An dem dreijährigen Projekt arbeitet ein Team unter Leitung von Privatdozent Dr. Michael Seibt vom IV. Physikalischen Institut der Georg-August-Universität in Göttingen mit. Ziel der Forschungen ist es, die Anlagerung von Biomolekülen auf Halbleiteroberflächen so zu steuern, dass sie in der Nanotechnologie zum Beispiel als Sensoren einsetzbar sind.
Wie Dr. Seibt erläutert, entstehen bei der Verbindung von Silizium-Scheiben durch direkten Kontakt in der Nähe der Oberflächen Netze aus linienhaften Gitterbaufehlern, die so genannten Versetzungsnetzwerke. Diese rufen elektrische Felder hervor, die das Muster der Anlagerung von Biomolekülen beeinflussen. “Die Anlagerung sollte selektiv sein, also an vorbestimmten Stellen geschehen, um die so gewonnene Verbindung für Anwendungen in der molekularen Nanotechnologie und der Bioanalytik einsetzen zu können”, erklärt Dr. Seibt.
Die Göttinger Arbeitsgruppe wird Verfahren zum Einbau von metallischen Fremdatomen in Versetzungsnetzwerke entwickeln, die eine gezielte Modifizierung der elektrischen Felder erlauben. Mit Hilfe von hochauflösender Elektronenmikroskopie und Methoden der Spektroskopie wird das Team von Dr. Seibt die Struktur der Netzwerke und die tiefen Zustände der veränderten Versetzungen untersuchen. Die Physiker forschen gemeinsam mit Kollegen des Instituts für innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder), des Instituts für Physikalische Hochtechnologie in Jena und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik in Halle.
Georg-August-Universität, Fakultät für Physik
Herr PD Dr. Michael Seibt
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