Das so genannte EGER LARGE SEISMIC EXPERIMENT (ELISE) wird das Vogtland durchleuchten: 300 temporäre seismische Messtationen sollen in dieser einzigartigen Versuchsanordnung das Rätsel um die dort immer wieder auftretenden Erdbebenschwärme lösen helfen.Beteiligt sind das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung sowie Universitäten aus Potsdam, Leipzig, Freiberg, Jena, München, Erlangen und Münster sowie der Geologische Dienst in Sachsen und die Akademie der Wissenschaften in Prag. Ein internationales Großexperiment soll den Untergrund im Vogtland und in Nordwestböhmen durchleuchten. In der deutsch-tschechischen Grenzregion rund um…
Staubpartikel aus Wüsten fördern die Eisbildung in Wolken. Diese neue Erkenntnis verdeutlicht, wie wichtig Aerosole sind, um das Verhalten von Wolken zu verstehen, Niederschläge vorherzusagen und die Rolle der Wolken im Klimawandel zu bewerten. Eine neue Studie zeigt, dass natürliche Staubpartikel aus fernen Wüsten dazu führen können, dass sich in Wolken auf der Nordhalbkugel der Erde Eiskristalle bilden. Dieser subtile Mechanismus beeinflusst, wie viel Sonnenlicht die Wolken reflektieren und wie in ihnen Regen und Schnee entstehen – mit erheblichen Auswirkungen…
Neue Forschungsergebnisse zur Atlantikzirkulation: Globale Niederschlagsmuster könnten sich infolge des Klimawandels dramatisch verändern Einige der regenreichsten Orte der Erde könnten ihre jährliche Niederschlagsmenge fast halbieren, wenn der Klimawandel weiter verändert, wie sich Meerwasser rund um den Globus bewegt. In einer neuen Studie, die jetzt in Nature veröffentlicht wurde, hat ein internationales Team von Forschenden aufgezeigt, dass selbst eine geringfügige Verlangsamung wichtiger Meeresströmungen im Atlantik Regenwälder austrocknen, empfindliche Ökosysteme bedrohen und die Lebensgrundlagen in den Tropen zerstören könnte. Mit ihren Klimamodellrechnungen…
Forschende gewinnen aus fossilen Mikrometeoriten Erkenntnisse über Atmosphäre der frühen ErdeSeit Anbeginn der Erdgeschichte treffen winzige Gesteins- und Metallpartikel aus dem Weltraum auf unseren Planeten. In sternklaren Nächten sehen wir ihre Spuren als Sternschnuppen. In Gesteinsschichten eingeschlossen können diese Mikrometeoriten über Milliarden Jahre erhalten bleiben. Forschende der Universität Göttingen, der Open University in England, der Universität Pisa und der Leibniz Universität Hannover haben eine Methode entwickelt, mit der sie anhand solcher fossilen Mikrometeoriten die Atmosphäre der Vergangenheit rekonstruieren können. Die…
Präbiotische Moleküle in einer planetenbildenden Scheibe: Im jungen Sternsystem V883 Orionis konnten mit ALMA erste Hinweise auf komplexe organische Verbindungen wie Ethylenglykol und Glykolnitril identifiziert werden – mögliche Vorläufer von Zuckern und Aminosäuren.Chemische Entwicklung beginnt vor der Planetenentstehung: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass protoplanetare Scheiben komplexe Moleküle aus früheren Phasen übernehmen und weiterentwickeln, anstatt sie vollständig neu zu bilden.Hinweise auf universelle Prozesse: Die Bausteine des Lebens entstehen offenbar nicht nur lokal, sondern könnten unter geeigneten Bedingungen im gesamten Universum…
Ein internationales Forschungsteam des Museums für Naturkunde Berlin sowie aus Buenos Aires und Washington D.C. hat ein neues Fossil aus der oberpermischen Korbacher Spalte beschrieben. Es liefert neue Einblicke in die frühe Evolutionsgeschichte der Archosauromorphen. Das 255 Millionen Jahre alte Fossil wurde bereits in den 1990er Jahren in der berühmten Fossilfundstelle im Nationalen Geopark GrenzWelten entdeckt und nun erstmals untersucht. Die Entdeckung schließt eine wichtige Lücke im Fossilienbericht kurz vor dem Massenaussterben an der Perm-Trias-Grenze. Die Ergebnisse wurden in der…
– Hightech-Einsatz liefert erstmals vollständige und hochauflösende Daten aus Flach- und TiefwasserbereichenDie Bezirksregierung Düsseldorf hat gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Karlsruhe ein zukunftsweisendes Pilotprojekt zur Vermessung der Ruhr durchgeführt. Zum ersten Mal kam dabei eine vom Fraunhofer IOSB entwickelte autonome Wasserdrohne zum Einsatz, die in einem rund sechs Kilometer langen Ruhrabschnitt bei Essen hochauflösende Daten sowohl aus tiefen als auch flachen Gewässerbereichen erfasst hat. Die Wasserdrohne misst das Höhenrelief sowohl unter als auch über…
Forschende der Universität Oldenburg untersuchen seit 2021 auf der Nordseeinsel Spiekeroog die Dynamik am Land-Meerübergang bis in größere Tiefen, um beispielsweise die Auswirkungen auf das küstennahe Ökosystem und Kohlenstoff- und Nährstoffkreisläufe zu analysieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben DynaDeep unter Leitung der Oldenburger Hydrogeologin Prof. Dr. Gudrun Massmann mit rund fünf Millionen Euro für weitere vier Jahre. Am Nordstrand von Spiekeroog befindet sich ein weltweit einzigartiges Observatorium. Es liefert kontinuierlich Daten über das, was passiert, wenn tief im…
