Geowissenschaften

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Tiefe Geothermie: Eine Karte des Bochumer Untergrundes

Erdwärmeheizungen für Einfamilienhäuser nutzen schon den flachen Untergrund als Quelle oder Speicher für Wärme. Doch will man die Wärmeversorgung von Städten nachhaltig gestalten, gilt es tiefere geologische Strukturen zu verstehen und zu nutzen, wie es in München und Paris schon passiert. Einen wichtigen Schritt für Bochum macht nun das Projekt »VESTA CONTRAST«. Es kartiert ein rund 5 Kilometer langes Stück des Untergrundes in Bochum und Witten bis in Tiefen von maximal 2000 Metern nach dem Echolot-Prinzip. Die Ergebnisse werden bei…

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Massive Korallenbleiche in Kaltwasserkorallenriffen im tropischen Ostpazifik

Die Ökosysteme von Tiefseekorallen im östlichen Pazifik sind wahrscheinlich zweifach bedroht: Warmes Wasser von oben und extrem kaltes Wasser von unten führt zu massiven Korallenbleichen und vermehrtem Absterben. Das Wichtigste in Kürze: Forschende dokumentieren eine unerwartete Korallenbleiche in einem Kaltwasserkorallenriff im Ostpazifik, die bereits zu einer hohen Korallensterblichkeit führte. Im Gegensatz zu vielen anderen Korallenbleichen wurde diese durch extrem kaltes Wasser verursacht. Häufigere und intensivere El Niño-/La Niña-Ereignisse könnten zukünftig eine erhebliche Bedrohung für die tiefen Korallenriffe in der Region…

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Ein neues Kapitel in der Erforschung der Plattentektonik

Die zweite von sechs geplanten TRANSFORMERS-Expeditionen ist unterwegs. Mit der METEOR-Ausfahrt M204 hat die zweite von sechs Expeditionen im Rahmen des Projekts TRANSFORMERS begonnen. Unter der Leitung von Professor Dr. Ingo Grevemeyer vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel untersucht das Forschungsteam die Oceanographer Transform-Verwerfungszone südwestlich der Azoren. Ziel der Expedition ist es, neue Erkenntnisse über die seismische Aktivität und die geologischen Prozesse an dieser bislang wenig erforschten Plattengrenze zu gewinnen. Die Oberfläche unseres Planeten ist geprägt von großen tektonischen Platten,…

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Extremwetter und Klimawandel: Wie der Mensch die Erdoberfläche verändert

Stürme, Überschwemmungen, Waldbrände und steigende Temperaturen verändern zunehmend die Erdoberfläche. Die Folgen: auftauende Permafrostböden, ausgetrocknete Seen, Hangrutsche. Eine wichtige Frage dabei ist: Welche Rolle spielt der Mensch in diesen Prozessen und wie werden sich diese Veränderungen in der Zukunft entwickeln? Mit genau dieser Frage befassen sich etwa 120 Expert:innen vom 9. bis 12. Oktober 2024 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geomorphologie, die zum 50. Mal von der Universität Leipzig ausgerichtet wird. Prof. Dr. Christoph Zielhofer, erläutert im Interview,…

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2023 war entweder zu trocken oder zu nass

WMO-Bericht zu Weltwasserressourcen: Dritter Bericht über Zustand der globalen Wasserressourcen veröffentlicht / Rekordverdächtig niedrige Wasserstände im Mississippi- und im Amazonasbecken. Das Jahr 2023 war nicht nur von einer beispiellosen Hitze geprägt, sondern auch von großer Trockenheit in vielen Teilen der Erde, während es andernorts zu Überschwemmungen kam. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat zum dritten Mal ihren Bericht über den Zustand der globalen Wasserressourcen vorgelegt. Den Angaben zufolge war 2023 das trockenste Jahr der vergangenen 33 Jahre, gefolgt von den…

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Giftgaseinsatz unter Mikroben

