimmen kann. Durch die Verwendung von Satellitenbildern kann die Schneehöhe sogar aktualisiert werden, ohne dass dafür neue Messdaten am Boden benötigt werden. Ein weiterer Vorteil der neuen Technologie ist, dass sie etwa Wintersportler:innen oder Kraftwerksbetreibern die Unsicherheit der Schätzung mitliefert. Wie viel Schnee liegt wo in den Bergen? Diese Frage ist für den Wintertourismus und Betreiber von Wasserkraftwerken gleichermassen relevant…
Forscherinnen spüren Vorläufer wasserstoffarmer Supernovae auf. Supernovae – Sternenexplosionen, die so hell sind wie eine ganze Galaxie – faszinieren uns seit jeher. Dennoch kommen wasserstoffarme Supernovae häufiger vor, als Astrophysiker:innen erklären können. Nun hat eine neue Assistenzprofessorin am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) eine entscheidende Rolle bei der Identifizierung der fehlenden Vorläufersternpopulation gespielt. Die Ergebnisse, die im Fachjournal Science veröffentlicht wurden, gehen auf ein Gespräch zurück, das die beteiligten Professorinnen vor vielen Jahren als Nachwuchswissenschafterinnen führten. Künstlerische Darstellung…