Mediziner fordern bessere Kontrollen und genaue Zulassung
Ein Drittel der Arzneimittel im ambulanten Bereich und zwei Drittel der Arzneimittel im stationären Bereich, hier insbesondere in der Neonatologie und Intensivmedizin bei Kindern, werden ohne entsprechende behördliche Zulassung angewandt. Diesen Umstand wollen Mediziner schleunigst ändern. Eine internationale Konferenz an der Philipps-Universität Marburg mit Vertretern der europäischen sowie der US-amerikanischen Zulassungsbehörden befasst sich mit der Anwendung von Medikamenten bei Kindern, die in den vergangenen Jahren hohe Brisanz gewonnen hat.
Noch in diesem Jahr muss das Europäische Parlament Stellung zu einer Verordnung zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit und -anwendung für Kinder nehmen, die von der Europäischen Kommission derzeit vorbereitet wird. Diese aktuelle Entwicklung in der Gesundheitspolitik wird im Rahmen der Konferenz mit führenden internationalen Experten unter anderem aus Europa und den USA diskutiert. Ziel der Konferenz ist es das Risiko bei Arzneimitteltherapien für Schwangere und Frühgeborene, aber auch Kinder und Jugendliche deutlich zu reduzieren.
Der Kongress der European Society for Developmental Perinatal & Paediatric Pharmacology (ESDP) findet vom 16. bis zum 20. Juni statt. Die ESDP wurde 1988 als interdisziplinäre und internationale Fachgesellschaft von Pädiatern, Geburtshelfern, klinischen Pharmakologen und Toxikologen gegründet. Ziel der ESDP ist die Arzneimittelentwicklung und Arzneimittelsicherheit in der Geburtshilfe, Perinatologie sowie Kinder- und Jugendmedizin. Neben Fachwissenschaftlern aus dem Ausland werden Vertreter der Europäischen Kommission, der Europäischen Zulassungsbehörde sowie der europäischen Pharmaindustrie sprechen. Auch Vertreter der amerikanischen Food and Drug Administration FDA sowie dem US-National Institute of Health werden erwartet. Finanziell wird die Konferenz von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.

