Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Der Botanische Garten der Universität Ulm beteiligt sich in diesem Jahr am bundesweiten Projekt BioBlitz des Verbands Botanischer Gärten – und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können mitmachen. In der „Woche der Botanischen Gärten“ vom 14. bis zum 22. Juni heißt es: per App wilde Arten sammeln, bis das Smartphone glüht! Jede Beobachtung zählt. Der Botanische Garten bietet neben Workshops zur Funktion auch eine Vogelführung sowie Exkursionen in die naturnahen Habitate Wald, Wiese und Teich an. Da fliegt ein Tagpfauenauge…
Von Mastodonten über urzeitliche Nashörner bis zu Riesenhirschen: Große Pflanzenfresser prägen seit Millionen von Jahren die Landschaften der Erde. Eine neue Studie unter Leitung der Universität Göteborg mit Beteiligung von Forschenden aus dem Museum für Naturkunde Berlin und Spanien zeigt nun, wie diese Giganten auf tiefgreifende Umweltveränderungen reagierten – und wie ihre Ökosysteme es dennoch schafften, stabil zu bleiben, obwohl viele Arten verschwanden. Große Pflanzenfresser wie Elefanten oder Nashörner sind nicht nur eindrucksvolle Tiere – sie sind zentrale Ökosystemingenieure. Ihr…
Waldbrände könnten größere Bedeutung für Wolken und Klima haben als bisher angenommen Leipzig. Mit der Fluoreszenz-Lidar-Technik lässt sich nicht nur die Herkunft von Partikeln in der Atmosphäre besser bestimmen. Das Verfahren kann auch bisher praktisch unsichtbare Partikelschichten sichtbar machen. Das schlussfolgert ein Team vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) aus der Auswertung von 250 Stunden an Lidar-Messungen über Leipzig in den Jahren 2022 und 2023. Die Forschenden hatten dabei mehrfach sehr dünne Rauchschichten in großen Höhen beobachtet, die von Waldbränden…
Amphibien – die am meisten bedrohte Wirbeltierklasse der Erde – stehen unter enormem Druck, da bereits 41 Prozent aller Arten vom Aussterben bedroht sind. Eine neue Studie des Fachbereichs Biowissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt zeigt, dass zunehmende Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und Dürren die Krise weiter verschärfen und direkt mit dem Rückgang der Amphibienbestände zusammenhängen. Besonders betroffen sind Regionen wie Europa, das Amazonasgebiet und Madagaskar. Die Ergebnisse verdeutlichen die Dringlichkeit gezielter Schutzmaßnahmen, um die gefährdeten Arten und ihre Lebensräume zu erhalten….
Vom 9. bis 13. Juni wird Nizza zum Hotspot der internationalen Politik und Meereswissenschaft. Auf der dritten Ocean Conference der Vereinten Nationen (UNOC-3) treffen sich Vertreter:innen der UN-Mitgliedstaaten, Finanzinstitutionen, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen, indigene Gemeinschaften, zivilgesellschaftliche Akteure und natürlich Meeresforschende und Ozeanexpert:innen aus aller Welt. Auch vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen nehmen Wissenschaftler:innen an der hochkarätigen Konferenz teil und beteiligen sich unter anderem an Veranstaltungen auf dem Forschungsschiff METEOR und an der vorgeschalteten Wissenschaftskonferenz „One Ocean Science Congress“. Die…
Prähistorischer Raubfisch Otodus megalodon ernährte sich nicht nur von anderen Räubern an der Spitze der Nahrungskette – Zink-Vorkommen in Fossilien gibt Hinweise auf Beutetiere FRANKFURT. Der Megalodon war der größte Raubfisch, den die Erdgeschichte je sah: Mit bis zu 24 Metern war der Otodus megalodon länger als ein Lkw mit Anhänger, seine knapp 100 Tonnen Gewicht machten ihn mehr als doppelt so schwer. Das große Maul war mit handgroßen, dreieckigen Zähnen bestückt und konnte mit der Kraft einer hydraulischen…
Neue Studie zeigt mit Hilfe von Lipidomik und datenwissenschaftlichen Instrumenten, wie Meeresplankton auf veränderte Ozeanbedingungen reagiert In der Studie, die in Zusammenarbeit zwischen dem MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) durchgeführt wurde, wurden groß angelegte Datensätze zur großräumigen Verteilung planktonabgeleiteter Lipide im Ozean, die von der WHOI im Jahr 2022 veröffentlicht wurden, neu analysiert. „Diese Studie zeigt den Wert von Open Science“, sagt Erstautorin Dr. Weimin Liu vom MARUM….
