Eine Gruppe unter der Leitung von Stefanie Komossa (MPIfR Bonn) präsentiert neue Ergebnisse zur Galaxie OJ 287, basierend auf den bisher dichtest getakteten und längsten Beobachtungen vom Radio- bis zum Hochenergiefrequenzbereich mit Teleskopen wie Effelsberg und dem Swift-Observatorium. Sie deuten auf ein Paar von Schwarzen Löcher im Zentrum der Galaxie mit einer kleineren Masse des primären Schwarzen Lochs in der Größenordnung von 100 Millionen Sonnenmassen. Mehrere bisher nicht gelöste Rätsel, wie das scheinbare Ausbleiben des letzten großen Strahlungsausbruchs von OJ…
Mit Elektronenmikroskopie ultraschnelle Filme von Nano-Prozessen erstellen. Eine Zeitlupe im Sportfernsehen zeigt Abläufe in Hundertstel-Sekunden-Schritten. Vorgänge auf der Nanoskala laufen hingegen im sogenannten Femtosekunden-Bereich ab: Nur Milliardstel-Sekunden braucht zum Beispiel ein Elektron, um ein Wasserstoff-Atom zu umkreisen. Physikerinnen und Physiker weltweit forschen mit speziellen Instrumenten daran, solche ultraschnellen Nano-Prozesse in Filmen festzuhalten. Forschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) haben eine neue Methode für solche Filme entwickelt. Sie basiert auf einem anderen physikalischen Konzept als bisher und erlaubt damit weitere und…
Leistungsplasma mit Gigajoule-Energieumsatz über acht Minuten erzeugt. Nach erfolgreicher Wiederinbetriebnahme im Herbst 2022 übertrifft das Greifswalder Kernfusionsexperiment eine wichtige Zielmarke. 2023 sollte ein Energieumsatz von 1 Gigajoule erreicht werden. Jetzt schafften die Forschenden sogar 1,3 Gigajoule – und einen neuen Bestwert für die Entladungszeit bei Wendelstein 7-X: Das heiße Plasma konnte acht Minuten lang aufrechterhalten werden. Bei den dreijährigen Umbauarbeiten, die im vergangenen Sommer endeten, wurde Wendelstein 7-X vor allem mit einer Wasserkühlung der Wandelemente und mit einem erweiterten Heizsystem…
Der empfindlichste Detektor zur Messung von Radioaktivität steht nun in Dresden. Im Untertagelabor „Felsenkeller“ in Dresden befindet sich seit kurzem der empfindlichste Aufbau zur Messung von Radioaktivität in Deutschland und einer der empfindlichsten Aufbauten der Welt. Mit dem neuen Detektor werden die Forschenden der TU Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) künftig an den spannendsten Fragen der Astrophysik zu dunkler Materie, Sternen oder dem Urknall auf internationalem Spitzenniveau arbeiten. Was ist dunkle Materie? Was hat es mit Neutrinos auf sich?…
Das CARMENES-Programm, das von einem Konsortium spanischer und deutscher Forschungseinrichtungen geleitet wird, an dem auch das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) beteiligt ist, hat 20 000 Beobachtungen von mehr als 300 Sternen veröffentlicht. Diese Messungen führten zur Entdeckung von 59 Planeten, von denen ein Dutzend potenziell habitabel sind. Dieser spektroskopische Datensatz wurde am Calar-Alto-Observatorium in Spanien gewonnen und ist nun öffentlich zugänglich. Das CARMENES-Instrument, das bei dieser Durchmusterung zum Einsatz kam, hat sich als erfolgreich erwiesen und wird noch bis mindestens…
Das Rätsel der sphärischen Kilonova. Wenn Neutronensterne kollidieren, entsteht eine Explosion, die – anders als bis vor kurzem angenommen – die Form einer nahezu perfekten Kugel hat. Wie dies möglich ist, ist zwar immer noch ein Rätsel, aber die Entdeckung könnte einen neuen Schlüssel zur Messung des Alters des Universums liefern. Die Entdeckung wurde von einem internationalen Team unter Beteiligung von Forschenden des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt und unter Leitung von Wissenschaftlern der Universität Kopenhagen gemacht. Die Ergebnisse…
Neue Beobachtungen zeigen, dass Sterne sich durch dynamische Wechselwirkungen innerhalb interstellarer Gaswolken schneller als bislang angenommen bilden können / Untersuchung im Rahmen des FEEDBACK-Programmes an Bord der fliegenden Sternwarte SOFIA. Gaswolken, in denen in der Cygnus X Region neue Sterne entstehen, sind aus einem dichten Kern aus molekularem Wasserstoff (H2) und einer atomaren Hülle zusammengesetzt. Diese Ensembles gehen miteinander dynamische Wechselwirkungen ein, um schnell neue Sterne zu bilden. Das ergaben Beobachtungen eines internationalen Teams, geleitet von Forscher*innen des Instituts für…
Neue Erkenntnisse über die Orte der Sternentstehung in Galaxien. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werfen mit dem James Webb Space Telescope (JWST) einen ersten Blick darauf, wie dieses leistungsstarke Infrarotteleskop die fehlenden Teile des Puzzles der Sternentstehung in nahen Galaxien aufspüren wird. Die ersten Daten liefern bereits Hinweise darauf, wie einige der räumlich kleinsten Vorgänge in unserem Universum – die Ursprünge der Sternentstehung – die Formen, Strukturen und die Dynamik der größten Objekte in unserem Universum – den Galaxien – beeinflussen können….
