Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Expedition nach Indonesien erforscht Hangrutschung des Anak-Krakatau. Vulkanausbrüche und Hangrutschungen haben das Potential zerstörerische Tsunamiwellen auszulösen. Um besser zu verstehen, welche Anzeichen einem Kollaps vorausgehen und gefährdete Vulkanregionen zu identifizieren, untersucht Professorin Dr. Morelia Urlaub vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel mit ihrem Team Inselvulkane auf der ganzen Welt. Auf ihrer jüngsten Expedition mit dem Forschungsschiff SONNE sammelt sie derzeit Daten am Anak Krakatau in Indonesien. Die Westflanke des Anak Krakatau rutschte im Dezember 2018 ins Meer. Der Tsunami, der…
Forschende der Universität Regensburg untersuchen Effekte von Insektiziden auf Nützlinge. Forschende der Universität Regensburg zeigen in einer neuen Studie, dass nicht tödlich wirkende Mengen von Insektiziden verschiedener Wirkstoffklassen negative Effekte auf parasitische Wespen haben können. Die Ergebnisse der Studie wurden vor kurzem in der renommierten Fachzeitschrift „Environmental Toxicology and Chemistry“ veröffentlicht (https://doi.org/10.1002/etc.5721). Parasitische Wespen werden bei der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt und helfen als natürliche Gegenspieler anderer Insekten bei der Aufrechterhaltung ökologischer Gleichgewichte. Wurden sie mit nicht tödlichen Insektizid-Dosen behandelt, so…
Nanopartikel filtern Östrogenmoleküle aus Wasser. Wird Rost ins Wasser geschüttet, wird es normalerweise schmutziger. Forscher/-innen der FAU haben spezielle Eisenoxid-Nanopartikel entwickelt, die es tatsächlich sauberer machen, sozusagen „intelligenter Rost“. Dieser Rost kann je nach Beschichtung der Partikel viele Stoffe anziehen, darunter Öl, Nano- und Mikroplastik sowie das Herbizid Glyphosat. Und weil die Nanopartikel magnetisch sind, können sie mit einem Magneten ganz einfach zusammen mit den Schadstoffen aus dem Wasser entfernt werden. Jetzt berichtet das Forschungsteam, dass sie die Partikel so…
Juli brachte die heißesten drei Wochen aller Zeiten. Forschende des KIT veröffentlichen Bericht über diesjährige Temperaturrekorde auf der Nordhalbkugel – Hitze-Hotspot in Europa war mit Abstand Italien. Die ersten drei Wochen des Monats Juli 2023 waren global betrachtet der bis jetzt heißeste Drei-Wochen-Zeitraum. In Deutschland waren in den Sommermonaten 2023 doppelt so viele Menschen täglich Temperaturen von 35 Grad Celsius und höher ausgesetzt als im Mittel der Jahre 1980 bis 1999. Dies geht aus einer nun am Karlsruher Institut für…
Forschende des SLF haben detailliert Schneehöhen auf einer grossen Fläche kartiert. Das neue Verfahren liefert wichtige Grundlagedaten. Es muss nicht immer der Laser sein, manchmal genügt auch ein Fotoapparat. Forschende des SLF haben jetzt das Paradigma widerlegt, die Höhe der Schneedecke liesse sich aus der Luft lediglich mit Hilfe von Laserscannern genügend genau bestimmen, sagt Yves Bühler, Leiter der Forschungsgruppe Alpine Fernerkundung am SLF: «Wir waren selbst überrascht, dass wir Schnee mit Hilfe von Fotos aus dem Flugzeug in sehr…
Mit dem Einsatz von Drohnenbildern und Künstlicher Intelligenz (KI) haben Wissenschaftler:innen vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen eine Methode entwickelt, mit der jeder Baum in einem Wald beschrieben und seine Höhe und Durchmesser geschätzt werden können. Mithilfe dieser Methode wird es einfacher, biologische Inventare von Wäldern wie beispielsweise Mangroven zu erstellen und ihre gespeicherten Kohlenstoffvorräte zu bestimmen. Die Studie erschien kürzlich in der Fachzeitschrift „Remote Sensing“. Mangrovenwälder können große Mengen an CO2 und anderen Klimagasen als organisches Material…
Thomas Frölicher verbindet seine Freude an Mathematik mit der Liebe zur Natur und entwickelt Klimamodelle, um Auswirkungen von Treibhausgasen auf die Ozeane zu berechnen. Was macht das Plakat zum Kinderbuch «Globi und die Energie» an der Türe zum Büro von Thomas Frölicher? «Die Autoren haben mich für ein Fact-Checking angefragt. Natürlich habe ich zugesagt.» Der Professor für Klima- und Umweltphysik, der auch als leitender Autor an den Uno-Klimaberichten beteiligt ist, ist sich für die Mitarbeit an Kinderbüchern nicht zu schade….