Start einer internationalen Expedition vor der Küste von Neuengland (USA) 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, aber auch unter der Oberfläche fließt Wasser. Die meisten Küstengemeinden beziehen ihr Trinkwasser aus Grundwasserleitern an Land. Dass diese versalzen können, wenn Meerwasser in sie eindringt, ist seit langem bekannt. Umgekehrt wissen wir bisher nur wenig darüber, dass sich von der Küste aus Grundwasserleiter mit Süßwasser kilometerweit durch den Meeresboden ziehen. Obwohl Süßwasservorkommen im Meeresboden an vielen Orten der Welt vorkommen,…
Ein internationales Forschungsteam vom Museum für Naturkunde Berlin, aus Magdeburg und Paris hat erstmals Liegespuren mit Hautabdrücken von frühen Säugetierverwandten untersucht. Die 290 Millionen Jahre alten Spurenfossilien wurden vor über 100 Jahren im Tambacher Sandstein der berühmten Bromacker-Fossillagerstätte im UNESCO-Geopark Thüringen entdeckt und im Rahmen des laufenden BROMACKER-Forschungsprojekts neu erforscht. Diese geologisch ältesten Liegespuren von frühen Säugetierverwandten liefern einzigartige Erkenntnisse über eine reptilienartige Beschuppung sowie das Sozialverhalten unserer frühen Vorfahren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht. Was…
Forschende weisen mit ultrapräzisen Analysen Material des Erdkerns in Vulkangesteinen nach Die größten Goldreserven der Erde befinden sich nicht in Fort Knox, dem Goldlager der Vereinigten Staaten. Sie sind viel tiefer im Boden verborgen: Über 99,999 Prozent der globalen Vorräte an Gold und Edelmetallen liegen unter 3.000 Kilometer festem Gestein begraben, eingeschlossen im metallischen Kern der Erde und weit außerhalb der Reichweite der Menschheit. In Vulkangesteinen auf den Inseln von Hawaii haben Forschende der Universität Göttingen jedoch nun Spuren…
Studie der Universität Bonn sieht für Solarzellen auf Getreidefeldern oder Viehweiden großes Potenzial Zunehmend werden Photovoltaik-Anlagen nicht nur auf Dächern installiert, sondern auch im Freiland. Bei Bürgerinnen und Bürgern stößt das nicht immer auf Gegenliebe. Deutlich positiver wird hingegen die sogenannte Agrivoltaik (Agri-PV) bewertet, wie Forscher der Universität Bonn nun zeigen konnten. Bei ihr werden die Solarzellen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen angebracht – etwa auf Viehweiden oder als Überdachung von Weinreben. Laut einer Umfrage unter fast 2.000 Personen genießt diese…
Die zunehmende Erderwärmung verdoppelt oder verdreifacht das Risiko, dass mehrere sogenannte Kornkammern – also wichtige Anbauregionen der Welt – künftig gleichzeitig von extremer Hitze und Trockenheit erfasst werden. Das zeigt eine neue Studie der Klimaphysikerin Victoria Dietz vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg. Die Forschenden nutzten für die Studie eine große Anzahl Klimasimulationen, um die Häufigkeit von kombinierten Hitze- und Trockenheitsextremen in unterschiedlichen globalen Erwärmungsszenarien zu untersuchen. Sie stellten fest, dass zwei Grad Erderwärmung in zentralen Maisanbaugebieten…
Team der Leibniz Universität Hannover und der Universität Bonn weist nach, wann Blütenpflanzen in der Erdgeschichte aufgekommen sind Sie sind winzig klein und doch eine veritable erdgeschichtliche Quelle: Pollen sind meist gerade mal 20 Mikrometer also 0,02 Millimeter, groß. Anhand dieser Kleinstpartikel ist es nun einem Forschungsteam der Leibniz Universität Hannover (LUH) und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gelungen, das früheste Auftreten von Blütenpflanzen, so genannten Angiospermen, deutlich zu präzisieren. Ging man bislang davon aus, dass zweikeimblättrige Blütenpflanzen, die Eudikotyledolen, erstmals…
Joint FAO/IAEA Centre of Nuclear Techniques in Food and Agriculture, Wien, und Universität Gießen gründen Kooperationszentrum für Agroökologie und Klimafolgenforschung Wie wirkt sich der Klimawandel auf Agrarökosysteme aus, welche Anpassungen sind nötig? Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) als eine der führenden deutschen Hochschulen im Bereich der Umwelt- und Agrarwissenschaften trägt zum besseren Verständnis komplexer Zusammenhänge bei: Im Mittelpunkt eines Forschungsschwerpunkts steht hier die Entwicklung innovativer Strategien, um landwirtschaftliche Produktivität auch unter den Bedingungen des Klimawandels zu sichern – ressourcenschonend und umweltverträglich….
Alaska: Innsbrucker Team entdeckte und analysierte 20.000 Jahre alte Gesteinsablagerungen Paul Wilcox, Geologe an der Universität Innsbruck, entdeckte erstmalig landbasierte Belege für Schmelzwasserimpulse während der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren. Das Alter der Höhlensedimente wurde mit Hilfe optischer Datierungsmethoden bestimmt. Die aus den Sedimenten gewonnenen Daten tragen entscheidend dazu bei, die Abfolge der Klimaereignisse, die damals zu einer Erwärmung des Planeten führten, zu rekonstruieren. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht. Vor etwa 20.000 Jahren erreichte das…
Damit Honigbienen erfolgreich überwintern, müssen einige Faktoren zusammenspielen. Forschende der Universität Würzburg haben nun einen entscheidenden identifiziert: Je vielfältiger die Nahrung, desto größer die Überlebenschancen. Gerade in gemäßigten Klimazonen stellt der Winter für Honigbienenkolonien eine große Herausforderung dar. Um ihr Überleben zu sichern, müssen die Tiere die passende Temperatur im Bienenstock aufrechterhalten und die nächste Generation Arbeiterinnen heranziehen. Von entscheidender Bedeutung ist außerdem die Verfügbarkeit von Blütenpollen als Nahrung. Dabei kommt es nicht nur auf die reine Menge an. Wie…