Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Das Sammeln von Müll in Ozeanen und Meeren ist sehr aufwendig und teuer. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) entwickelt in einem europäischen Kooperationsprojekt ein Robotersystem, das Abfall Unterwasser ortet und einsammeln kann. Dabei kommen Methoden des maschinellen Lernens zum Einsatz. In unseren Meeren und Ozeanen befinden sich aktuell zwischen 26 und 66 Millionen Tonnen Plastikmüll. Der größte Anteil davon liegt auf dem Meeresboden. Eine gewaltige Bedrohung für im Meer lebende Pflanzen und Tiere sowieso das ökologische Gleichgewicht der…
Nur wenig war bisher darüber bekannt, wie DNA über lange Zeiträume in Sedimenten überdauert. Ein internationales Team von Forschenden des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und anderer Einrichtungen in Deutschland, Australien, Portugal und Russland zeigt, dass alte menschliche und tierische DNA in kleinen „Hot Spots“ konzentriert ist, insbesondere in mikroskopisch kleinen Knochen- und Kotpartikeln. Durch die Entnahme von Mikroproben solcher Partikel können beträchtliche Mengen alter DNA von Menschen, zum Beispiel von Neandertalern und anderen Arten, gewonnen und in mikroskopischem…
Einem internationalen Forschungsteam gelang es, global wirkende Faktoren zu erkennen, die die Vielfalt der Formen und Funktionen von Pflanzen hervorrufen. Unter der Leitung der Universität Zürich, des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena sowie der Universität Leipzig, trugen die Forschenden weltweit Pflanzendaten zusammen und analysierten sie. Sie zeigten erstmalig für Merkmale wie Größe, Aufbau und Lebensspanne der Pflanzen, wie stark diese durch Klima- und Bodeneigenschaften bestimmt werden. Daraus abgeleitete Erkenntnisse könnten entscheidend sein, um Erdsystemmodelle hinsichtlich der Rolle von Pflanzenvielfalt zu…
Resonanzschwingungen am Matterhorn gemessen und simuliert. Das Matterhorn wirkt wie ein unverrückbarer, massiver Berg, der seit Tausenden von Jahren in der Landschaft über Zermatt thront. Eine Studie zeigt nun, dass dieser Eindruck täuscht. Ein internationales Forschungsteam hat nachgewiesen, dass das Matterhorn dauernd leicht in Bewegung ist: Der Gipfel schwingt in gut zwei Sekunden um wenige Nano- bis Mikrometer hin und her, angeregt durch seismische Wellen in der Erde. Diese werden durch natürliche Quellen wie die Gezeiten, die Meeresbrandung, den Wind,…
Seit 2005 wird alljährlich einem ausgewählten Bodentyp der Titel „Boden des Jahres“ verliehen. Verantwortlich dafür ist das Kuratorium für den Boden des Jahres, hinter dem die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG, eine der Trägerorganisationen der GeoUnion), der Bundesverband Boden (BVB) sowie der Ingenieurtechnische Verband für Altlastenmanagement und Flächenrecycling (ITVA) stehen. Boden des Jahres 2022 ist der Pelosol, ein schwerer Tonboden, der einerseits mäßig fruchtbar, andererseits aber auch schwer zu bearbeiten ist. Der Initiative „Boden des Jahres“ geht es vor allem darum,…
Wie lassen sich geologische Schichten abgrenzen, die sich im Zeitalter des Anthropozäns gebildet haben? Fachleute aus Geographie und Physik schlagen jetzt vor, Mikroplastik als Kennzeichen anthropozäner Schichten heranzuziehen. Das Team suchte in Bodenproben aus Flussauen nach mittelgroßen Kunststoffteilchen. Die Partikel finden sich in Schichten bis zu zwei Metern Tiefe – das liegt unterhalb der jüngsten Ablagerungen, die sich auf natürliche Weise seit den 1960er Jahren gebildet haben. Die Forschungsgruppe berichtet in der Wissenschaftszeitschrift „Science of the Total Environment“ über ihre…
Klima und Evolution: Flechten besiedeln alle Regionen der Erde, von den Polen bis zum Äquator. Es handelt sich um Lebensgemeinschaften von Pilzen und Algen zum beiderseitigen Vorteil. Dabei spielen die von den Pilzpartnern erzeugten Flechtenstoffe eine zentrale Rolle. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Bayreuth, der Universität Hohenheim und der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns hat jetzt herausgefunden, wie unterschiedliche Klimaverhältnisse die Eigenschaften von Flechtenstoffen und dadurch die Evolution sowie die globale Verbreitung von Flechten beeinflussen. In den „Ecology Letters“ stellen sie…
Deutschlandweite Studie … Insekten in Naturschutzgebieten sind stark mit Pestiziden belastet. Das zeigt eine aktuelle Studie unter Beteiligung der Universität Koblenz-Landau. Im Schnitt sind die Tiere mit 16 unterschiedlichen Pestiziden belastet. Keines der in Deutschland untersuchten Schutzgebiete war unbelastet, so ein weiteres Ergebnis der Studie, die am 16.12.2021 in der Fachzeitschrift „Scientific reports“ erscheint. Pestizide wurden bisher im Schutzgebietsmanagement nicht beachtet, Risikoanalysen fehlen und konventionell mit Pestizideinsatz bewirtschaftete Ackerflächen liegen mitten in Schutzgebieten und umranden diese. In den vergangenen drei…