Können Tiny Forests die grüne Infrastruktur in Berlin ergänzen? Eine Masterarbeit gibt Antworten. Das Wiederaufforstungskonzept Tiny Forest stammt ursprünglich von dem japanischen Pflanzenbiologen Akira Miyawaki. Auf kleiner Fläche ab 100 qm werden sogenannte Miniwälder dicht mit standortgerechten Baum- und Straucharten bepflanzt. Durch die hohe Pflanzdichte treten die Pflanzen in Konkurrenz und wachsen sehr schnell in die Höhe, sodass in sehr kurzer Zeit ein kleines Ökosystem entsteht. Sina Franke hat an der TU Berlin Stadtökologie studiert und in ihrer Masterarbeit untersucht,…
Neues Projekt für eine nachhaltige Ernährung kleiner Wiederkäuer in Zeiten des Klimawandels. Im Rahmen des neuen Agroforst-Demonstrationsvorhabens „FuLaWi“ entwickelt ein multidisziplinäres Konsortium aus Wissenschaft, Praxis und Beratung Nutzungskonzepte für Laub aus Agroforstsystemen. Ziel des Projektes ist es, eine ganzjährige, artgerechte Ernährung für kleine Wiederkäuer zu ermöglichen, um die Verdaulichkeit und Mineralstoffversorgung zu verbessern sowie die Methanemissionen zu reduzieren. Das Projekt mit dem vollen Titel „Nutzungs- und Konservierungsverfahren für Futterlaub aus Agroforstsystemen zur Verbesserung der Nährstoffversorgung und Reduktion von Methanemissionen bei…
Ein neues Modell hilft bei der Bewertung. Simulationen des Deutschen GeoForschungsZentrums zeigen, wie sich die chemische Qualität des Grundwassers im ghanaischen Pra-Becken entwickelt. Der Ansatz kann auf andere Gebiete übertragen werden. Das hydrogeochemische Modell für das Einzugsgebiet nutzt kombinatorische inverse geochemische Simulationen, um die chemische Entwicklung des Grundwassers entlang eines hypothetischen Fließweges zu erklären. Damit konnte eine Mineralzusammensetzung ermittelt werden, die sehr gut mit den Feldbeobachtungen übereinstimmt. Aufgrund zunehmender Verschmutzung der Flüsse spielen die Grundwasserressourcen eine entscheidende Rolle in der…
Eine ETH-Forscherin erstellt das erste Modell, das die Koexistenz von Mensch und Bär in einer Nationalparkregion Italiens auf einer Landkarte abbildet. Als Werkzeug für die Praxis identifiziert das Modell Massnahmen und Gebiete, die vorrangig sind für die Förderung der Koexistenz von Mensch und Bär. Das Modell wird auf den Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise angewendet, kann aber auch für andere Regionen und Grossraubtiere genutzt werden. Keine zwei Fahrstunden von der Millionenstadt Rom entfernt lebt noch immer Meister Petz. Etwa 70…
Mit Methoden des sogenannten Geoengineering könnte das Klima theoretisch künstlich beeinflusst und abgekühlt werden. Berner Forschende haben nun untersucht, ob man mit einer künstlichen «Abdunkelung der Sonne» das Abschmelzen des westantarktischen Eisschildes verhindern könnte. Die Resultate zeigen, dass die künstliche Beeinflussung nicht ohne Dekarbonisierung auskommt und hohe Risiken mit sich bringt. Gibt es eine Notlösung, mit der sich der Klimawandel aufhalten liesse? Unter dem Begriff Geoengineering werden technische Methoden, die das Klima künstlich beeinflussen, seit längerem diskutiert. Allerdings wurden sie…
Maiswurzeln sondern bestimmte Stoffe ab, die die Qualität des Bodens beeinflussen. In bestimmten Feldern steigert dieser Effekt den Ertrag von Weizen, der nach dem Mais im selben Boden angepflanzt wird, um mehr als 4 %. Dies konnten Forschende der Universität Bern nachweisen. Die Erkenntnisse aus mehreren Feldexperimenten zeigen zwar, dass solche Effekte stark variabel sind, aber dass sie langfristig doch dazu beitragen könnten, den Anbau von Getreide ohne zusätzlichen Dünger oder Pestizide nachhaltiger zu gestalten. Pflanzen produzieren eine Fülle von…
Extreme Hitze und langanhaltende Dürren, anderswo Überflutungen: Insgesamt schwankt die kontinentale Wassermenge so stark, dass es auch zu deutlichen Fluktuationen des globalen Meeresspiegels kommt. Forschende der Geodäsie an der Universität Bonn haben durch die Kombination aus dem hydrologischen Modell WaterGAP mit GRACE-Satellitendaten einen neuen Datensatz erstellt, der die zeitlichen Veränderungen der Gesamtwasserverteilung auf den Landflächen der Erde über die vergangenen 20 Jahre genauer als alles bislang dagewesene darstellt. Die Ergebnisse werden nun im Journal of Geodesy vorgestellt. “Mit der neuen…
MARUM-Forschungsfahrt mit der METEOR startet. Hydrothermalsysteme in der Tiefsee, die wegen ihres charakteristischen Aussehens auch Schwarze Raucher genannt werden, sind ein Hotspot des Lebens. Die Schlote sind oft die einzige Nahrungsquelle, darum bilden sich hier Symbiosen zwischen Tieren und Mikroorganismen. Hydrothermalsysteme gibt es auch in flacheren Gewässern. Nahrungsknappheit gibt es nicht, weil Licht verfügbar und damit Photosynthese möglich ist. Dennoch gibt auch hier Mikroorganismen, die darauf spezialisiert sind, die Energie aus dem Inneren der Erde zu nutzen. Wie solche Hydrothermalsysteme…
In den 1980er-Jahren hat die Elbmündung aufgrund der Schwermetallbelastung ihre Funktion als Mündungsfilter weitgehend verloren. Nach Jahrzehnten konnte sie sich davon erholen, hat ein Team um die Doktorandin Louise Rewrie vom Helmholtz-Zentrum Hereon durch Messung von Kohlenstoff und anderen Parametern herausgefunden. Erst seit wenigen Jahren laufen die biochemischen Prozesse in der Elbmündung wieder natürlich ab. Die Ergebnisse erschienen jüngst in der Zeitschrift Limnology and Oceanography. Flussmündungen können sich von langjähriger Verschmutzung erholen, wenn man ihnen die Zeit dafür gibt. Das…