Kampf ums Eisen in den Ozeanen der frühen Erde. Team der Universitäten Tübingen und Bristol erforscht, welche Bakterien die Gesteinsablagerungen der gebänderten Eisenerze bildeten. Auf der frühen Erde enthielt die Atmosphäre noch keinen Sauerstoff; dennoch wurde das in den Ozeanen gelöste Eisen in gigantischen Mengen oxidiert und als Gestein abgelagert, zum Beispiel als gebänderte Eisenerze in Südafrika. Unlösliches Eisen scheiden verschiedene Bakterien über jeweils eigene Stoffwechselreaktionen aus: Die einen, die phototrophen Eisenoxidierer, gewinnen Energie, indem sie das Eisen mithilfe von…

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Das Geheimnis der Amethyst-Gesteinsformationen von Uruguay

Internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen entwickelt neues Modell. Amethyst ist eine violette Quarzart und wichtige wirtschaftliche Ressource im Norden Uruguays. Amethyst-Gesteinsformationen entstehen in Lavaströmen, die aus dem Auseinanderbrechen Gondwanas stammen. Ihre Entstehung ist jedoch lange Zeit ein Rätsel geblieben. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen fand heraus, dass sich diese Formationen bei niedrigen Temperaturen von 15 bis 60 Grad Celsius bildeten und schlug ein neues Entstehungsmodell vor. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Mineralium Deposita veröffentlicht. Die Forschenden arbeiteten…

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Suche nach Grundwasser in der Kalahari

Das südliche Afrika gehört zu den am meisten von Trockenheit betroffenen Gebieten auf der Erde. Im Projekt SeeKaquA hat ein internationales Forschungsteam unter Leitung des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) das Ziel, mit Hilfe modernster drohnengestützter Elektromagnetik tiefe Grundwasservorkommen in der Kalahari ausfindig zu machen. Das deutsch-afrikanische Projekt, an dem auch die Universität von Namibia, die Universität von Sambia, das SADC Groundwater Management Institute, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie die terratec Geophysical Services beteiligt sind, wird vom Bundesministerium…

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Erdrutschgefahr – Siedlungsdruck

…führt zu höherem Katastrophenrisiko in Gebirgsregionen. Der Klimawandel wird – vor allem angesichts der weiter wachsenden Weltbevölkerung – das Katastrophenrisiko insbesondere für Menschen in Gebirgsregionen erhöhen. Eine unterschätzte Gefahr im Gebirge sind sich langsam bewegende Erdrutsche, die Gebäude und Infrastrukturen beschädigen und bei einem plötzlichen Einsturz viele Todesopfer fordern können. Immer mehr Menschen, die bei weiter zunehmender Bevölkerung auf steileren Hängen siedeln, sind dieser Gefahr ausgesetzt, wie Forschende der Universität Potsdam und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in Zusammenarbeit mit internationalen…

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Wie ein Fjord in Grönland ein globales seismisches Signal erzeugte

Im September 2023 registrierten Erdbebenmessgeräte weltweit ein einzigartiges seismisches Signal, das stellenweise bis zu neun Tage lang sichtbar war. Verursacht wurde es durch einen massiven Erdrutsch im Dickson-Fjord in Grönland. Was diesen auslöste und warum das Signal so lange anhielt, haben Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und aus der ganzen Welt gemeinsam untersucht. Sie fanden heraus, dass die Quelle der Schwingungen das anhaltende Hin- und Herschwappen von Wasser in dem engen Fjord war. Die Forschenden zeigten auch den…

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Expedition SO307 untersucht Geologie und Biologie des Madagaskar-Rückens

Auf der Suche nach dem Ursprung eines Unterwasser-Plateaus. Heute startet das Forschungsschiff SONNE zu einer Expedition in den südwestlichen Indischen Ozean. Vom 12. September bis zum 28. Oktober 2024 wird ein Team von 25 Wissenschaftler:innen unter der Leitung von PD Dr. Jörg Geldmacher vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel den Meeresboden südlich von Madagaskar erforschen. Im Mittelpunkt der Expedition SO307 stehen geologische und biologische Untersuchungen, die das Verständnis der Geologie und Biologie des Meeresbodens sowie des Meerwassers südlich von Madagaskar…

