86 Prozent der Befragten werten Run-off als ein wichtiges Thema bei Versicherern. Ausgehend von den aktiv zeichnenden Teilnehmern der Studie beträgt der Anteil des Discontinued Business an den gesamten versicherungstechnischen Rückstellungen in der Rück- und Schaden-/Unfallversicherung 19 Prozent, wobei den Rückversicherern eine Vorreiterrolle zukommt.
Arndt Gossmann, Direktor im Bereich Advisory bei KPMG: „Die Sichtweise der Branche hat sich grundlegend gewandelt. Discontinued Business wird nicht mehr als unvermeidbar akzeptiert, und aktiver Run-off entwickelt sich zu einem Managementinstrument. Es antizipiert bereits heute die Sichtweise von Solvency II und die wachsende Aufmerksamkeit der Ratingagenturen. Künftig wird Run-off, verstanden als proaktiver Umgang mit inaktivem Geschäft, den Charakter eines Geschäftsprozesses haben wie das Underwriting oder die Schadenbearbeitung.“
Ausschlaggebende Motive
Das wesentliche Motiv für die Einstellung der Zeichnungsaktivitäten sind unbefriedigende Geschäftsergebnisse. Zu nennen sind außerplanmäßiger Schadenverlauf, Konzentration auf Kerngeschäftsfelder und die Optimierung der Kapitalunterlegung. Den häufigsten Ausschlag für aktiven Run-off gibt eine ungünstige Schadenentwicklung. Ein wesentlicher Grund, Run-off nicht aktiv zu betreiben, ist nach Angaben der Befragten der Schutz bestehender Kundenverbindungen.
Inaktives Geschäft ist kein exklusives Phänomen einzelner Sparten. Soweit es die Teilnehmer der Studie betrifft, ist das Volumen in der allgemeinen Haftpflichtversicherung sowie in der Kraftfahrzeugversicherung tendenziell höher als in den übrigen Sparten. Der ausschlaggebende Faktor ist hier das Risiko von Personenschäden mit teilweise lebenslangen Rentenzahlungen.
Thomas Blees
Stellv. Leiter Unternehmenskommunikation
KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft
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