Kinder, die Musikunterricht bekommen, lernen leichter. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler aus Hongkong. Vor allem das verbale Erinnerungsvermögen wird durch Musik verbessert, berichtet BBC-Online. Die Wissenschaftler hoffen, dass sie mit ihren Erkenntnissen auch Kindern helfen können, die Gehirnverletzungen erlitten haben.
Psychologen der Chinese University of Hongkong haben die Gehirnleistungen von Kindern im Alter von sechs bis 15 Jahren untersucht. Die eine Hälfte der Kinder lernte ein Musikinstrument oder war Mitglied im Schulorchester, die andere Hälfte der Schüler erhielt keine musikalische Ausbildung. In einer Reihe von verschiedenen Sprachtests schnitten die Schüler, die keine Musikinstrument lernten, wesentlich schlechter ab. Interessanterweise gab es zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede bei rein visuellen Tests. Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass Instrumentalunterricht die linke Gehirnhälfte stimuliert. Dort ist auch das Zentrum für das verbale Lernen und für die Sprache.
Ein weiteres interessantes Detail war die Tatsache, dass Kinder am Anfang des Instrumentalunterrichts schlechtere Sprachlernfähigkeiten aufwiesen als die Kinder, die kein Instrument lernten. Nach einem Jahr konnten die jungen Musiker allerdings rapide aufholen. Wenn der Instrumentalunterricht nicht fortgesetzt wurde, blieb die Sprachfähigkeit erhalten, wurde allerdings nicht weiter ausgebaut.
Studienleiterin Agnes Chan sieht im Erlernen eines Instruments eine deutliche Stufe zum Training der linken Gehirnhälfte, die insbesondere im Schulunterricht zu besseren Leistungen führt. Andere Forscher glauben aber auch, dass der familiäre Hintergrund eine wesentliche Rolle bei der Förderung der Kinder spielt. “Kinder, die Musikerziehung genießen, kommen öfters aus wohlhabenderen Familien. Ihre Eltern haben ein höheres Bildungsniveau und legen daher mehr Wert auf die persönliche Entwicklung ihrer Sprösslinge”, so Alexandra Lamont, Psychologin an der Keele University