SNSB und LMU Paläontologen identifizieren eine neue urtümliche Echse aus den Solnhofener Plattenkalken. Möglich wurde die Beschreibung durch einen Zufallsfund: Erst kürzlich fand ein Doktorand die Gegenplatte des Original-Fossils im Naturhistorischen Museum in London. Ihre Ergebnisse veröffentlichte die Forscher in der Fachzeitschrift Zoological Journal of the Linnean Society. Das Echsen-Fossil ist eigentlich schon seit den 1930er Jahren bekannt: Die Solnhofener Kalkplatte aus dem Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt zeigt den Körperabdruck eines kleinen, langgliedrigen Reptils, 150 Millionen Jahre alt. Das Tier…
Heute weiß man, dass alle Nicht-Afrikaner von einer kleinen Gruppe von Menschen abstammen, die sich vor etwa 50.000 Jahren nach Eurasien wagten. Fossile Aufzeichnungen zeigen jedoch, dass es vor dieser Zeit zahlreiche gescheiterte Ausbreitungsversuche gab, die keine erkennbaren Spuren bei lebenden Menschen hinterlassen haben. Eine neue Studie erklärt nun erstmals, warum diese frühen Wanderungsversuche nicht gelangen. Dabei zeigt ein Team von Forschenden unter der Leitung von Prof. Eleanor Scerri vom Max-Planck-Institut für Geoanthropologie in Jena und Prof. Andrea Manica von…
Prähistorischer Raubfisch Otodus megalodon ernährte sich nicht nur von anderen Räubern an der Spitze der Nahrungskette – Zink-Vorkommen in Fossilien gibt Hinweise auf Beutetiere FRANKFURT. Der Megalodon war der größte Raubfisch, den die Erdgeschichte je sah: Mit bis zu 24 Metern war der Otodus megalodon länger als ein Lkw mit Anhänger, seine knapp 100 Tonnen Gewicht machten ihn mehr als doppelt so schwer. Das große Maul war mit handgroßen, dreieckigen Zähnen bestückt und konnte mit der Kraft einer hydraulischen…
Start einer internationalen Expedition vor der Küste von Neuengland (USA) 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, aber auch unter der Oberfläche fließt Wasser. Die meisten Küstengemeinden beziehen ihr Trinkwasser aus Grundwasserleitern an Land. Dass diese versalzen können, wenn Meerwasser in sie eindringt, ist seit langem bekannt. Umgekehrt wissen wir bisher nur wenig darüber, dass sich von der Küste aus Grundwasserleiter mit Süßwasser kilometerweit durch den Meeresboden ziehen. Obwohl Süßwasservorkommen im Meeresboden an vielen Orten der Welt vorkommen,…
Ein internationales Forschungsteam vom Museum für Naturkunde Berlin, aus Magdeburg und Paris hat erstmals Liegespuren mit Hautabdrücken von frühen Säugetierverwandten untersucht. Die 290 Millionen Jahre alten Spurenfossilien wurden vor über 100 Jahren im Tambacher Sandstein der berühmten Bromacker-Fossillagerstätte im UNESCO-Geopark Thüringen entdeckt und im Rahmen des laufenden BROMACKER-Forschungsprojekts neu erforscht. Diese geologisch ältesten Liegespuren von frühen Säugetierverwandten liefern einzigartige Erkenntnisse über eine reptilienartige Beschuppung sowie das Sozialverhalten unserer frühen Vorfahren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlicht. Was…
Forschende weisen mit ultrapräzisen Analysen Material des Erdkerns in Vulkangesteinen nach Die größten Goldreserven der Erde befinden sich nicht in Fort Knox, dem Goldlager der Vereinigten Staaten. Sie sind viel tiefer im Boden verborgen: Über 99,999 Prozent der globalen Vorräte an Gold und Edelmetallen liegen unter 3.000 Kilometer festem Gestein begraben, eingeschlossen im metallischen Kern der Erde und weit außerhalb der Reichweite der Menschheit. In Vulkangesteinen auf den Inseln von Hawaii haben Forschende der Universität Göttingen jedoch nun Spuren…
Die zunehmende Erderwärmung verdoppelt oder verdreifacht das Risiko, dass mehrere sogenannte Kornkammern – also wichtige Anbauregionen der Welt – künftig gleichzeitig von extremer Hitze und Trockenheit erfasst werden. Das zeigt eine neue Studie der Klimaphysikerin Victoria Dietz vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg. Die Forschenden nutzten für die Studie eine große Anzahl Klimasimulationen, um die Häufigkeit von kombinierten Hitze- und Trockenheitsextremen in unterschiedlichen globalen Erwärmungsszenarien zu untersuchen. Sie stellten fest, dass zwei Grad Erderwärmung in zentralen Maisanbaugebieten…
Team der Leibniz Universität Hannover und der Universität Bonn weist nach, wann Blütenpflanzen in der Erdgeschichte aufgekommen sind Sie sind winzig klein und doch eine veritable erdgeschichtliche Quelle: Pollen sind meist gerade mal 20 Mikrometer also 0,02 Millimeter, groß. Anhand dieser Kleinstpartikel ist es nun einem Forschungsteam der Leibniz Universität Hannover (LUH) und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gelungen, das früheste Auftreten von Blütenpflanzen, so genannten Angiospermen, deutlich zu präzisieren. Ging man bislang davon aus, dass zweikeimblättrige Blütenpflanzen, die Eudikotyledolen, erstmals…