Anhand des ausgestorbenen Atoms Niob-92 konnten ETH-Forscherinnen Ereignisse im frühen Sonnensystem genauer datieren als zuvor. Die Studie kommt auch zum Schluss, dass in der Geburtsumgebung unserer Sonne Supernova-Explosionen stattgefunden haben müssen, welche das äussere und das innere Sonnensystem verschieden prägten. Hat ein Atom eines chemischen Elementes einen Überschuss an Protonen oder Neutronen, wird es instabil. Diese zusätzlichen Teilchen werden dann unter Abgabe von Gammastrahlung umgewandelt, bis der Atomkern stabil ist. Niob-92 (92Nb) ist ein solch instabiles Atom, das Fachleute auch…
Ein digitaler Zwilling der Erde soll künftig das Erdsystem simulieren. Er könnte die Politik dabei unterstützen, geeignete Massnahmen zum Schutz vor Extremereignissen zu treffen. Ein Strategiepapier von europäischen Forschenden und ETH-Informatikern zeigt, wie das zu erreichen ist. Um bis 2050 klimaneutral zu werden, hat die Europäische Union zwei ehrgeizige Programme gestartet: «Green Deal» und «Digital Strategy». Als eine Schlüsselkomponente für die erfolgreiche Umsetzung haben Klimawissenschaftler und Informatiker die Initiative «Destination Earth» lanciert, die Mitte dieses Jahres starten wird und bis…
Während der Eiszeiten sinkt der Meeresspiegel, weil viel Wasser in den riesigen Festlandgletschern gespeichert ist. Rechenmodelle konnten die Höhe des Meeresspiegels und die Dicke der Gletschermassen für die letzten Eiszeiten aber nicht miteinander in Einklang bringen. „Problem des fehlenden Eises“ gelöst Während der Eiszeiten sinkt der Meeresspiegel, weil viel Wasser in den riesigen Festlandgletschern gespeichert ist. Rechenmodelle konnten die Höhe des Meeresspiegels und die Dicke der Gletschermassen für die letzten Eiszeiten aber nicht miteinander in Einklang bringen. Mit neuen Berechnungen…
Tübinger Forschungsteam untersucht, wie natürliche „Teppiche“ Böden gegen das Wegschwemmen durch Regen schützen Durch Erosion gehen jährlich weltweit Milliarden von Tonnen an wertvollem Boden verloren, vieles davon lagert sich in Gewässern ab, die dadurch versanden oder verschlammen. Die in Deutschland gemessenen Bodenverluste reichen von 1,4 bis 3,2 Tonnen pro Hektar und Jahr, bei Extremwetter können es bis zu fünfzig Tonnen sein. Einen Schutzschirm gegen die Erosion bieten biologische Bodenkrusten, wie ein Forschungsprojekt von Geowissenschaftlern an der Universität Tübingen zeigt. Diese…
Eine neue Studie macht neun Großwetterlagen ausfindig, die zu extremen Niederschlägen in der Mittelmeerregion führen. Das Wissen über die neuen Zusammenhänge könnte Meteorologen künftig helfen, extremen Regen bis zu drei Wochen im Voraus besser vorherzusagen. Die Forschenden der TU Bergakademie Freiberg und des European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF, UK) präsentieren die Ergebnisse in einer aktuellen Fachpublikation. Was extremer Dauerregen anrichten kann erfahren Menschen in Ländern rund um das Mittelmeer schon heute: Überflutungen und Erdrutsche verstopfen die Kanalisation oder…
Wissenschaftliche Bohrexpedition „ArcOP“ erforscht das Klima im Arktischen Ozean Der Arktische Ozean spielt eine Schlüsselrolle für den globalen Klimawandel. Eine internationale Expedition, die das European Consortium for Ocean Research Drilling (ECORD) für August 2022 plant, hat genau diese Region zum Ziel. Kooperationspartner ist das Swedish Polar Research Secretariat (SPRS). Die Fahrt im Rahmen des International Ocean Discovery Program (IODP) trägt den Titel „Arctic Ocean Paleoceanography“, kurz „ArcOP“. Geleitet wird die Expedition von Prof. Kristen St. John (James Madison University, USA)…
Wie Eismassenänderung die Erde deformiert Auf 79° nördlicher Breite liegt der Nioghalvfjerdsbræ. Forscherinnen und Forscher der TU Dresden und der TU Dänemark erzielten bei Untersuchungen in Nordost-Grönland, im Gebiet dieses gewaltigen Ausflussgletschers, der eine mehr als 70 km lange schwimmende Gletscherzunge ausbildet, bemerkenswerte Ergebnisse über die Veränderungen der regionalen Eismassen zwischen 2010 und 2017. Ihre aktuelle Studie veröffentlichte die Gruppe um Maria Kappelsberger im Journal of Geophysical Research: Earth Surface (JGR). Neuartige Kombination von Satellitenverfahren Basis der Analyse sind die…
Über 40 Jahre war das Forschungsschiff POSEIDON am GEOMAR in Diensten der Meeresforschung unterwegs, ehe es Ende 2019 außer Dienst gestellt wurde. Die Erlöse aus dem Verkauf des Forschungsschiffes in Höhe von 1,2 Mio. Euro stellt das Land Schleswig-Holstein jetzt dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel zur Verfügung. Damit wird ein neues autonomes Unterwasserfahrzeug (AUV) entwickelt, das dann ebenfalls unter dem Namen POSEIDON auf Forschungsmission gehen soll. POSEIDON ist für die Kieler Meeresforschung ein traditionsreicher Name. Schon 1902 wurde das…
