Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Team um Prof. Dr. Martin Simon stellt auf Einladung der Banque de France neue Methodik zum präzisen Klimarisikomanagement vor Welche Auswirkungen auf das Klima haben Finanzierungen und Investitionen – und zwar unter Berücksichtigung der Unsicherheiten, die bei solchen Prognosen unvermeidbar sind? Diese Fragen beantwortet eine neue Methodik, die Prof. Dr. Martin Simon, Professor für Data Science an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), gemeinsam mit Forschungspartnern entwickelt hat. Im Rahmen eines Pilotprojekts hat die Europäische Bankenaufsicht das sogenannte…
Eine neue Studie gibt Aufschluss darüber, wie prähistorische Jäger und Sammler in Europa mit den Klimaveränderungen vor mehr als 12.000 Jahren zurechtkamen. Unter der Leitung von Wissenschaftler*innen der Universität zu Köln hat ein Team von 25 Archäolog*innen an zwanzig europäischen Universitäten und Forschungseinrichtungen signifikante Verschiebungen in der Bevölkerungsgröße und -dichte während wichtiger Perioden am Ende der letzten Eiszeit festgestellt, insbesondere während des Jungpaläolithikums vor circa 14.000 bis 11.600 Jahren. Die Studie wurde unter dem Titel „Large scale and regional demographic…
Was passiert, wenn man abgeschiedenes CO2 in den Boden pumpt? Hochaufwändige Computersimulationen ermöglichen es nun, das langfristige Verhalten vorherzusagen. Wir müssen unseren CO2-Ausstoß stoppen, wenn wir das Klima retten wollen – daran besteht kein Zweifel. Aber das alleine wird nicht reichen. Zusätzlich wird es auch nötig sein, bereits in der Atmosphäre vorhandenes CO2 einzufangen und dauerhaft zu lagern, etwa indem man es tief in den Boden pumpt. Das wirft natürlich die Frage auf: Was passiert langfristig mit diesem CO2? Bleibt…
Quallen gehören zu den ältesten Tieren der Erde, kommen in allen Ozeanen vor und sind wertvolle Modellsysteme für die biologische Forschung. Mikrobiologinnen der Uni Kiel haben jetzt nachgewiesen, dass die asexuelle Fortpflanzung der Ohrenqualle maßgeblich durch bakterielle Produkte gesteuert wird. Dabei spielt Beta-Carotin, das von Mikroben im natürlichen Mikrobiom der Qualle produziert wird, eine Schlüsselrolle. Fehlen diese Mikroorganismen kommt der so genannte Strobilationsprozess – die Verwandlung des Polypen bis hin zu jungen Medusen – zum Stillstand. Die Folge sind Entwicklungsstörungen…
Wie beeinflussen Vulkane das Klima? Die DFG-Forschungsgruppe VolImpact fand heraus: Aerosole verändern sich anders als gedacht, Eruptionen wirken bis in 100 km Höhe und nachtleuchtende Wolken könnten durch von Vulkanen freigewordenen Wasserdampf entstehen. Die Forschungsgruppe der Universität Greifswald lädt die interessierte Öffentlichkeit zu einem öffentlichen Vortrag am 28.04.2025 ein, um neueste Erkenntnisse aus der Vulkanforschung zu diskutieren. Auf das Ereignis, das am 15.01.2022 im Südpazifik passierte, warteten Prof. Dr. Christian von Savigny und seine Forscherkolleg*innen der DFG-Forschungsgruppe VolImpact: ein Vulkanausbruch…
Lichtverschmutzung, die als Himmelsleuchten die Nacht erhellt, fördert das Wachstum von Cyanobakterien (gemeinhin auch Blaualgen genannt) und regt die Stoffumsätze in Seen an. Das zeigt eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), die Teil des bislang größten Freilandexperiments zur Wirkung von Lichtverschmutzung auf Seen ist. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Water Research erschienen. Jeder kennt sie: die Lichtglocke, die weithin sichtbar anzeigt, wo Städte nachts hell erleuchtet sind. Künstliches Licht, das in der Atmosphäre gestreut wird…
Die Entwicklung von hochwertigen, halogenfreien Flammschutzmitteln (hffr) für recycelte Kunststoffe zur Erfüllung steigender Recyclingquoten stellt eine große Herausforderung dar. Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF sucht Partner für das Projekt »hffr-Up2Cycle«. Das Hauptziel ist, PCR-Materialien mit halogenfreien Flammschutzmitteln (hffr) aufzuwerten und diese Materialien durch die Simulation von Kreislaufprozessen für flammschutzmittelhaltige Kunststoffe in den Bereichen Elektronik-, Automobil-, Bau- und Kabelanwendungen zu untersuchen. Angesprochen sind OEMs, Hersteller von Kunststoffkomponenten, Rohstofflieferanten oder Compound-Entwickler. Recyclingquoten durch gezielte Re-Stabilisierung erreichen Angesichts der in vielen…
Oft fehlen in der natürlichen Vegetation Pflanzenarten, die aufgrund der ökologischen Gegebenheiten auf diesen Flächen eigentlich vorkommen müssten. Besonders hoch ist die sogenannte Dark Diversity in jenen Regionen, die stark vom Menschen beeinflusst sind. Dies geht aus einer internationalen Studie hervor, die von der estnischen Universität Tartu geleitet und unter Beteiligung einer Wissenschaftlerin des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv) in Nature veröffentlicht wurde. Mehr als 200 Wissenschaftler:innen des Forschungsnetzwerks DarkDivNet untersuchten im…