Der Physiker Prof. Óscar Herrera-Sancho aus Costa Rica liebt nordische Länder und die Kälte. Auch bei seinen Forschungen zu Rydberg-Atomen spielen extrem niedrige Temperaturen eine wichtige Rolle. Er ist als Humboldt-Stipendiat für erfahrene Forschende zu Gast am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart. Seit November 2022 forscht Prof. Óscar Herrera-Sancho als Humboldt-Stipendiat bei Prof. Tilman Pfau, dem Leiter des 5. Physikalischen Instituts an der Universität Stuttgart. Die erste Besuchsphase endet im April 2023. Zwei weitere Besuche sind in den beiden…
Schon lange ist der Astronomie klar: Planetensysteme sind nicht zwingend wie unser Sonnensystem aufgebaut. Forschende der Universitäten Bern und Genf, sowie des Nationalen Forschungsschwerpunkt PlanetS zeigen erstmals: Es gibt insgesamt vier Klassen von Planetensystemen. In unserem Sonnensystem scheint alles seine Ordnung zu haben: Die kleineren Gesteinsplaneten, wie die Venus, die Erde oder der Mars kreisen relativ nahe um unseren Stern. Die grossen Gas- und Eisriesen, wie Jupiter, Saturn oder Neptun ziehen dagegen in weiten Bahnen um die Sonne. Forschende der…
Wissenschaftler der Universitäten Würzburg und Bielefeld detektieren im Nanomaßstab die Quanteneigenschaften kollektiv optisch-elektronischer Schwingungen. Ein mögliches Anwendungsgebiet wären etwa neuartige Computerchips. Ob das Licht in unseren Wohnräumen an- oder ausgeschaltet ist, lässt sich im Alltag einfach mit einem Griff zum Lichtschalter regeln. Wenn man jedoch den Raum für das Licht auf wenige Nanometer zusammenschrumpft, dominieren quantenmechanische Effekte und es ist unklar, ob sich darin Licht befindet oder nicht. Beides kann sogar gleichzeitig der Fall sein, wie Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg…
Ein Team von Wissenschaftlern aus Österreich und Frankreich hat einen neuen abiotischen Weg zur Bildung von Peptidketten aus Aminosäuren – ein wichtiger chemischer Schritt in der Entstehung von Leben – entdeckt. Die aktuelle Studie liefert einen starken Hinweis, dass dieser entscheidende Schritt für das Entstehen von Leben tatsächlich auch unter den sehr unwirtlichen Bedingungen im Weltraum stattfinden kann. Der Ursprung des Lebens ist eine der großen Fragen der Menschheit. Eine der Voraussetzungen für die Entstehung von Leben ist die abiotische…
TU-Forschungsteam arbeitet an neuem Werkzeug für die Krebsdiagnostik. Quantenbildgebung ermöglicht Einblicke in bisher unsichtbare Bereiche. Ob davon auch die Tumordiagnostik profitieren kann? Diese Frage untersucht nun die TU Darmstadt, die in der Quantenoptik eine besondere Expertise aufweist, gemeinsam mit acht Partnern. Das Forschungsprojekt Quancer hat ein Budget von 6,7 Millionen Euro und wird mit 5,6 Millionen Euro im Rahmenprogramm „Quantentechnologien – von den Grundlagen zum Markt“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Bei der Diagnose von Krebs kommen…
Um Laserlicht zu lenken, braucht es nicht unbedingt materielle Spiegel. Ein Forschungsteam unter britischer Leitung und mit Beteiligung von PD Dr. Götz Lehmann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat ein grundlegend neues Konzept experimentell verifiziert: die Lichtreflektion an regelmäßigen Plasmastrukturen. Diese Methode kann insbesondere für kompakte Hochleistungslaser wichtig werden. Sie berichten darüber in der Fachzeitschrift Communications Physics. In immer mehr Forschungs- und Anwendungsbereichen werden Laser mit extrem hohen Leistungen benötigt. Ein prominentes Beispiel hierfür sind die Durchbrüche bei der lasergetriebenen…
In einem soeben erschienenen Beitrag im führenden physikalischen Fachjournal “Nature Physics” berichtet ein Team von Forschern unter Beteiligung der Universität Augsburg über unerwartet universelle Beziehungen zwischen der thermischen Ausdehnung und der Glasübergangstemperatur von glasbildenden Materialien, was neue Einblicke in die komplexe Natur des Übergangs von der Flüssigkeit in das feste Glas gewährt. Gläser sind feste Materialien, aber ohne die normalerweise in Festkörpern vorhandene Kristallstruktur mit regelmäßiger Atomanordnung. Das Schmelzen kristalliner Materialien ist theoretisch im Rahmen des sogenannten Lindemann-Kriteriums gut verstanden:…
Ein Team von Astronomen und Astronominnen unter Leitung der MPIA-Wissenschaftlerin Diana Kossakowski hat einen Exoplaneten von der Masse der Erde entdeckt, der in der habitablen Zone des roten Zwergsterns Wolf 1069 kreist. Obwohl die Rotation dieses Planeten, der den Namen Wolf 1069 b trägt, wahrscheinlich an seine Umlaufbahn um den Mutterstern gebunden ist, ist das Team optimistisch, dass er über einen großen Bereich seiner Tagseite dauerhafte lebensfreundliche Bedingungen bieten könnte. Daher ist der Planet eines der wenigen vielversprechenden Ziele für…