Für die europäische Aquakulturindustrie ist das Beibehalten hoher Standards für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere von extremer Wichtigkeit. Deshalb müssen die Bemühungen, pflanzliche Lipide in die Nahrung gezüchteter Salmonide wie Regenbogenforelle und Atlantiklachs einzuschließen, auf zuverlässigen Daten aufbauen, die deren sichere Anwendung veranschaulichen.
Man nimmt an, dass Nahrungsänderungen eine Reihe von Funktionen im Verdauungstrakt beeinflussen und sich auf die gesamte Gesundheit auswirken. Im Körperinneren, wo die Nahrungsverdauung stattfindet, ist der Digestionstrakt für den Ionen- und Wasserhaushalt verantwortlich, darüber hinaus fungiert er als Infektionsbarriere. Jegliche Veränderung in der Nahrungszusammensetzung könnte sich auf diese Funktionen auswirken und zudem Hunger- und Sättigungsgrad, Krankheitsresistenz sowie die gesamte Gesundheit beeinflussen. Im Rahmen des GUTINEGRITY-Projektes sollten die Auswirkungen von Nahrungsmitteln auf pflanzlicher Basis auf die Darmfunktionen von Forelle und Lachs untersucht werden.
Ein Forschungsteam der Universität von Goteborg konzentrierte sich insbesondere auf den Einfluss der Lipidzusammensetzung in der Nahrung, der Proteine und Hormone auf das Ernährungsverhalten der Regenbogenforelle. Die Studien zeigten, dass die Ernährung mit hohem Lipidgehalt zu einer verminderten Nahrungsaufnahme führt. Besonders ein Protein, das Gastrin Releasing Peptide (GRP), konnte als möglicher Sättigungsfaktor bei der Forelle bestimmt werden. Darüber hinaus entwickelten die Forscher neue Methoden und Verfahren zum Studium der selbstständigen Ernährung sowie zur Messung von GRP und anderen Proteinen im Fischplasma.
Die Ergebnisse des Projektes liefern den ersten Beweis für die mögliche Rolle, die Lipide und GRP bei der Funktion des Verdauungstraktes der Regenbogenforelle spielen. Neben der Vertiefung der Kenntnisse der Wissenschaftler zu Fischphysiologie und Molekularmechanismen legen diese Informationen den Grundstein für weitere Studien auf diesem Gebiet. Möglicherweise tragen diese Daten zu verbesserten und kosteneffizienteren Fütterungsmethoden in europäischen Fischzuchtanlagen bei.

