Studie zeigt: Kichererbsen sind trockenresistente Hülsenfruchtpflanzen mit hohem Proteingehalt. Der Klimawandel wirkt sich negativ auf die Ernährungssicherheit aus. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Wolfram Weckwerth von der Universität Wien hat nun eine Studie zur Erforschung der natürlichen Variation verschiedener Kichererbsen-Genotypen und ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenstress durchgeführt. Dabei konnten die Wissenschafter*innen zeigen, dass Kichererbsen eine trockenresistente Hülsenfruchtpflanze mit hohem Proteingehalt sind, die Getreideanbausysteme auch im urbanen Raum ergänzen können. Die Studie ist aktuell im Fachmagazin The Plant Biotechnology erschienen….
Jährlich fallen weltweit 119 Millionen Tonnen gebrauchtes Pflanzenöl an, hauptsächlich aus Gewerbeküchen und Restaurants. Nur ein kleiner Teil davon wird wiederverwendet, beispielsweise zur Produktion von Treibstoffen wie Biodiesel. Am Leibniz-Institut für Katalyse in Rostock (LIKAT) hat die Doktorandin Fairoosa Poovan in der Forschungsgruppe von Prof. Matthias Beller einen Katalysator entwickelt, der gebrauchtes Speiseöl nutzt, um primäre Amine zu synthetisieren. Das sind bedeutende Vorstufen für eine Vielzahl von Produkten unseres täglichen Lebens, einschließlich der Herstellung von Arzneimitteln. Kreislaufwirtschaft für Kohlenstoff Diese…
Erste mRNA-stabilisierende Substanz könnte neue Wege bei der Entwicklung innovativer mRNA-Therapeutika eröffnen. mRNA-basierte Therapeutika und Impfstoffe sind die neue Hoffnung im Kampf gegen unheilbare Krankheiten. Eine gängige Strategie bei der Entwicklung von Arzneimitteln auf der Grundlage von Boten-RNA (mRNA) ist die Zerstörung krankheitsverursachender mRNA. Es ist jedoch eine große Herausforderung, gesundheitsfördernde mRNA zu stabilisieren. Das Team um Peter ‘t Hart, Gruppenleiter am Chemical Genomics Centre des Max-Planck-Instituts für molekulare Physiologie, hat diese Herausforderung nun bewältigt: Die Chemiker haben den ersten…
Pflanzen haben einen ausgeklügelten Mechanismus, um die Produktion neuer Proteine zu überwachen. Der “U1 snRNP”-Komplex sorgt dafür, dass die Baupläne für Proteine vollständig hergestellt werden. Das ist wichtig, weil Zellen dazu neigen, den Prozess zu früh abzubrechen. Diese Qualitätskontrolle kannte man bisher nur aus tierischen Zellen als sogenanntes Telescripting. Ein Forschungsteam unter Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) konnte nun erstmals einen ähnlichen Prozess in Pflanzen zeigen. Die Studie erschien im Journal “Nature Plants”. Ohne Proteine läuft in Pflanzenzellen nichts: Sie…
Einem Team um die Physiker Steffen Sahl und Stefan Hell vom Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für Multidisziplinäre Naturwissenschaften und vom Heidelberger MPI für medizinische Forschung ist es gelungen, mit einem Lichtmikroskop Abstände innerhalb von Biomolekülen bis hinunter zu 1 Nanometer zu messen, und zwar mit Ångström-Präzision. Die mit der MINFLUX-Mikroskopie erreichte intra-molekulare Auflösung ermöglicht es, die räumlichen Abstände von Untereinheiten in Makromolekülen optisch zu erfassen und damit unterschiedliche Konformationen einzelner Proteine im Lichtmikroskop nachzuweisen. Die Ergebnisse stellten die Forschenden jetzt in…
Forschende der Universität Freiburg identifizieren das Molekül HAN als wichtigen Regulator, der im Zusammenspiel mit WOX5 das Wachstum von Pflanzen steuert. Das Verständnis dieses Mechanismus ist relevant für die Züchtung widerstandsfähigerer oder ertragreicherer Nutzpflanzen. Pflanzen bilden neue Blätter, Blüten und Wurzeln in bestimmten Wachstumsregionen an der Spitze von Sprossen und Wurzeln, den sogenannten Meristemen. Diese Meristeme enthalten Stammzellen, die sich nach Bedarf teilen und neue Zellen bilden, aus denen spezialisiertes Gewebe entsteht. Am Beispiel der Pflanzenwurzel konnten Forschende aus Freiburg…
Enge Nachbarschaft von Kobalt und Kupfer auf einer Elektrode ermöglicht die selektive Umwandlung des Treibhausgases CO₂ zu Ethanol – Nachhaltigkeit im Fokus der chemischen Forschung. Die anhaltende Freisetzung von Kohlendioxid in die Atmosphäre trägt maßgeblich zur globalen Erwärmung und zum Klimawandel mit vermehrten Extremwetterereignissen bei. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben nun ein Verfahren vorgestellt, wie Kohlendioxid effektiv in Ethanol umgewandelt werden kann, das dann als nachhaltiger Rohstoff für chemische Anwendungen zur Verfügung steht. „Wir können…
Forschende am Klinikum der LMU haben einen neuen molekularen Schalter entdeckt, der vor Zelltod schützt. Der kontrollierte Zelltod schützt den Körper vor Krebs und anderen Erkrankungen. Ein Team von Forschenden unter Leitung von Professor Alexander Bartelt vom Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten (IPEK) hat jetzt einen neuen Mechanismus entschlüsselt, wie oxidativer Stress den Zelltod beeinflusst. Die Forschenden erhoffen sich hiervon neuartige Ansätze, um gegen Krebszellen und andere Erkrankungen vorzugehen. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Cell Death…
