TH Köln erprobt vollständigen Stoffkreislauf. Die Herstellung von Baustoffen zur Errichtung und Modernisierung von Gebäuden verursacht laut Naturschutzbund etwa acht Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland. Um den Ausstoß von Treibhausgasen und den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, entwickelt die TH Köln im Projekt „ÖMoBau“ wiederverwendbare, modulare Bauteile, die vollständig aus recycelten mineralischen Reststoffen und Bauabfällen bestehen. Auf dem Lehr- und Forschungszentrum :metabolon soll mit den neuen Materialien ein Musterhaus gebaut werden. Im Technikum des Lehr- und Forschungszentrums :metabolon werden bisher deponierte Bau-…
Forschende der TU Braunschweig untersuchen die Wirkung von Lahnungsfeldern. Das Deichvorland mit seinen Salzwiesen spielt eine zentrale Rolle im vorbeugenden Küstenschutz an der Nordsee. Mit dem klimabedingten Anstieg des Meeresspiegels kann das Vorland jedoch nicht überall schnell genug mitwachsen. Lahnungsfelder können hier unterstützen. Die Wirkungsweise und Optimierung dieser Bauwerke untersuchen Wissenschaftler*innen der TU Braunschweig gemeinsam mit Partnern. Ziel ist es, Küstenschutzbehörden und Planer*innen Computermodelle an die Hand zu geben, mit denen sie die Auswirkungen von Bauwerksveränderungen und Meeresspiegelanstieg auf die…
Forschende der ETH Zürich haben eine neue Methode entwickelt, um eine gefährliche Untergruppe von PFAS, sogenannte PFOS, abzubauen. Mit Hilfe von Nanopartikeln und Ultraschall könnte die Piezokatalyse zukünftig eine effektive Alternative zu bestehenden Verfahren bieten. In Kürze ETH-Forschende nutzen erstmals die Piezokatalyse, um die gefährlichen PFOS-Chemikalien im Wasser mithilfe von Nanopartikeln und Ultraschall abzubauen. Die Methode zeigt im Labor vielversprechende Ergebnisse, da 90.5 Prozent der PFOS-Moleküle in den Tests zersetzt wurden. Trotz des Erfolgs im Labor bleibt die Herausforderung, die…
Die Galápagos-Inseln kämpfen mit invasiven Arten. Um die zu kontern, greifen Artenschützer zu drastischen Mitteln. Eine Würzburger Biologin untersucht, wie sich heimische Eidechsen in der Folge einer solchen Aktion entwickeln. Bereits Charles Darwin bewunderte 1875 in seinem Werk A Naturalist’s Voyage Round the World die Einzigartigkeit der auf den Galápagos-Inseln vorkommenden Arten, insbesondere die der heute als Darwin-Finken bezeichnete Vogelgruppe. Neben diesen Vögeln, den berühmten Riesenschildkröten, Meerechsen oder Seelöwen beherbergt der rund tausend Kilometer westlich der ecuadorianischen Küste gelegene Archipel…
Wasserpflanzen in Seen und Flüssen bieten wichtige Rückzugsgebiete für Tiere, bringen Sauerstoff ins Wasser und entfernen Nährstoffe. Dennoch sie sind nicht überall beliebt: Manch einen stören sie beim Baden oder Wassersport, außerdem verändern sie die Hydrologie eines Gewässers. Treten Wasserpflanzen in Massen auf, werden sie daher häufig entfernt. Forscher*innen unter Beteiligung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben in Freilandexperimenten untersucht, warum es zu solchen Massenentwicklungen kommt und welche Folgen das Entfernen hat. Wie die Auswertung verschiedener Managementansätze zeigte,…
Schutzhandschuhe, wie sie bei der Arbeit, im Sport oder im Alltag bei der Gartenarbeit eingesetzt werden, erhalten ihre schützende Funktion durch eine spezielle Beschichtung. Diese sorgt für Abriebbeständigkeit, macht das Material wasserdicht und beständig gegen Chemikalien oder Öl oder schützt sogar vor Schnitten und Stichen. Bislang werden vornehmlich Beschichtungen aus ölbasierten Polymeren, Nitrilkautschuk oder Latex eingesetzt. Durch innovative Technologien gelang es Wissenschaftlern an den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), mit umweltfreundlichem Lignin in einem 3D-Druckverfahren eine robuste…
Mikroschadstoffe verstärkten die Wirkung der Algentoxine. Es waren die Bilder des Sommers 2022: Tonnenweise trieben tote Fische, Muscheln und Schnecken auf der Oder. Bald war klar, was als Auslöser der Umweltkatastrophe galt: Eine Mischung aus überhöhtem Salzgehalt, hohen Wassertemperaturen, niedrigem Wasserstand und zu hohen Nährstoffeinträgen und Abwasser löste eine Blüte der Brackwasseralge Prymnesium parvum aus, deren Algentoxin Prymnesin auf Organismen tödlich wirkt. Ein vom UFZ koordiniertes Wissenschaftsteam sammelte damals Wasserproben und analysierte sie. Das Ergebnis: Hohe Konzentrationen organischer Mikroschadstoffe haben…
Im arktischen Spitzbergen haben rund 20 Forschende von sieben deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen im August Ausrüstungen und Labore für das Polarforschungsprojekt YESSS eingerichtet. YESSS steht für Year-round EcoSystem Study on Svalbard. Unter der Führung des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) soll YESSS neue Erkenntnisse zum Klimawandel bringen. Dafür wird ein kleines Forschungsteam – und das ist das Besondere – auch die langen, dunklen Jahreszeiten in der AWIPEV-Forschungsstation in Ny-Ålesund verbringen, der nördlichsten Siedlung der Welt. Es war…
Eindämmung von Emissionen ist möglich. Forschende der Empa, der «University of Bristol» und der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) haben die Emissionen des potenten Treibhausgases HFC-23 aus der Herstellung von Teflon und Kühlmitteln untersucht. Ihre Studie zeigt: Die Eindämmungsmassnahmen wirken, werden aber nicht überall umgesetzt. Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) sind potente Treibhausgase. Das stärkste davon ist Trifluormethan, auch bekannt unter dem Kürzel HFC-23. Ein Kilogramm HFC-23 in der Atmosphäre trägt so stark zum Treibhauseffekt bei, wie 12’000 Kilogramm CO₂. Bis…
Fidschi-Korallen zeigen höchste Wassertemperatur seit über 600 Jahren. Internationale Studie ermittelt anhand von Daten der Honigwabenkoralle Diploastrea heliopora Meeresoberflächentemperatur des Fidschi-Archipels. Die Erwärmung des Ozeans bei den Fidschi-Inseln im Südwestpazifik zeigt den höchsten Stand seit über 600 Jahren. Dies geht aus der Auswertung von Korallendaten hervor, die ein internationales Team von Forschenden vorgenommen hat. Die Daten sind ein weiterer Beweis für die beispiellose Erwärmung des westlichen Pazifiks. 2022 war demnach in der Region das wärmste Jahr seit dem Jahr 1370….