Das Forschungszentrum Jülich hat seine Klimaziele früher erreicht als geplant: Bereits 2024 wurden die CO₂-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 68 Prozent gesenkt. Das entspricht einer Einsparung von rund 82.200 Tonnen CO₂. Ursprünglich war eine Reduktion um 65 Prozent bis 2030 geplant. Damit übertrifft das FZJ nicht nur seine eigenen Vorgaben, sondern auch die nationalen Ziele für den Klimaschutz. Die angestrebte Klimaneutralität soll bis 2045 folgen. Ermöglicht wurde dieser Erfolg durch eine Vielzahl von Maßnahmen, allen voran durch die Inbetriebnahme…
Der Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo) präsentiert im Museum für Naturkunde Berlin sein White Paper mit einer zukunftsweisenden Vision für die geowissenschaftliche Forschung. Ein vertieftes geowissenschaftliches Verständnis ist entscheidend, um Lösungen für den Erhalt der Biodiversität, die Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie die Sicherung der Energie- und Rohstoffversorgung zu entwickeln. Die Geowissenschaften sind seit jeher von Entdeckergeist geprägt. Mit Blick auf künftige Planetenmissionen und die Erforschung von Exoplaneten fordert das White Paper zielgerichtete Verbundvorhaben für ein integriertes Erdsystemverständnis. Dieses erweiterte Wissen soll…
Analysen von bis zu 9000 Jahre alten Nadelhölzern belegen: Die jüngsten sommerlichen Trockenphasen im Alpenraum liegen im Bereich der holozänen Variabilität, die Ergebnisse zeigen zudem feuchtere Verhältnisse in den ersten Jahrtausenden an. Die Alpenregion ist stark von den Folgen aktueller und zukünftiger Veränderungen im Wasseraushalt betroffen. Extreme Dürren wie beispielsweise in den Jahren 2003, 2015 und 2018 führen zu ökologischen Beeinträchtigungen und wirtschaftlichen Schäden. Um derartige Ereignisse im Kontext langfristiger Klimaveränderungen einzuordnen, ist es von zentraler Bedeutung, die hydroklimatischen Entwicklungen…
In der natürlichen Vegetation, insbesondere in Regionen, die stark von menschlichen Aktivitäten beeinflusst sind, fehlen oft viele Arten, die in ihrem ursprünglichen Lebensraum dort vorkommen könnten. Diese so genannte „dunkle Vielfalt“ wurde in einer neuen Studie unter der Leitung der University of Tartu (Estland) global analysiert und in „Nature“ veröffentlicht. Wissenschaftler der Universität Potsdam trugen zu der Studie bei, die deutlich macht, wie wichtig es ist, Ökosysteme auch außerhalb von Naturschutzgebieten zu erhalten und zu schützen. Über 200 Wissenschaftlerinnen und…
Der drastische Rückgang der Artenvielfalt durch menschliche Einflüsse erschwert die Erforschung des Verhaltens von Tieren, wie zum Beispiel des Gebrauchs von Werkzeugen, wie Forschende der University of Victoria und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie herausgefunden haben. Schrumpfende Tierpopulationen machen die Erforschung solcher Verhaltensweisen zunehmend schwieriger und unterstreichen die Dringlichkeit gezielter Schutzbemühungen und -strategien. Handlungsbedarf besteht nicht nur im Interesse der Forschung, sondern auch zur Bewahrung unseres gemeinsamen kulturellen Erbes mit diesen Tierarten. Unsere Umwelt verändert sich rasant, was zu einem…
Forschende entwickeln neues Standardwerkzeug zur Untersuchung prähistorischer Übergangsphasen Die Erforschung des Übergangs vom Jagen und Sammeln zur Landwirtschaft ist in der Menschheitsgeschichte von zentraler Bedeutung. Häufig wird dieser Übergang externen Faktoren wie Umweltveränderungen zugeschrieben. Der Wandel kann auf zwei Arten stattgefunden haben: Entweder entwickelten verschiedene Gruppen unabhängig voneinander die Landwirtschaft, oder diese frühen Bauern interagierten mit Jägern und Sammlern, die dann die neuen Techniken übernahmen. „In unserer neuen Studie argumentieren wir, dass die Menschen nicht nur passive Teilnehmer an diesem…
Nachhaltigere Antifouling-Beschichtungen für Schiffe sind gefragt. Innovative Lösungen sollen weitestgehend auf Biozide verzichten und dennoch den Herausforderungen im maritimen Einsatz standhalten. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekts »BioSHIP« arbeiten Industrie und Wissenschaft gemeinsam an der Entwicklung solch umweltfreundlicher Beschichtungen. Die biologisch abbaubaren, selbstpolierenden Beschichtungen sollen nicht nur die gleiche Funktionalität wie herkömmliche Produkte bieten, sondern gleichzeitig die Freisetzung von toxischen Schwermetallen und Mikroplastik im Meer minimieren – ein wichtiger Schritt für eine grünere Schifffahrt. Mit…
Je genauer die Informationen zu landwirtschaftlichen Böden, desto präziser und nachhaltiger können wir sie bewirtschaften. Die beiden Leibniz-Institute FBH und ATB haben kürzlich eine Sensorplattform zur mobilen Bodenkartierung eines Ackers erfolgreich erweitert. Mit einem innovativen Raman-System können Bodenbestandteile nun auch während der Überfahrt stoffspezifisch erfasst werden: mit hoher räumlicher Auflösung und vor Ort! Mit dieser Methode ließen sich die Kosten und der Zeitaufwand für eine konventionelle Beprobung künftig reduzieren – zugleich könnte gezielter und damit umweltfreundlicher gedüngt werden. Damit Landwirt*innen…