Martin Lohse, Pharmakologie-Professor und Vizepräsident der GDNÄ, über die verblüffenden Wirkungen von sogenannten Scheinmedikamenten und wie sie die Medizin bereichern können. Sie helfen gegen Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Depressionen, die sogenannten Placebos. Was sie können, ist verblüffend, denn sie enthalten keinerlei Arzneiwirkstoff. Wie die Forschung der Therapie mit nichts allmählich auf die Spur kommt und was das für die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten bedeutet, erläutert der Münchner Pharmakologe Martin Lohse in einem Interview auf der Homepage der Gesellschaft Deutscher Naturforscher…
Moderne Mikroskopie- und Spektroskopie-Verfahren möglichst vielen Nutzer*innen in der Anwendung zugänglich machen – diesem Ziel haben sich Prof. Thorben Cordes und Gabriel G. Moya Muñoz verschrieben. Cordes ist zum 1. September als Professor für Biophysikalische Chemie an die TU Dortmund gekommen. Moya Muñoz promoviert an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wird seine Arbeit in Dortmund fortsetzen. Gemeinsam entwickelten die Forscher die Mikroskopieplattform „Brick-MIC“, bei der die meisten Komponenten kostengünstig im 3D-Druck gefertigt und flexibel miteinander kombiniert werden können. Die Ergebnisse der…
Automatisierte Analyse der deutschen Insektenvielfalt. Der Insektenschwund ist kein rein ökologisches, sondern auch ein ökonomisches Problem. Doch verschwinden ganze Arten komplett? Oder gbt es in jeder Art weniger Tiere? Antworten gibt der automatisierte Laborworkflow, den Biolog:innen der UDE federführend entwickelt haben. Wie schützt man, was man nicht kennt? Vor dieser unlösbaren Aufgabe stand die globale Gesellschaft im Hinblick auf den weltweiten Insektenschwund bisher. Biolog:innen der Universität Duisburg-Essen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung haben nun erstmals einen kostengünstigen Workflow mit…
Die Boten-RNA, kurz mRNA, dient als Bauanleitung von Proteinen. Wird mRNA nicht mehr gebraucht, muss sie abgebaut werden. Direktorin Elena Conti und ihr Team vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München konnten jetzt zeigen, dass die verschiedenen molekularen Maschinen, die mRNA übersetzen und abbauen, physisch miteinander in Verbindung stehen und gemeinsam einen Superkomplex bilden. Dieser Superkomplex besteht aus drei Proteinkomplexen, einem Ribosom, dem SKI-Komplex und dem Exosom und ist Teil der zellulären Qualitätskontrolle für mRNA. Die Ergebnisse der Studie…
Meilenstein in der Lipidforschung durch Festlegung von Grenzwerten für Biomarker. Einen bedeutenden Meilenstein auf dem Gebiet der Lipidomik haben Forschende der Universität Wien um den Chemiker Robert Ahrends sowie wissenschaftliche Teams in Singapur, Zürich und Espoo erreicht. Die Wissenschafter*innen haben einen bahnbrechenden Fortschritt bei der Festlegung von Referenzwerten für Ceramide erzielt, das sind Plasmalipide, die beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielen. Die Ringstudie wurde unter der Schirmherrschaft der International Lipidomics Society (ILS) durchgeführt. Die Ergebnisse der ersten Phase eines Ceramid-Ringversuchs…
Neue Erkenntnisse zur Funktion von Zellen in Nature veröffentlicht. Zelluläre Tröpfchen funktionieren vielfältiger als bisher bekannt: Die Fähigkeit, Membranen in Zellen zu zerteilen wurde bisher allein bestimmten Proteinen zugeschrieben. Ein internationales Forschungsteam zeigt jetzt in einer neuen Publikation in der renommierten Fachzeitschrift Nature, dass kleine zelluläre Tröpfchen, sogenannte biomolekulare Kondensate, Membranen auch ohne die Hilfe von Proteinen aufteilen können. Simulationen des Mathematikers Prof. Sebastian Aland der TU Bergakademie Freiberg veranschaulichen, wie die Tröpfchen Kapillarkräfte auf Membranen ausüben. Diese Kräfte krümmen…
Forschende aus Bonn und Aachen klären Rolle einzelner Hirn-Nervenzellen bei menschlicher Geruchswahrnehmung. Wie wichtig der Geruchssinn ist, werden wir uns oft erst bewusst, wenn er nicht mehr da ist: Das Essen schmeckt kaum noch, oder auf Gefahren wie Brandgeruch wird nicht mehr reagiert. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn und der Universität Aachen haben erstmals die neuronalen Mechanismen der menschlichen Geruchswahrnehmung untersucht. Individuelle Nervenzellen im Gehirn erkennen Gerüche und reagieren spezifisch auf den Duft, das Bild und das…
Neuronale Schaltkreise und Mechanismen aufgedeckt, wie Kontraste bei sich schnell verändernden Lichtverhältnissen stabil gesehen werden. Wenn sich Lichtverhältnisse schnell verändern, muss das Auge in Bruchteilen von Sekunden reagieren, um weiterhin gut zu sehen. Das ist zum Beispiel hilfreich oder sogar notwendig, wenn wir durch einen Wald fahren und aus dem Schatten von Bäumen ins Sonnenlicht steuern und dann wieder in den Schatten geraten. „In solchen Situationen reicht es nicht aus, dass die Photorezeptoren im Auge adaptieren, sondern es ist ein…