Studien Analysen

Krank durch Mehrbelastungen am Arbeitsplatz / Werksärzte aus der Chemie bestätigen Zusammenhang

Die Mehrbelastungen von außertariflichen Mitarbeitern an ihren Arbeitsplätzen in der chemischen Industrie gefährden mittlerweile die Gesundheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Werksärzten großer Unternehmen der Branche durch den Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA).

Von allen befragten Werksärzte wird der Zusammenhang zwischen Mehrbelastungen am Arbeitsplatz und Erkrankungen bestätigt. Die Mediziner weisen darauf hin, dass die Klagen der Mitarbeiter über Beschwerden im Zusammenhang mit diesen Mehrbelastungen deutlich zugenommen haben. Durchschnittlich wird von einer Verdopplung in den letzten zwei Jahren ausgegangen.

Etwa 20 Prozent der außertariflichen Mitarbeiter, so die Schätzungen der Ärzte, leiden unter gesundheitlichen Problemen durch zunehmende Arbeitsbelastungen. Die Folge: vorrangig Arbeitsunfähigkeit zwischen einigen Wochen und mehreren Monaten.

Als wahrscheinliche Gründe für Erkrankungen werden am häufigsten eine zu hohe Arbeitsbelastung, die ständigen Umorganisationen und die Angst um den eigenen Arbeitsplatz genannt. Sie führen vorrangig zu Bluthochdruck, Herz-Kreislaufstörungen, Depressionen und Schlafstörungen.

Um die Probleme zu entschärfen, schlagen die Werksärzte eine Reihe von Maßnahmen vor: Sie fordern von den Unternehmensleitungen mehr Sensibilität. Außerdem sollten die Umorganisationen zügig beendet sowie Planungssicherheit und Perspektiven für die Mitarbeiter gegeben sein. Weiterhin sind klare Arbeitsvorgaben sowie bessere Führungs- und Kommunikationsstrukturen notwendig.

Um die Arbeit der Werksärzte zu unterstützen, müssen alle Mitarbeitergruppen im Unternehmen ein größeres Problembewusstsein für diese Thematik entwickeln. Ausreichende personelle und finanzielle Mittel für Prävention und Gesundheitsförderung sind erforderlich. Vorgeschlagen wird auch, dass Mitarbeitervertretungen, Personalmanagement und Werksärzte gemeinsam betriebsspezifische Konzepte erarbeiten.

Die meisten Mediziner berichten für die von ihnen betreuten Unternehmen, dass zwar präventive Maßnahmen gegen Erkrankungen durch Mehrbelastungen am Arbeitsplatz angeboten werden, vorrangig aber nur Stressseminare.



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