Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Ein Team der Universität Freiburg hat eine Drohne gebaut, die Bienen über eine Strecke von mehr als 100 Meter verfolgen und filmen kann. Die Daten sollen Informationen über das Verhalten von Insekten in ihrer natürlichen Umgebung liefern. Dafür entwickelten die Forschenden eine neue Tracking-Technologie. Unser Verständnis davon, wie Insekten sich in ihrer natürlichen Umgebung verhalten, ist stark begrenzt. Das liegt unter anderem an technologischen Schwierigkeiten bei dem Versuch, die Bewegungen etwa von Bienen nachzuverfolgen und aufzunehmen. Ein Forschungsteam der Universität…
Fernerkundung macht Veränderungen der Erdoberfläche frühzeitig und umfassend sichtbar. Doch nicht jede Technologie ist für alle praktischen Anwendungen geeignet. Forschende der Hochschule Anhalt haben gemeinsam mit Partnern aus der Praxis ein neues multispektrales Messsystem für Flugzeuge entwickelt. Das technische Auge schließt eine Lücke zwischen einfachen und komplexen Lösungen. Vom Umweltmonitoring bis zum 3D-Stadtmodell Entstanden ist ein Prototyp mit sechs hochauflösenden Kameras, die bei Flughöhen von 1000 Metern Aufnahmen mit einer Genauigkeit von 10 Zentimetern erreichen. Die Kameras sind mit verschiedenen…
Eine neue Studie in der Fachzeitschrift Environmental Science & Technology zeigt, dass die Freisetzung von Kohlendioxid (CO2) aus arktischen Böden durch die Verfügbarkeit von Kalzium deutlich reduziert wird. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) leitete die Studie, die das Potenzial von Calcium zur CO2-Bindung in mineralischen Strukturen aufzeigt. Untersucht wurden Böden in Alaska, die entweder arm oder reich an Calcium sind. Die Untersuchungen ergaben, dass eine Erhöhung des Calciumgehalts die CO2-Emissionen deutlich reduziert: Bei calciumarmen Böden um 50 Prozent und bei…
Erdwärmeheizungen für Einfamilienhäuser nutzen schon den flachen Untergrund als Quelle oder Speicher für Wärme. Doch will man die Wärmeversorgung von Städten nachhaltig gestalten, gilt es tiefere geologische Strukturen zu verstehen und zu nutzen, wie es in München und Paris schon passiert. Einen wichtigen Schritt für Bochum macht nun das Projekt »VESTA CONTRAST«. Es kartiert ein rund 5 Kilometer langes Stück des Untergrundes in Bochum und Witten bis in Tiefen von maximal 2000 Metern nach dem Echolot-Prinzip. Die Ergebnisse werden bei…
Versuche am KIT zeigen, dass sich Fluorpolymere in der Hausmüllverbrennung nach europäischen Standards nahezu rückstandsfrei abbauen. Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, kurz PFAS, finden sich in unzähligen Produkten und damit auch im Hausmüll. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben gemeinsam mit internationalen Partnern untersucht, welchen Anteil die Abfallverbrennung an der Freisetzung dieser Verbindungen hat. Ihre Versuche in der Verbrennungsanlage BRENDA am KIT ergaben, dass eine Verbrennung bei den in europäischen Anlagen üblichen Temperaturen und Verweilzeiten die Fluorpolymere nahezu vollständig…
Meereswissenschaftliche Untersuchungen in der Lübecker Bucht. Gestern startete das Forschungsschiff ALKOR zu einer Expedition in die Lübecker Bucht: Untersucht werden soll vor Ort, wie sich die Munitionsbergung auf die Meeresumwelt auswirkt. Vor vier Wochen ist in den Gebieten Haffkrug und Pelzerhaken mit der Pilotbergung von Weltkriegsmunition begonnen worden. Die Arbeiten werden vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel wissenschaftlich begleitet. Seit Mitte September läuft die Pilotbergung von Munitionsaltlasten in der Lübecker Bucht. Drei professionelle Bergungsunternehmen holen im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstmals…
100.000 Euro DBU-Gelder für automatisierten Nähroboter Osnabrück. Die goldenen Zeiten der Nähindustrie mit vielen Standorten in Deutschland und Europa liegen schon eine Weile zurück. Billiglohnländer in Asien statt Europa wurden die neuen Produktionsstätten vieler Unternehmen. Das Startup Adotc aus Berlin will diese Entwicklung nun umkehren – und setzt dabei auf Digitalisierung: Vollautomatisierte Nähroboter sollen einer Wiederansiedlung der Nähindustrie in Europa den Weg ebnen – und dabei zugleich Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) einsparen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das…
Die Ökosysteme von Tiefseekorallen im östlichen Pazifik sind wahrscheinlich zweifach bedroht: Warmes Wasser von oben und extrem kaltes Wasser von unten führt zu massiven Korallenbleichen und vermehrtem Absterben. Das Wichtigste in Kürze: Forschende dokumentieren eine unerwartete Korallenbleiche in einem Kaltwasserkorallenriff im Ostpazifik, die bereits zu einer hohen Korallensterblichkeit führte. Im Gegensatz zu vielen anderen Korallenbleichen wurde diese durch extrem kaltes Wasser verursacht. Häufigere und intensivere El Niño-/La Niña-Ereignisse könnten zukünftig eine erhebliche Bedrohung für die tiefen Korallenriffe in der Region…