Auf Basis von Satellitenbildern stellt eine interaktive Internetplattform den Zustand aller Wälder in Europa dar. Dafür orientiert sie sich an der Grünheit der Bäume. Seit kurzer Zeit können Nutzerinnen und Nutzer sich jetzt auch gezielt einzelne Länder und Zeiträume darstellen lassen, um mehr über den Zustand des Waldes zu erfahren. Das Daten- und Visualisierungstool wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) entwickelt. Das häufigere Auftreten extremer Klimabedingungen im Zuge des Klimawandels stellt eine Bedrohung für die Wälder…
Süßwasser aus Meereis verzögert die biologische Kohlenstoffpumpe um vier Monate. In den Sommermonaten driftet das Meereis der Arktis über die Framstraße in den Atlantik. Um das Drifteis herum bildet sich im Ozean durch das Schmelzwasser eine stabile Schicht auf dem salzigeren Meerwasser, die sich stark auf die biologischen Prozesse und Organismen auswirkt. Dies beeinflusst wiederum, wann Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufgenommen und gespeichert wird. Das hat ein Forschungsteam unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts mithilfe des FRAM Ozeanbeobachtungssystems herausgefunden. Die Ergebnisse erscheinen…
Expedition SO287-CONNECT mit der SONNE verfolgt biogeochemische Kreisläufe. Quer über den Atlantik transportiert eine große Strömung Meerwasser von Afrika in die Sargasso-See und bis in die Karibik. Die biogeochemischen Prozesse, die unterwegs ablaufen, sind bislang kaum erforscht. Ein internationales Team quert daher unter der Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel den Atlantik auf der Expedition „SO287-CONNECT“ mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE und nimmt dabei Tausende von Messungen vor – auch um zu klären, wie diese Prozesse mit dem Klimawandel…
Was Alexander von Humboldt vor 200 Jahren bereits vermutet hatte, konnte ein internationales Forscher*innen-Team nun bestätigen: Das ungewöhnliche Cali-Glas aus Kolumbien ist nicht durch einen Meteoriteneinschlag entstanden, sondern ist ein vulkanisches Glas. Glas ist ein Material, das in unserem täglichen Leben häufig vorkommt, aber auch in der Natur in Erscheinung tritt. Natürliches Glas existiert auf der Erde in verschiedenen geologischen Formen, hauptsächlich als vulkanisches Glas oder Obsidian (entsteht bei schneller Abkühlung von Lava und besitzt einen charakteristischen Wassergehalt von mehr…
Eine neue Forschungsgruppe unter Federführung des Fachbereichs Geographie der Philipps-Universität Marburg wird in den kommenden vier Jahren den sogenannten „Subsurface Stormflow“ (SSF) genauer erforschen. Was nach allerfeinstem Blockbuster-Kino klingt, sind in Wirklichkeit schnelle, unterirdische Wasserbewegungen in Mittel- und Hochgebirgen, die Einfluss auf die Qualität von Fließgewässern und Grundwasser haben und Erdrutsche sowie Hochwasser begünstigen können. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die FOR 5288/1 mit insgesamt über 4,8 Millionen Euro. Geographinnen und Geographen unterscheiden zwischen verschiedenen Formen von Wasserabflüssen. Unter dem…
Nachwachsende tropische Wälder erreichen nach 20 Jahren fast 80% der Fruchtbarkeit, Kohlenstoffspeicherung und Baumvielfalt von Urwäldern. Das zeigt eine internationale Studie, an der Florian Oberleitner vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck beteiligt war. Tropische Wälder werden mit einer alarmierenden Geschwindigkeit abgeholzt. Die gerodeten Flächen dienen meist der Landwirtschaft oder Weidehaltung und werden nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Auf dem verlassenen Land kann der Wald auf natürliche Weise nachwachsen und sogenannten Sekundärwald bilden. Eine Studie, die diese Woche in Science…
Geographen der FAU erforschen gemeinsam mit Geodäten der TU Dresden die Eisfelder Patagoniens. Sie sitzen in einem kleinen Polarflugzeug, fliegen über die riesigen Eisfelder Patagoniens. Die Reise an das Ende der Welt gehört – zumindest hin und wieder – zum Berufsalltag von Prof. Dr. Matthias Braun. Der Professor am Institut für Geographie der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg beobachtet, vermisst und erforscht Gletscher, Schelfeis, Hochgebirge und Polargebiete. Für seine aktuelle Messkampagne war er in der ersten Novemberhälfte mit dem Forschungsflugzeug Polar 5…
Die Universität Trier ist Teil eines Forschungsprojekts zur weltweiten CO2-Reduktion im Baugewerbe. Die Bauindustrie gehört zu den größten CO2-Produzenten weltweit. Allein die Zementherstellung verursacht etwa acht Prozent der globalen CO2-Emissionen. In einem von der EU geförderten Projekt erforschen Geologen der Universität Trier die Herstellung von Ökozement. Im Rahmen des Projekts CO2REDRES wird die Verwendung von CO2-armen industriellen Abfallstoffen in der Zementherstellung untersucht. Das Fach Geologie der Universität Trier übernimmt die Aufgabe, unterschiedlichste Sekundärrohstoffe aus der Großregion zu identifizieren, die vergleichbare…