– ein europäisches Monitoring-Projekt am ZMT. Die biologische Vielfalt lässt sich im offenen Ozean aufgrund seiner unzugänglichen Weite nur schwer beobachten und bewerten. Eine neue Strategie verfolgt nun das europäische Forschungsprojekt „Monitoring the Open-Ocean Biodiversity with Fishers“ (MOOBYF) und setzt dafür auf die am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) seit langem praktizierte Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, die im Indischen Ozean von der Hochseefischerei lebt. Fisch-Ansammlungs-Plattform – „Fish Aggregating Device“ (FAD) aus Bambus vor Gondol an der Nordküste von Bali….
… könnte helfen die Lachgasemissionen in der Landwirtschaft zu reduzieren. Forschungsteam findet unkonventionelle Energiequelle für kürzlich entdeckte “grüne” nitrifizierende Bakterien. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Zentrums für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaft (CeMESS) der Universität Wien hat herausgefunden, dass die 2015 von ihnen entdeckten Comammox-Bakterien mit der stickstoffreichen organischen Verbindung Guanidin als einziger Energie- und Stickstoffquelle wachsen können. Diese bislang einzigartige Fähigkeit eröffnet neue Möglichkeiten für die gezielte Anzucht dieser geheimnisvollen Mikroben und könnte auch einen Schlüssel für die Reduktion…
Fische in grönländischen Gewässern verspeisen deutlich mehr Quallen, als bisher angenommen. Das verändert das Verständnis und die Rolle von Quallen in maritimen Ökosystemen. Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass Quallen eine ernährungstechnische Sackgasse für Raubfische sind. Ein Team des Alfred-Wegener-Instituts hat gemeinsam mit dem Thünen Institut nun jedoch herausgefunden, dass Fische in grönländischen Gewässern sehr wohl Quallen in ihren Speiseplan integrieren. Bei zwei der untersuchten Arten machten sie sogar den Hauptteil der Nahrung aus, wie die Forschenden in…
Abholzung verschärft den Klimawandel in tropischen Bergregenwäldern wie etwa am Kilimandscharo. Die Bergwälder in Afrika stehen durch die zunehmende Entwaldung durch den Menschen deutlich unter Stress. Und der Klimawandel setzt dem noch eins drauf: Wie Marburger Geograph*innen herausgefunden haben, sind die afrikanischen Bergwälder in den letzten zwei Jahrzehnten um rund 20 Prozent geschrumpft. Dadurch stieg die durchschnittliche Lufttemperatur, und die umgebenden Wolken liegen über 230 Meter höher. In Bergregionen wie am Kilimandscharo können die Wälder dadurch deutlich weniger Wasser aus…
Ein komplexes Giftsystem ermöglicht Ameisenlöwen das Überwältigen größerer Beute. Forschende des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie und der Universität Gießen zeigen in einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift Communications Biology, dass die Anpassung von Ameisenlöwen an ihre ökologische Nische auch ihr Gift verändert hat. Die Larve der Ameisenjungfer injiziert ein komplexes Giftgemisch in ihre Beutetiere, das sich in Zusammensetzung und Wirksamkeit vom Gift der verwandten Florfliegenlarve unterscheidet und die spezielle Ökologie der Art widerspiegelt. In einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift…
Das Online-Erfassungsportal „Flora-SH“ wurde aktualisiert und durch eine neue App für die Geländearbeit ergänzt. Damit können Funde von Wildpflanzen direkt beim Kartieren an das Portal übermittelt werden. Neuer Betreiber des Portals ist das Rote-Liste-Zentrum. Punktgenaue Daten von Pflanzenarten Im Portal „Flora-SH“ werden bereits seit 2016 floristische Daten aus Schleswig-Holstein erfasst. Im Rahmen eines Anschlussprojektes ist jetzt mit Förderung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) eine aktualisierte Version erschienen. Sie soll zu einer organisatorischen Verstetigung und Vernetzung regionaler und bundesweiter Datenerhebungen zur…