Die zweite von sechs geplanten TRANSFORMERS-Expeditionen ist unterwegs. Mit der METEOR-Ausfahrt M204 hat die zweite von sechs Expeditionen im Rahmen des Projekts TRANSFORMERS begonnen. Unter der Leitung von Professor Dr. Ingo Grevemeyer vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel untersucht das Forschungsteam die Oceanographer Transform-Verwerfungszone südwestlich der Azoren. Ziel der Expedition ist es, neue Erkenntnisse über die seismische Aktivität und die geologischen Prozesse an dieser bislang wenig erforschten Plattengrenze zu gewinnen. Die Oberfläche unseres Planeten ist geprägt von großen tektonischen Platten,…
Die Lichtverschmutzung hat größere Ausmaße als gedacht: Nachtfalter verlieren nicht nur direkt unter Straßenlampen die Orientierung. Ihr Flugverhalten ist auch außerhalb der Lichtkegel gestört. Die zunehmende Nutzung von künstlichem Licht in der Nacht gehört zu den dramatischsten menschengemachten Veränderungen auf der Erde. Straßenlampen und beleuchtete Gebäude verändern die Umwelt für nachtaktive Tiere maßgeblich. Die Wissenschaft hat die Lichtverschmutzung als eine der Ursachen für den starken Insektenschwund der vergangenen Jahre ausgemacht: Viele nachtaktive Insekten fliegen zu den künstlichen Lichtquellen und umkreisen…
Pflanzen können noch geringste Spuren des wichtigen Nährstoffs Kalium aus dem Boden holen. Wie sie das schaffen, beschreibt ein Team um den Würzburger Biophysiker Rainer Hedrich in „Nature Communications“. Kalium gehört zu den Nährstoffen, die von Pflanzen in größeren Mengen benötigt werden. Im Boden kann die Menge von Kalium aber stark schwanken: Kaliumarme Böden können bis zu tausend Mal weniger von diesem Nährstoff enthalten als kaliumreiche Böden. Um flexibel auf diese Unterschiede reagieren zu können, haben Pflanzen Mechanismen entwickelt, mit…
EU-weites Forschungsprojekt BELIS: Innovative Geschäftsmodelle für effiziente Züchtung von Körner- und Futterleguminosen. BELIS steht für Breading European Legumes for Increased Sustainability. Das von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon Europe geförderte Projekt läuft seit einem guten Jahr. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der europäischen Leguminosenzüchtungsaktivitäten und -produktion zu steigern. Im Fokus stehen die Entwicklung effizienter Züchtungsinstrumente, eine Optimierung der wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen sowie die Sicherung eines intensiven Innovations- und Wissenstransfers über eine Plattform…
Südafrika verbessert Elektroschrott-Management mit Unterstützung der Empa. Die Regierung von Südafrika hat im Sommer 2024 ein Strategiepapier zum Management von Elektroschrott herausgegeben, das in Zusammenarbeit mit der Empa erarbeitet wurde. Damit erlässt das Land erstmals einheitliche Richtlinien zur fachgerechten und sicheren Handhabung von Elektroabfällen. Die Zusammenarbeit ist Teil eines vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) finanzierten Programms. Elektroschrott kann eine erhebliche Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen, denn es enthält häufig giftige Stoffe, etwa die Schwermetalle Quecksilber und Cadmium. Zugleich sind…
Wie der Klimawandel Schadstoffe im Meer beeinflusst. Giftige Spurenelemente wie Blei, Quecksilber, Arsen oder Cadmium kommen in Küstenmeeren in kleinen Mengen natürlich vor. Eine bedeutend größere Menge wird durch menschliche Einflüsse wie Industrie und Landwirtschaft freigesetzt. Wie sich der Klimawandel auf die Verteilung und Ablagerung dieser Elemente bereits auswirkt und in Zukunft auswirken könnte, hat jetzt eine Studie untersucht. Ein Ergebnis: Klimabedingte Naturereignisse setzen vermehrt Schadstoffe frei, die die Gesundheit von Menschen und Tieren gefährden. Noch gibt es aber zu…
Stürme, Überschwemmungen, Waldbrände und steigende Temperaturen verändern zunehmend die Erdoberfläche. Die Folgen: auftauende Permafrostböden, ausgetrocknete Seen, Hangrutsche. Eine wichtige Frage dabei ist: Welche Rolle spielt der Mensch in diesen Prozessen und wie werden sich diese Veränderungen in der Zukunft entwickeln? Mit genau dieser Frage befassen sich etwa 120 Expert:innen vom 9. bis 12. Oktober 2024 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geomorphologie, die zum 50. Mal von der Universität Leipzig ausgerichtet wird. Prof. Dr. Christoph Zielhofer, erläutert im Interview,…
WMO-Bericht zu Weltwasserressourcen: Dritter Bericht über Zustand der globalen Wasserressourcen veröffentlicht / Rekordverdächtig niedrige Wasserstände im Mississippi- und im Amazonasbecken. Das Jahr 2023 war nicht nur von einer beispiellosen Hitze geprägt, sondern auch von großer Trockenheit in vielen Teilen der Erde, während es andernorts zu Überschwemmungen kam. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat zum dritten Mal ihren Bericht über den Zustand der globalen Wasserressourcen vorgelegt. Den Angaben zufolge war 2023 das trockenste Jahr der vergangenen 33 Jahre, gefolgt von den…