Wie gelangt organische Materie von den produktiven Küstengebieten aufs offene Meer? Eine wichtige Rolle dabei spielen Ozeanwirbel, wie Forschende des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen jetzt zeigen konnten. Die wirbelförmigen Strömungen enthalten große Mengen energiereicher und lebensnotwendiger Fettmoleküle (essenzielle Lipide) und spielen damit eine zentrale Rolle für die Nahrungsketten im Meer und den Kohlenstoffkreislauf. Die Studie ist jetzt in Communications Earth and Environment veröffentlicht worden. Kleinräumige Wirbelbewegungen im Ozean…
30 Meter langer Sedimentkern aus dem „Great Blue Hole“ in Belize liefert bisher längste Zeitreihe für Sturmhäufigkeiten im Atlantik Mitten im seichten Wasser des Lighthouse Reef Atolls 80 Kilometer vor der Küste des kleinen mittelamerikanischen Staates Belize geht es plötzlich tief hinab: Wie ein dunkelblaues Auge erscheint dort das „Great Blue Hole“ umrahmt von Korallenbänken. Die 125 Meter tiefe Unterwasser-Höhle hat einen Durchmesser von 300 Metern und war vor vielen Tausend Jahren eine Tropfsteinhöhle auf einer Kalkstein-Insel. Die Decke der…
Nach der letzten Eiszeit vor rund 11 700 Jahren führte die globale Erwärmung zum Abschmelzen riesiger Eisschilde in Nordamerika und Europa – mit starkem Einfluss auf den Meeresspiegel. Ein internationales Forschungsteam, darunter Forschende des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus Deutschland, veröffentlichte nun eine Studie in der Fachzeitschrift „Nature”. Sie zeigt: Im frühen Holozän stieg der Meeresspiegel in zwei Phasen um über einen Meter pro Jahrhundert, global um bis zu 37,7 Meter…
An der Hochschule Biberach (HBC) hat der erste Earth Builder Summit 2025 stattgefunden: Rund 120 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis sowie Studierende aus dem In- und Ausland kamen zusammen, um sich über aktuelle Forschungsergebnisse, innovative Projekte und zukünftige Entwicklungen im Lehmbau auszutauschen. Die Gäste reisten aus Skandinavien, Österreich, der Schweiz sowie aus den USA an. Für die Keynotes konnte die HBC Dr. Ipek Ölcüm, Geschäftsführerin des Industrieverbands Lehmbaustoffe e.V., und Julian Trummer von Leipfinger Bader gewinnen. Sie beleuchteten in…
Die Analyse von 31 mittelschweren Erdbeben im Marmarameer vor Istanbul zeigt bevorzugte Bruchrichtungen, die mit erhöhter Energieausbreitung in Richtung der Megacity einhergehen. Das soll künftig in Gefährdungskarten berücksichtigt werden, sagt das Forschungsteam um Prof. Patricia Martínez-Garzón vom Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam in einer kürzlich im Fachmagazin Geophysical Research Letters erschienenen Studie. Zusammenfassung Eine neue Analyse der Energieausbreitung von Erdbebenwellen liefert wichtige Erkenntnisse für die Bewertung der seismischen Gefährdung und des Risikos in städtischen Gebieten, insbesondere im Hinblick auf die…
Foraminiferen sind im Meer lebende Einzeller mit einer Schale aus Kalk. Sie liefern nicht nur Hinweise auf vergangene Lebensräume, sondern spielen auch eine wichtige Rolle bei der Sedimentbildung. Entlang tropischer und subtropischer Küsten leben benthische Großforaminiferen auf dem Meeresboden lichtdurchfluteter Flachwasserhabitate, oft haftend an Bruchstücken von Korallen oder an pflanzlichem Substrat. Im Ozean können sie lange Distanzen zurücklegen, indem sie sich an Seegräser oder Algen heften und über weite Strecken treiben lassen. Bisher wurde diese Reise per Anhalter – fachlich…
Durch die globale Erwärmung schmelzen in vielen Gebirgsregionen die Gletscher immer schneller ab. Doch steigen durch die Gletscherschmelze auch die Gefahren – etwa für Ausbrüche von Gletscherseen, von denen es weltweit Zehntausende gibt? Eine Forschungsgruppe der Universität Potsdam hat nun am Beispiel des Desolation Lake in Alaska gezeigt, dass mehrere Faktoren betrachtet werden müssen, um die Gefahr bestimmen zu können, die von Gletscherseen ausgeht. So konnte der Desolation Lake in den vergangenen Jahrzehnten weiter anwachsen, weil abschmelzende umliegende Gletscher sich…
Ein internationales Wissenschaftsteam hat wichtige geologische Klimaarchive aus dem Atlantik und Pazifik genauer als je zuvor synchronisiert. So konnten die Forschenden die zeitliche Abfolge der Ereignisse während der letzten Millionen Jahre vor dem Aussterben der Dinosaurier an der Kreide-Paläogen-Grenze entschlüsseln. Die geochemischen Daten geben zum ersten Mal preis, wann und wie zwei große vulkanische Eruptionsphasen, so genannte Flutbasaltereignisse, einen Einfluss auf Klima und Lebewelt im späten Maastricht vor 66 bis 67 Millionen Jahren hatten. Die Studie ist jetzt in Science…
