Wissenschafter an der Technischen Universität München haben im Rahmen des Forschungsprojekts NEMo (Niedrigst-Emmissions-LKW-Dieselmotor) einen umweltfreundlicheren Dieselmotor für LKWs entwickelt. Eigenen Angaben zufolge konnten die Forscher die im Betrieb anfallenden Schadstoffmengen massiv verringern.
Die Münchner rechnen damit, die in der wahrscheinlich ab 2014 geltenden Euro-6-Norm festgeschriebenen Mindestgrenzen für den Ausstoß von Stickoxiden und Ruß zu unterschreiten. In Anbetracht der derzeit in Kraft befindlichen Euro-4-Norm käme dies mindestens einer 80-prozentigen Reduktion von Rußpartikeln sowie einer 75-prozentigen Verringerung der Stickoxide gleich.
Trickreiche Konstruktion
Die Ingenieure standen vor dem Problem, dass der Ausstoß von Ruß und Stickoxiden nicht unabhängig voneinander verringert werden kann. Sie konstruierten ihren Motor daher so, dass das in modernen Dieselmotoren zur Verlangsamung der Verbrennung in den Brennraum rückgeführte Abgas-Luftgemisch – dadurch entstehen zwar weniger Stickoxide, aber mehr Rußpartikel – unter hohem Druck in den Brennraum gepresst wird. Das so verdichtete Gemisch enthält ausreichend Sauerstoff für eine bessere Verbrennung des Kraftstoffes.
Außerdem zerstäuben die Techniker den Kraftstoff in viel kleinere Tröpfchen, bevor dieser in den Brennraum gespritzt wird. Bisher verbrannte oft nur die äußere Hülle der Kraftstoffmoleküle. Dabei umhüllten die entstehenden Abgase den Dieseltropfen und schirmten diesen vom Sauerstoff ab. Jetzt sorgt eine spezielle Einspritzdüse bei einem Druck von 3.000 bar für entsprechende Tröpfchengrößen. In herkömmlichen Motoren sind nur rund 1.800 bar üblich.
Gasentnahmesonde stellt weitere Verbesserung in Aussicht
Von einer Spezialsonde zur Entnahme von Brennraumproben erhoffen sich die Wissenschafter weitere Erkenntnisse über die Entstehung von Ruß in Dieselmotoren. Auf der Grundlage dieses Wissens soll der Motor in puncto Umweltfreundlichkeit noch weiter optimiert werden. Dies scheint dringend nötig, ist doch die Emission von umweltschädlichen Kleinstpartikeln bei Dieselmotoren besonders problematisch (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/060503018/).