AWI-Geowissenschaftler stellen mit neuen Eiszeit-Befunden bisherige Vorstellung vom Arktischen Ozean auf den Kopf Der Arktische Ozean war in den zurückliegenden 150.000 Jahren mindestens zweimal flächendeckend von mehr als 900 Meter dickem Schelfeis bedeckt und enthielt in dieser Zeit ausschließlich Süßwasser. Diese überraschende Aussage ist das Ergebnis langjähriger geowissenschaftlicher Untersuchungen, über die Forschende des Alfred-Wegener-Instituts und des MARUM in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature berichten. Die Wissenschaftler konnten anhand von Ablagerungen am Meeresboden belegen, dass die nördlichen Meere – der…
Analog-Untersuchungen auf der Erde liefern neue Erkenntnisse Die Beschaffenheit der Marsoberfläche ist Gegenstand von Untersuchungen, die sich vor Ort nicht immer einfach gestalten: Analog-Untersuchungen in Regionen auf der Erde, die den Bedingungen auf dem Mars nahekommen, lassen aber neue Schlüsse zu. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung von Christian Köberl, Professor für Planetare Geologie und Impaktforschung an der Universität Wien, hat so auf der Basis von Untersuchungen in der Antarktis eine neue Hypothese über die Ursachen von Erdrutschen auf dem Mars…
Im Rahmen einer neuen Studie fanden Forscher der EPFL und der ETH Zürich eine mögliche Erklärung für das sogenannte Unglück am Djatlow-Pass, bei dem 1959 im Uralgebirge neun Ski-Wanderer unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen. Um ihren Tod ranken sich viele Mythen und Theorien, vom mörderischen Yeti bis hin zu militärischen Geheimexperimenten. Als EPFL-Professor Johan Gaume Anfang Oktober 2019 einen Anruf mit unbekannter Nummer erhielt, ahnte er wohl kaum, dass er bald tief in eines der grössten Rätsel in der…
Polarstern kann auch zu Pandemiezeiten Expeditionen durchführen – Forschende sammeln wichtige Langzeitdaten für Klimavorhersagen Das Alfred-Wegener-Institut nimmt die Herausforderung an, unter Pandemie-Bedingungen eine Forschungsexpedition im antarktischen Weddellmeer durchzuführen. So können die Teilnehmenden der Polarstern-Expedition auch in diesem Jahr die Langzeitdatenmessungen im Südpolarmeer fortsetzen, die die Grundlage für unser Verständnis der polaren Prozesse und die dringend benötigten Klimavorhersagen bilden. Akribisch hatten sie sich auf ihre Expedition vorbereitet, jetzt geht es endlich los: Auch unter Pandemie-Bedingungen kann ein internationales Wissenschaftsteam nach gut…
Ein internationales Team von Forschern der University of Oxford, der LMU München, der ETH sowie der Universität Zürich und des Bayerischen Geoinstituts an der Universität Bayreuth hat eine neue Theorie für die Entstehung des Sonnensystems entwickelt: Die Theorie erklärt die Bildung der Planeten und viele Meteoritenfunde durch zwei Entstehungsschritte. Ihre Ergebnisse wurden am 22.01.2021 in „Science“ veröffentlicht. Jüngste Erkenntnisse aus astronomischen Beobachtungen protoplanetarer Scheiben und geochemischen Laboranalysen von Meteoriten belegen, dass – anders als bisher angenommen – die Planetenentstehung nur…
Die Altersdatierung des Flensburg-Meteoriten erfolgte mithilfe der Heidelberger Ionensonde. Ein 2019 in Norddeutschland niedergegangener Meteorit enthält Karbonate, die zu den ältesten im Sonnensystem überhaupt zählen und zugleich einen Nachweis der frühesten Aktivität flüssigen Wassers auf einem Kleinplaneten darstellen. Das haben Messungen mithilfe der hochauflösenden Ionensonde an der Universität Heidelberg ergeben – ein Forschungsgroßgerät, das am Institut für Geowissenschaften angesiedelt ist. Die Untersuchung durch die Kosmochemie-Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Mario Trieloff war Teil einer an der Westfälischen Wilhelms-Universität…
Diamanten faszinieren – nicht nur als Schmucksteine mit brillanten Farben, sondern auch wegen der extremen Härte des Materials. Wie genau diese besondere Variante des Kohlenstoffs tief in der Erde unter extrem hohen Drücken und Temperaturen entsteht, gibt immer noch Rätsel auf. Jetzt haben Forschende von der Russischen Akademie der Wissenschaften Nowosibirsk in Kooperation mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam in Theorie und Experiment einen wichtigen neuen Einflussfaktor nachgewiesen: Schwache elektrische Felder können ein entscheidender Katalysator bei der Diamant-Bildung sein. Ihre Erkenntnisse…
Die Sedimente von Seen und Meeren geben wichtige Einblicke in die Klimageschichte der Erde. Doch gerade die besonders interessanten, tieferen Sedimente der Seen in den Bergregionen bleiben für übliche Bohrgeräte oft unerreichbar. Fraunhofer IEG und Partnerinstitute konnten nun eine tiefe, zusammenhängende Sedimentprobe aus dem Bodensee ziehen und somit weit zurück in das frühere Klima blicken. Die Umweltbedingungen der Vergangenheit sind unter anderem in Sedimenten von Gewässern archiviert. Aus diesen Archiven lesen Klimaforscherinnen und Klimaforscher und spüren den Klimaprozessen nach. Dazu…