Ein internationales Forscherteam hat den bislang am weitesten von der Erde entfernten bekannten Planeten vorgestellt. Der noch unbenannte Himmelskörper ist etwas größer als Jupiter. 17 000 Lichtjahre entfernt kreist er im Sternbild Schütze (Sagittarius) um einen Stern. Der Gasplanet könne zwar kein Leben beherbergen, sagte Denis Sullivan von der Victoria University of Wellington (Neuseeland) am Montag dem Radio New Zealand. Mit der nun erstmals verwendeten Technik, einer Art kosmischen Lupe, könnten Astronomen aber auch erdähnliche Planeten finden.
Über die Entdeckung des Planeten hatten vor wenigen Tagen Forscher unter Leitung von Ian Bond vom Institut für Astronomy in Edinburgh (Schottland) berichtet, ohne jedoch darauf zu verweisen, dass es der bislang am weitesten von der Erde entfernte Planet sei. Sie wollen ihre Arbeit im Mai im Fachblatt «Astrophysical Journal Letters» veröffentlichen (Bd. 606, S. 155).
Bei dem «gravitational microlensing» genannten Verfahren fungieren die Schwerkraft des Planeten und seines Sterns wie eine Lupe, die das Licht eines noch weiter entfernten Sterns beugen und fokussieren und ihn so heller strahlen lassen. Anhand der Kurve des gebeugten Lichts konnte die Größe des Planeten ermittelt werden. Albert Einstein hatte den Effekt bereits vorhergesagt.




