Geowissenschaften

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Effekte von Grundschleppnetz-Fischerei

IOW leitet großes Ostsee-Feldexperiment mit vier Forschungsschiffen. Am 16. Juli 2024 startet eine 19-tägige Forschungsfahrt in die Ostsee unter Leitung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), um den Einfluss von Grundschleppnetz-Fischerei auf den Meeresboden und die dort lebenden Organismen zu untersuchen. Neben dem IOW-Forschungsschiff ELISABETH MANN BORGESE sind bei dem groß angelegten Freilandexperiment, das vor Kühlungsborn einen Grundschleppnetz-Einsatz simuliert, drei weitere Forschungsschiffe verschiedener Institutionen im Einsatz. Das Experiment ist Teil des Verbundprojekts der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) zur Erforschung der…

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Die Geburtsstunde des Antarktischen Eisschilds

Ein einzigartiger Bohrkern, verknüpft mit aufwendiger Modellierung, zeigt erstmals, wann und wo sich der heutige Eisschild der Antarktis gebildet hat – mit überraschenden Erkenntnissen. Lange schien es stabil gegenüber dem Klimawandel zu sein, doch in den letzten Jahren hat auch hier die globale Erwärmung ihre Spuren hinterlassen: Das „ewige“ Eis in der Antarktis schmilzt stärker als bisher angenommen. Dabei scheint der Eisschild im Westen schneller zu verschwinden als im Osten. Das könnte seinen Ursprung in seiner Entstehung haben. Sedimentproben aus…

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Gletscher auf dem Rückzug

Mikroskopische Pilze verbessern Kohlenstoffspeicherung in jungen Böden. Wenn das Eis weicht, besiedeln mikroskopische Pioniere die freiwerdenden Flächen. LMU-Forschende zeigen nun, dass Hefen eine wichtige Rolle bei der Bodenbildung in der Arktis spielen. Etwa ein Zehntel der Landflächen auf dem Globus ist mit Gletschereis bedeckt. Doch die Eisschilde der Erde ziehen sich infolge der globalen Erwärmung immer weiter und immer schneller zurück. Dabei geben sie Gelände frei, das seit Jahrtausenden mit Eis bedeckt war, kaum Kontakt zu Luft, Licht und Nährstoffen…

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Korallenriffe im roten Meer unter Druck

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund beobachtete in Zusammenarbeit mit der Universität Rostock über einen Zeitraum von fast vier Jahrzehnten die Entwicklung von Korallenriffen im Roten Meer. Es ist eine der längsten Untersuchungen, die in dieser Meeresregion je stattfanden. Die besorgniserregenden Erkenntnisse eines internationalen Wissenschaftlerteams wurden nun veröffentlicht. Gemeinschaftliche Pressemitteilung des Deutschen Meeresmuseums Stralsund und der Universität Rostock Die Korallenriffe vor der Küste der Republik Sudan gehören noch immer zu den unberührtesten Riffen im Roten Meer. Bereits seit 1980 verfolgen Forschende…

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Neu entdeckte heiße Quellen vor Spitzbergen in 3.000 Metern Tiefe erforscht

Studie über das 2022 entdeckte Hydrothermalfeld Jøtul ist jetzt erschienen. Heiße Quellen sind weltweit an Nahtstellen von auseinander-driftenden Erdplatten zu finden. Aber noch längst sind nicht alle Standorte mit Hydrothermalfeldern bekannt. Vor der Küste Spitzbergens wurde 2022 während einer Expedition der MARIA S. MERIAN das erste Feld von Hydrothermalquellen auf dem 500 Kilometer langem Knipovich-Rücken gefunden. Das internationale Team von Forschenden aus Bremen und Norwegen unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Bohrmann von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften…

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Entwicklung junger Unterwasservulkane vor Island

