Das Problem, dass immer mehr Menschen unter Fettsucht leiden, kann nicht nur durch das Ermutigen zu gesünderer Ernährung und mehr Bewegung gelöst werden. Wissenschaftler des University College London fordern, dass die Regierungen anspruchsvollere Konzepte entwickeln. Arbeitsbedingungen, Unterstützungen für Nahrungsmittel, Stadtplanung und Werbebeschränkungen sind von entscheidender Bedeutung schreiben die Forscher im British Medical Journal.
Die neuesten Statistiken zeigen, dass allein in Großbritannien ein Viertel der Erwachsenen fettleibig ist. Laut BBC gehen die Vorhersagen, bei Bestehen der derzeitigen Trends, von einem Anstieg auf mehr als 50 Prozent aus. Diese Ergebnisse spiegeln die Schlussfolgerungen der letzten Studie von Foresight wider. Die wie das Team um Sharon Friel zu dem Ergebnis gekommen ist, dass soziale Themen ebenfalls für das Ansteigen der Fettleibigkeit in der Bevölkerung verantwortlich ist.
Dazu gehört laut der aktuellen Studie auch, dass die kleinen, häufig von Familien geführten Geschäfte durch große Supermärkte ersetzt worden sind. Das veränderte Angebot wirke sich direkt auf die Art des Einkaufens aus. Es würden größere Mengen weniger gesunder Lebensmittel eingekauft. Die Werbeindustrie trage ihren Teil zu dieser Entwicklung bei. Vor allem Kinder interessierten sich mehr für Lebensmittel, die reich an gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz seien.
Die Planung von Städten könnte eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Menschen dazu zu ermutigen wieder mehr zu Fuß unterwegs zu sein und das Auto stehen zu lassen. Diese Faktoren spielten vor allem bei Menschen eine Rolle, die in sozial benachteiligten Gebieten wohnten. Gerade sie würden so noch mehr in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Wissenschaftler verweisen auf das Beispiel Norwegen. Dort wird eine Kombination aus finanzieller Unterstützung, Beeinflussung der Preise und klare Ausschilderung der Inhaltsstoffe auf den Lebensmitteln selbst eingesetzt.