Forschende unter Beteiligung der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) entschlüsseln Rätsel einer längst vergangenen Zeit: Im Rahmen von aktuellen Studien untersuchen sie, wie sich Leben auf der frühen Erde entwickelt haben könnte. Demnach scheint, anders als bislang angenommen, biologisch verfügbarer Stickstoff kein limitierender Faktor gewesen zu sein. Lebende Organismen brauchen Stickstoff als zentralen Baustein etwa für die Proteinbildung. Doch obwohl unsere Atmosphäre reichlich Stickstoff enthält, können weder Menschen noch die allermeisten Pflanzen diesen direkt aus der Luft aufnehmen. Genau wie…
Die Nordatlantische Umwälzströmung (AMOC), zu der der Golfstrom gehört, schwächt sich ab. Eine Studie des Exzellenzclusters CLICCS der Universität Hamburg und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, veröffentlicht in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“, zeigt, dass dies bis zum Jahr 2100 Billionenkosten verursachen könnte. Das schmelzende Arktiseis verlangsamt die AMOC, reduziert die CO₂-Aufnahme der Ozeane, infolgedessen verstärkt sich die Erderwärmung. Klimamodelle zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen AMOC-Abschwächung und CO₂-Aufnahme. Die Nordatlantische Umwälzströmung – kurz AMOC für Atlantic Meridional Overturning…
Ein internationales Forscher:innen-Team mit Beteiligung des Innsbrucker Geologen Michael Strasser hat erstmals nachgewiesen, dass Erdbeben nicht nur massive Unterwasserlawinen auslösen, sondern auch für überraschende Artenvielfalt in der Tiefsee sorgen. Durch starke Beben werden Nährstoffe auch in die tiefsten Regionen der Ozeane transportiert. Die Studie wurde nun in Nature Communications veröffentlicht. Computertomographie-Aufnahmen von Sedimentproben aus den tiefsten Regionen der Ozeane liefern neue Erkenntnisse über die Umweltbedingungen und das Leben am Boden von Tiefseegräben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Aktivität von Organismen…
Eine neue Nature-Publikation zeigt, wie wirbellose Bodenlebewesen die Welt unter unseren Füßen und damit auch Ökosystemleistungen weltweit beeinflussen. Basierend auf einer Medienmitteilung der Sun Yat-sen University Seit der industriellen Revolution haben globale Veränderungen zu einem Rückgang der Biodiversität geführt. Um diesen Veränderungen zu begegnen, ist es entscheidend zu verstehen, was gesunde Ökosysteme ausmacht – und wie man sie schützen und aufbauen kann. Eine neue Meta-Analyse eines internationalen Forschungsteams, dem auch Prof. Nico Eisenhauer vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)…
Flexibel und widerstandsfähig: Internationales Team untersucht Zellfunktion neu entdeckter Algenart Die neu entdeckte Algenart „Streptofilum arcticum“ hat eine potenziell besonders flexible Zellwand: Bei Wassermangel schrumpft die Algenzelle und ihre Zellwand; steht der Zelle wieder mehr Wasser zur Verfügung, dehnt sich die Zellwand aus, ohne dass die Zelle dabei Schaden nimmt. Diese Funktion erklärt den evolutionären Übergang vom Wasser ans Land und verschafft den Algen Vorteile bei der Klimaanpassung. Ein internationales Forschungsteam unter Führung der TU Bergakademie Freiberg sowie der Universitäten…
Forschende am Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) der Universität Bayreuth haben erstmals Hinweise gefunden, dass Jungpflanzen einiger tropischer Gehölze Teile ihres Kohlenstoffs durch Pilze gewinnen. Hierdurch könnten die Pflanzen im schattigen Unterwuchs die niedrige Kohlenstoffaufnahme durch Photosynthese kompensieren und so einen Wachstumsvorteil gegenüber anderen Pflanzen erhalten. Über ihre Erkenntnisse berichten die Forschenden im Fachjournal Functional Ecology. What for? Netzwerke aus Pilzen und Pflanzen – sogenannte Mykorrhiza-Netzwerke, auch bekannt als Wood Wide Web – sind hochkomplex und Gegenstand aktueller…
Neue DFG-Forschungsgruppe zum 3D-Strahlungstransport gestartet Leipzig. Klimaforschende aus Deutschland wollen in den nächsten Jahren einen Durchbruch bei den Strahlungseigenschaften von Wolken erreichen, indem sie die entsprechenden Prozesse nicht wie bisher nur eindimensional, sondern künftig dreidimensional beschreiben. Wolken und Strahlung in 3D zu erfassen, gilt als wichtiger Schritt zu einer unverzerrten Fernerkundung der Atmosphäre sowie zu einer verbesserten Modellierung von Klima und Wetter. Die neue Forschungsgruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bringt Expert:innen für atmosphärische Strahlung, hochauflösende Modellierung und Beobachtung von Wolken…
Düngemittel leisten einen wichtigen Beitrag zur globalen Nahrungsproduktion, tragen aber auch zur Emission von Treibhausgasen bei. Der Krieg in der Ukraine hat Lieferketten unterbrochen und Preissteigerungen hervorgerufen. Wie kann die Düngemittelproduktion nachhaltiger und resilienter gegenüber geopolitischen Krisen gestaltet werden? Das analysiert ein Team des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit (RIFS) am GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in der Fachzeitschrift „One Earth“. „Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine hat 2022 zu steigenden Preisen für Düngemittel und zu einer Unterbrechung von Lieferketten geführt. Das hat die…