Weltweite Malarialandkarte geht von einer halben Mrd. aus
Die Anzahl der Malariaerkrankungen dürfte weltweit nahezu doppelt so hoch sein wie bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Wellcome Trust Research Laboratories gekommen. Bei dieser Untersuchung handelt es sich um eine der umfassendsten Anstrengungen zur Dokumentation der Verbreitung von Malaria. Die Wissenschafter um Robert Snow gehen davon aus, dass mehr als eine halbe Mrd. Menschen betroffen sein könnte. Malaria gehört weltweit zu den tödlichsten Infektionskrankheiten. Bisher war es jedoch schwer zu ermitteln, wie viele Menschen tatsächlich erkrankt sind. Frühere Schätzungen beruhten bis zu einem gewissen Grad auf den freiwilligen Meldungen von Gesundheitseinrichtungen. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature veröffentlicht.
Die Wissenschafter entwickelten ein Computermodell zur detaillierten Darstellung einer Weltkarte, die verzeichnet, wie viele Menschen wahrscheinlich an Malaria erkranken werden. In einem ersten Schritt wurde die Welt basierend auf Empfehlungen für Reisende in Regionen aufgeteilt, in denen die Krankheit vorkommt. Ausgeschlossen wurden Regionen über einer bestimmten Höhenlage und stark bebaute Gebiete, die schlechte Bedingungen für die Moskitos bieten. Diese Karte wurde anschließend um Schätzungen zur Bevölkerungsdichte, zum Risiko einer Infektion durch einen Moskitostich sowie den Daten von Krankenberichten über die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung aller Symptome ergänzt. So haben die Forscher berechnet, dass es 2002 rund 515 Mio. klinische Fälle von Malaria gegeben hat. Die genaue Zahl dürfte zwischen 300 und 660 Mio. liegen. Die WHO ging 1998 von einer Schätzung von 273 Mio. Erkrankungen aus. In Regionen außerhalb Afrikas sind die neuen Schätzungen mindestens drei Mal so hoch wie von der WHO angenommen.