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Fels-Boccia am Hang

SLF-Forschende untersuchen, wie sich künstliche Steine auf rauem Untergrund bewegen, um Gefahrenhinweiskarten zu verbessern. «Oh, oh, der ist kaputt», sagt Joël Borner und schaut seinem Felsblock hinterher, hinunter ins Hauptertälli. Einen grossen, rot-orangen Betonklotz hat der Steinschlagexperte des SLF den gut 30 Grad steilen Hang von seiner Abwurfstelle nahe dem Weissfluhjoch bei Davos hinabstossen lassen, auf Kommando: «Wir starten in drei, zwei, eins, Start.» Auf seinem Weg hinab stiess der Block dann auf einen Felsen – und zersprang mit einem…

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Forschung im Glück

Das SLF erforscht Permafrost und Schnee in Bhutan auf über 5000 Metern Höhe und entwickelt zusammen mit der lokalen Bevölkerung Massnahmen zur Reduktion von klimabedingten Risiken der Bergwelt. Der Schweizerische Nationalfonds fördert das Projekt Cryo-Spirit. Fast zwei Jahre intensive Vorbereitung waren erforderlich. Jetzt ist es so weit: Am kommenden Samstag, den 14. September, wird Nadine Salzmann, Leiterin der Forschungseinheit Alpine Umwelt und Naturgefahren am SLF, nach Bhutan aufbrechen. In dem kleinen Königreich im Himalaya wird sie zahlreiche Experimente durchführen und…

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Klimawandel besser verstehen

Forschende untersuchten Luftbewegung in der Arktis. Erstmals Erwärmung und Abkühlung der transportierten Luftmassen genau vermessen. Besonderheiten des arktischen Klimas wie die starke Reflexion der Sonnenstrahlen auf dem hellen Schneeuntergrund oder der niedrige Sonnenstand verstärken die globale Erwärmung in der Arktis. Forschende stehen jedoch immer wieder vor der Herausforderung, die dafür verantwortlichen klimatischen Prozesse für verlässliche Wettervorhersagen abzubilden. Wissenschaftler:innen der Flugzeugkampagne HALO (AC)³ ist es gelungen, die Bewegung der Luftmassen aus der und in die Arktis genau zu messen. So können…

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Der Geist des Gletschers

SLF-Doktorandin Patricia Asemann schreibt über ihre Arbeit auf dem Silvrettagletscher, schmelzendes Eis, Fallwinde und Nudeln mit Pesto. “Dancing in the moonlight” und Totos “Africa” tönen aus den Lautsprechern unserer Handys, während wir im Rhythmus der Musik den Silvrettagletscher hinaufsteigen. Die Aussicht auf die umliegenden Berge ist wunderschön, aber unsere Blicke sind stur auf das nächste Stück steilen, buckligen und etwas dreckigen Eises vor uns gerichtet, auf das wir unsere Steigeisen setzen. Eigentlich macht es ja Spaß, auf Gletschern herumzulaufen –…

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Unterwasserlawine mit gigantischen Auswirkungen entschlüsselt

Forschende der Universitäten Kiel und Liverpool haben eine der größten Unterwasserlawinen der Erde im Agadir Canyon vor der Küste Marokkos, einem der größten Canyons der Welt, erstmals umfassend von der Quelle bis zur Senke kartiert. Das so genannte Bed-5-Ereignis vor etwa 60.000 Jahren begann als relativ kleine Unterwasserrutschung mit einem Volumen von etwa 1,5 km³, wuchs im Canyon auf das Hundertfache an und bewegte sich über 2000 km in die umliegenden Tiefseebecken. Mit ihrer Studie konnten die Autoren widerlegen, dass…

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