Heidelberger Wissenschaftler nutzen terrestrische Aufnahmen und Satellitenbilder, um neue Erkenntnisse zur Beschaffenheit der saisonalen Eisvorkommen zu gewinnen. Die Mächtigkeit und das Volumen bislang wenig erforschter Aufeis-Felder, die im Trans-Himalaya von Ladakh in Indien vorkommen, hat ein geographisches Forschungsteam des Südasien-Instituts der Universität Heidelberg untersucht. Das Team unter Leitung von Prof. Dr. Marcus Nüsser nutzte hochauflösende Fernerkundungsdaten und terrestrische Bilder zur Erstellung digitaler Geländemodelle, um das Volumen von natürlich vorkommendem Aufeis mit künstlich angelegten Eisreservoiren zu vergleichen. Die Differenz winterlicher und…
Fallstudie untersucht außergewöhnliches Phänomen im Indischen Ozean. Im April 2021 begegneten sich die beiden tropischen Wirbelstürme Seroja und Odette im Indischen Ozean nordwestlich von Australien. Wie sich dieses seltene Phänomen auf das Meer auswirkte, untersuchten jetzt Oliver Wurl und Jens Meyerjürgens von der Universität Oldenburg jetzt. Ihrer Fallstudie zufolge kühlte sich das Meerwasser durch das Zusammentreffen ungewöhnlich stark ab, zudem änderte der vereinigte Sturm seine Richtung abrupt. Da sich die Häufigkeit und Intensität tropischer Wirbelstürme im Zuge der globalen Erwärmung…
…ist maßgeblich auf geringere Rückstrahlkraft des Planeten zurückzuführen. 2023 verzeichnete die globale Durchschnittstemperatur mit einem Anstieg auf fast 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau einen neuen Höchstwert. Die Ursachen dieses sprunghaften Anstiegs stellte Forschende vor ein Rätsel. Denn betrachtet man die Wirkung von menschengemachten Einflüssen, vom Wetterphänomen El Niño sowie von Naturereignissen, lässt sich zwar ein Großteil der Erwärmung nachvollziehen. Eine Lücke von etwa 0,2 Grad Celsius, konnte jedoch bisher nicht richtig erklärt werden. Ein Team um das Alfred-Wegener-Institut…
Die Namensgebung für das neue Mineral, das in China gefunden wurde, ist zu Ehren des Lagerstättengeologen Prof. Bernd Lehmann von der Technischen Universität Clausthal erfolgt. Im November ist in Peking die Entdeckung eines neuen Minerals gefeiert worden, das in kambrischen Schwarzschiefern der Vanadium-Lagerstätte Zhongcun (Süd-China) gefunden wurde. Dieses Mineral hat die Zusammensetzung Cu(CrV)S4 und wurde vom Doktoranden Xuerui Fu von der University of Geosciences Beijing entdeckt. Inzwischen ist es offiziell von der International Mineralogical Association (IMA) als neues Mineral anerkannt…
Expedition MSM132 erforscht vulkanische Risiken in der Ägäis. Ein internationales Team von Forschenden ist heute mit der MARIA S. MERIAN in die Ägäis aufgebrochen, um das Vulkansystem Kolumbo bei Santorini zu untersuchen und die geologischen Prozesse zu verstehen, die Hangrutschungen, Vulkanausbrüche und Tsunamis auslösen können. Ziel ist es, ein Frühwarnsystem zu entwickeln, um die Sicherheit von Küstengemeinden verbessern. Die Ausfahrt unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel in Zusammenarbeit mit der Nationalen und Kapodistrianischen Universität von Athen ist Teil…
Was war die Ursache des großen Tōhoku-Erdbebens von 2011, und wie können wir geologische Prozesse besser verstehen, um langfristig Küsteninfrastruktur zu schützen – zum Beispiel vor einem Tsunami wie vor 13 Jahren? Diese Fragen stehen aktuell im Fokus einer wissenschaftlichen Expedition im Rahmen des Internationalen Bohrprogramms IODP (International Ocean Discovery Program), an der auch Forschende aus dem MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen beteiligt sind. Seit Anfang September und noch bis 20. Dezember dieses Jahres ist ein…
Große Studie verknüpft die Entwicklungsgeschichte des Menschen mit Klimadaten. Ob Kulturen im Laufe von Jahrtausenden erblühten oder vergingen, hing zum grossen Teil davon ab, wie stark sich das Klima wandelte. Das legt eine Studie nahe, in der ein internationales Team unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums Hereon Klimadaten mit Zehntausenden von archäologischen Funden abgeglichen hat. Wie die Forscher im Magazin „Nature Communications“ schreiben, schrumpfte die Bevölkerung auf den verschiedenen Kontinenten, wenn das Klima über lange Zeit instabil wurde. Eine aktuelle internationale…
Spektakuläre Schlote im Toten Meer entdeckt… Auf dem Boden des Toten Meers haben Forschende in einem vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) koordinierten interdisziplinären Forschungsprojekt meterhohe Schlote entdeckt. Diese entstehen, weil extrem salzhaltiges Grundwasser aus dem Seeboden strömt und sofort Mineralien kristallisieren, berichten sie im Fachmagazin Science of the Total Environment. Die erstmals entdeckten Schlote sind ein wichtiger Frühwarnindikator für Sinkholes. Diese Einsturzkrater entstehen in der Umgebung des Toten Meeres und sind eine eminente Gefahr für die Bevölkerung. Der Eingangsbereich von…
Südlichster Fund erlaubt weitere Einblicke in kreidezeitliche Wälder nahe des Südpols. In der Antarktis herrschten vor rund 90 Millionen Jahren Klimabedingungen, unter denen harzproduzierende Bäume überlebten. Ein Team unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts und der TU Bergakademie Freiberg veröffentlicht jetzt in der Fachzeitschrift Antarctic Science den südlichsten Fund von Bernstein, der weltweit beschrieben ist. Gemeinsame Pressemitteilung: Alfred-Wegener-Institut und TU Bergakademie Freiberg Eine Karte der weltweiten Bernsteinfunde wies bisher eine Lücke auf: den antarktischen Kontinent. Diese schließt jetzt ein Team um Dr….
