Mit Anzahl der Blicke erhöht sich Anteilnahme an Gruppendiskussion
Nicht der Zeitpunkt des Augenkontakts, sondern die Anzahl der Blicke prägen eine Gruppendiskussion. Diskutanten sprechen laut einer Studie der Queen´s University mehr, je häufiger es zu einem Augenkontakt mit den anderen Teilnehmern kommt. Die Ergebnisse über den Effekt des Augenkontakts sollen bei der Entwicklung moderner Technologien wie Videokonferenzen und Spracherkennungssystemen verwertet werden.
“Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen dem Augenkontakt, den Personen aufnehmen, und dem Ausmaß ihrer Teilnahme an einem Gruppengespräch”, erklärte Roel Vertegaal. Vertegaal studierte dafür zwei Bedingungen: Zum einen den direkten Augenkontakt, wenn sich Blicke im Zuge des Gesprächs treffen und den zufälligen Augentakt, der zu irgendeinem Zeitpunkt der Konversation stattfindet. Es zeigte sich, dass ein häufiger Augenkontakt die Diskussion fördert.
Für das Experiment nutzte das Team um Vertegaal Computerbilder von Darstellern, die dem Betrachter verschiedene Grade an Aufmerksamkeit schenkten. Die Teilnehmer glaubten dabei sich in einer Dreier-Konferenz-Situation zu befinden. Der Aufmerksamkeitsgrad der “falschen” Akteure reichte vom direkten Blick in das Gesicht der Teilnehmer, dem Augenkontakt zu einem anderen Darsteller, herab- und wegsehenden Blicken. Während sich Mit steigendem Blickkontakt durch andere Gruppenmitglieder erhöhte sich die Anteilnahme der Testperson an der Konversation, resümierte Vertegaal.

