Am schweizerischen Zentrum für Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwegserkrankungen (Swiss HPB-Center) wurde unter der Leitung von Prof. Pierre-Alain Clavien eine kontrollierte klinische Studie bei Patienten mit bösartigen Tumoren des Bauchspeicheldrüsenkopfes (Pankreaskopfkarzinom) durchgeführt.
Im Rahmen dieser Studie haben die Spezialisten des Swiss HPB-Centers 28 Patientinnen und Patienten vor der geplanten Operation während acht Wochen mit einer Chemotherapie behandelt. Diese präoperative Chemotherapie hatte wenige Nebenwirkungen und wurde von allen Patienten so gut vertragen, dass sich ihre Lebensqualität während der Therapie sogar verbesserte. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im renommiertesten Fachjournal für Onkologie, dem “Journal of Clinical Oncology”, publiziert.
Bei den meisten Patienten mit Pankreaskopfkarzinom kommt es aufgrund eines Gallengangsverschlusses zu einer Mangelernährung mit deutlicher Gewichtsabnahme, die einen wichtigen Risikofaktor für Operationen darstellt. Für eine mögliche Heilung des Pankreaskarzinoms ist jedoch eine aufwändige Operation (Whipple-OP) notwendig, die häufig mit Komplikationen verbunden ist, an denen Patienten sterben können. Prof. Clavien ist davon überzeugt, dass “die neuartige Chemotherapie durch die Verbesserung des Ernährungszustandes zusätzlich zu einer Abnahme der Komplikationsrate und somit des Sterberisikos der Whipple-Operation führen wird”.
Internationale Studie lanciert
Aufbauend auf dieser nun abgeschlossenen Studie hat das Swiss HPB-Center eine internationale Studie lanciert. Diese Studie basiert ebenso auf der präoperativen Chemotherapie und soll dazu beitragen, die Behandlung des Pankreaskopfkarzinoms weiter zu verbessern.
Kontakt:
Prof. Pierre-Alain Clavien, Swiss HPB-Center, Direktor der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie des UniversitätsSpitals Zürich
0041 44 255 86 20