METEOR-Expedition M201 untersucht vulkanische Geschichte von ungewöhnlichen Vulkanen im isländischen Vesturdjúp-Becken. Island ist mit rund 130 Vulkanen die größte Vulkaninsel der Welt. Bisher ging die Forschung davon aus, dass sich der Großteil der vulkanischen Aktivität auf Island auf die Flankenzonen und auf den Meeresboden entlang der Rücken Kolbeinsey und Reykjanes beschränkt. Neue Karten des Meeresbodens deuten jedoch darauf hin, dass sich westlich von Island, im sogenannten Vesterdjúp-Becken, weitere Unterwasservulkane befinden, deren konische Form geologisch verdächtig scheint. Die Expedition M201 mit…

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Freier Zugang zur Mondoberfläche

Mit „MoonIndex“ haben Forschende der Constructor University und des Nationalen Instituts für Astrophysik in Italien eine neue Open-Source Software entwickelt. Sie ermöglicht der Wissenschaft erstmals den kostenlosen Zugang zu Daten des „Moon Mineralogy Mapper (M3)“, mit denen die Zusammensetzung der Mondoberfläche analysiert werden kann. Das Werkzeug bietet eine Vielzahl von Anwendungen. Ein jetzt in der Fachzeitschrift „Earth and Space Science“ erschienener Artikel beschreibt den Forschungserfolg. „Der Schlüssel für das Verständnis von Planentenoberflächen und deren Kartierung sind Spektralindizes“, sagt Javier Eduardo…

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Neue Einblicke in das Entstehen kleinster Wolkenpartikel in der Arktis

Ny-Ålesund (Spitzbergen). Mobile Messgeräte ermöglichen die Untersuchung von atmosphärischen Prozessen in höheren Luftschichten, die von klassischen Messstationen am Boden bisher nicht erfasst werden. Die luftgetragenen Flugsysteme leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Ursachen des Klimawandels in der Arktis. Ein Team von deutschen Forscher:innen hat in den vergangenen Wochen über Spitzbergen zwei dieser Methoden kombiniert: Es wurden zeitgleich Messungen von meteorologischen Parametern und kleinsten Aerosolpartikeln mit einem Fesselballonsystem und einem unbemannten Flugzeug durchgeführt. Das unbemannte Forschungsflugzeug ALADINA vor dem…

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Daten für die Atmosphärenforschung

Große Messkampagne über Mitteleuropa.. Vom Erdboden bis zur Stratosphäre: Messkampagne TPEx soll Informationen über Zusammensetzung und Transportprozesse der Atmosphäre liefern. Zurzeit findet im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „TPChange – Die Tropopausenregion in einer Atmosphäre im Wandel“ eine umfangreiche Messkampagne über Mitteleuropa statt. Sie hat zum Ziel, durch flugzeuggetragene Messungen, Ballonsondierungen und mittels Drohnen sowie bodengestützten Messungen die Struktur und Zusammensetzung der Atmosphäre vom Boden bis zur Stratosphäre zu untersuchen. Im Rahmen dieser Mission mit der Bezeichnung TPEx für „Tropopause composition gradients…

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Drohnenflüge für Photovoltaik

Zu wissen, wie viel Schnee im Winter an einem Standort liegt, ist wichtig für die Projektierer von Photovoltaikanlagen in Bergregionen. So vermeiden sie Fehlplanungen, die zu Schäden an Modulen und Unterbau führen. Expertinnen und Experten des SLF liefern detaillierte Daten, die sie aus der Luft erheben. Schneehöhen am Berninapass Mitte März: Die Fläche oben links könnte sich für Photovoltaikanlagen eignen. Weiter rechts ist die Situation wegen der hohen Schneemenge ungünstig. Die dunklen Punkte in der Mitte links zeigen Steine mit…

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Zwei Fliegen mit einer Klappe