Es ist eine ehrgeizige Forschungsmission am Rande des Westantarktischen Eisschildes: Erste Teammitglieder des Forschungsprojektes SWAIS2C sind erneut zu einer 1128 Kilometer langen Reise über das Eis aufgebrochen, um über Bohrungen unter dem Eis geologische Erkenntnisse für die Vorhersage des künftigen Meeresspiegelanstiegs zu gewinnen. Ein Forscher aus Deutschland, der am LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG, Hannover) tätig ist, wird wieder vor Ort dabei sein. Weitere Projektbeteiligte aus Deutschland sind die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR, Hannover), das Alfred-Wegener-Institut (AWI, Bremerhaven)…
Das Konzept der planetaren Grenzen ist ein entscheidendes Instrument, um die Klimakrise zu bewältigen und die Zukunft der Menschheit auf der Erde zu sichern. Erstmals wird die Geschichte der planetaren Grenzen im Fachjournal Nature Reviews Earths & Environment vollständig beschrieben: Die Autorinnen und Autoren beleuchten die Ursprünge des Konzepts und beschreiben seinen wachsenden Einfluss auf unterschiedliche Disziplinen sowie auf Gesellschaft und Politik. Der Artikel schildert, wie sich die Wissenschaft der planetaren Grenzen in 15 Jahren zu einem entscheidenden Treiber der…
Neue AWI-Simulationen erlauben, reale Wetterereignisse in verschiedenen Klimaszenarien zu vergleichen und so aufzuzeigen, welche Rolle die globale Erwärmung bei den Extremen spielt. Erst vor wenigen Wochen sorgte das Sturmtief „Boris“ mit enormen Niederschlägen für Chaos und Überschwemmungen in Mittel- und Osteuropa. Wie eine Analyse des Alfred-Wegener-Instituts nun zeigt, hätte „Boris“ in einer Welt ohne die heutige Erderwärmung rund neun Prozent weniger Regen gebracht. Möglich ist eine so konkrete Aussage durch eine neue Modellierungsmethodik, deren Einsatz in Nahe-Echtzeit nun im Fachmagazin…
Expedition SO308 untersucht Spurenelemente und Isotope im Indischen Ozean. Eine internationale Forschungsexpedition unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel ist mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE in den noch weitgehend unerforschten Südindischen Ozean aufgebrochen. Dieses Meeresgebiet ist von großer Bedeutung für das globale Klima und die Nährstoffkreisläufe im Ozean. Auf der knapp achtwöchigen Fahrt von Afrika nach Australien wird das Forscherteam untersuchen, wie Spurenelemente und ihre Isotope – darunter lebenswichtige Mikronährstoffe wie Eisen, Kobalt, Kupfer und Zink – marine Ökosysteme…
Von Steinschlag bis Eislawine: So hat der Klimawandel die Naturgefahren in den Alpen verändert. Der Klimawandel intensiviert vielerorts Naturgefahren in den Bergen und stellt den Alpenraum damit vor besondere Herausforderungen. Das geht aus einer Studie hervor, die SLF-Permafrost-Experte Samuel Weber und Glaziologin Mylène Jacquemart von der WSL und ETH Zürich im Rahmen des WSL-Forschungsprogramms CCAMM gemeinsam koordiniert haben. Murgänge wie dieser könnten künftig auch in Gebieten auftreten, in denen es bislang keine Murgänge gab. (c) Corina Gwerder / SLF Der…
EU-Twinning-Projekt untersucht Nahrungsnetze der Tiefsee um Madeira. Mit einem Kick-Off-Meeting in Funchal, Madeira, ist gestern das EU-Twinning-Projekt TWILIGHTED gestartet. Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel wird darin in den kommenden drei Jahren als deutscher Partner gemeinsam mit Institutionen aus Norwegen und Portugal die Dämmerungszone bis in die tiefe Tiefsee rund um die Insel Madeira erforschen. Gleichzeitig soll die Meeresforschung auf Madeira gestärkt und eine langfristige Partnerschaft mit dem portugiesischen Institut aufgebaut werden. TWILIGHTED wird von der EU im Rahmen von…
Fernerkundung macht Veränderungen der Erdoberfläche frühzeitig und umfassend sichtbar. Doch nicht jede Technologie ist für alle praktischen Anwendungen geeignet. Forschende der Hochschule Anhalt haben gemeinsam mit Partnern aus der Praxis ein neues multispektrales Messsystem für Flugzeuge entwickelt. Das technische Auge schließt eine Lücke zwischen einfachen und komplexen Lösungen. Vom Umweltmonitoring bis zum 3D-Stadtmodell Entstanden ist ein Prototyp mit sechs hochauflösenden Kameras, die bei Flughöhen von 1000 Metern Aufnahmen mit einer Genauigkeit von 10 Zentimetern erreichen. Die Kameras sind mit verschiedenen…