Grundwasserreinigung und Wärmespeicherung… Thermische Energie in Grundwasserleitern zu nutzen, kann einen wichtigen Beitrag zum CO2-freien Wärmemanagement leisten. Vor allem oberflächennahe Grundwasserleiter in Städten und Industriearealen sind häufig mit Schadstoffen verunreinigt. Damit können sie nicht ohne weiteres als saisonaler Wärmespeicher genutzt werden. Forschende des UFZ, der Universität Kiel und der Firma Eneotech haben nun am UFZ-Standort in Leipzig eine Pilotanlage in Betrieb genommen. Sie soll als Wärmetauscher dienen, zugleich Schadstoffe aus dem Grundwasser entfernen – und könnte Blaupause sein für eine…

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Klimawandel: Steigende Temperaturen beeinträchtigen Grundwasserqualität

Forschende des KIT untersuchen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Grundwasserressourcen und die damit verbundenen Folgen. Grundwasser bildet das größte ungefrorene Süßwasserreservoir der Welt und ist für das Leben auf der Erde von entscheidender Bedeutung. Wie sich die globale Erwärmung auf dessen Temperatur auswirkt und was das für Mensch und Natur bedeutet, haben Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) jetzt untersucht. Die Studie zeigt, dass bis zum Jahr 2100 voraussichtlich mehr als 75 Millionen Menschen in Gebieten leben werden,…

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Tonnenweise Schnee bewegt

SLF-Forschende untersuchen in tiefen Löchern, ob Satellitendaten die Schneeschmelze genau zeigen, um Abflussprognosen zu verbessern. Francesca Carletti holt mit dem Hammer aus. Immer tiefer treibt sie die Wasserwertsonde in den Schnee, um das Schneewasseräquivalent (SWE, siehe Kasten) zu bestimmen. Dies ist nur ein Teil der vielen Daten, die sie an diesem sonnigen Märztag auf dem Versuchsfeld Weissfluhjoch bei Davos misst. Ihr Ziel: eine Strategie zu entwickeln, die den Beginn und die Menge der Schneeschmelze genauer anzeigt. Angesichts des Klimawandels werde…

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Relativistisch genau – Höhenunterschiede mit Atomuhren messen

Optische Uhren messen Unterschiede im Schwerefeld der Erde und eröffnen dadurch neue Anwendungen in der Geodäsie. In München vergeht die Zeit schneller als in Braunschweig – zumindest physikalisch ist dies nach Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie Fakt. Der Unterschied hat damit zu tun, dass München geografisch höher liegt, und ist mit rund einer Sekunde in einer Million Jahren zwar winzig, lässt sich aber mit optischen Atomuhren sehr genau messen. Derartige chronometrische Höhenmessungen haben ein revolutionäres Potential für die Messung und Beobachtung der…

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Tauender Permafrost

Kein globales Klima-Kippelement, trotzdem gravierende Auswirkungen. AWI-Forschende finden bei Permafrost keine Evidenz für einen globalen Klima-Kipppunkt, vielmehr tauen Böden schon jetzt proportional zur globalen Erwärmung. Permafrostböden speichern viel CO2 und werden oft als kritisches Kippelement im Erdsystem bezeichnet. Nach wissenschaftlicher Datenlage ist dieses Bild nicht korrekt, wie nun ein internationales Studienteam unter Leitung des AWI zeigen konnte. Demnach gibt es nicht einen bestimmten globalen Klima-Kipppunkt, sondern viele lokale und regionale Kippelemente, die zu verschiedenen Zeitpunkten „zünden“, über die Zeit akkumulieren…

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Seetang und Kohlenstoffspeicherung

Forscher enthüllen: Algenwälder tragen wesentlich zur Kohlenstoffspeicherung im Meer bei. Eine bahnbrechende Studie eines internationalen Forscherteams, zu dem auch zwei Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Hereon gehören, hat die Rolle von Algen bei der Speicherung von Kohlenstoff im Meer aufgezeigt. Ihre Forschung schätzt, dass die weltweiten Algenwälder jedes Jahr 56 Millionen Tonnen Kohlenstoff (zwischen 10 und 170 Millionen Tonnen) in die Tiefsee transportieren. Zwischen 4 und 44 Millionen Tonnen dieses Kohlenstoffs könnten in jenen Tiefen für mindestens hundert Jahre gespeichert bleiben. Die…

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