Zu einer ungewöhnlichen Verbindung von Kunst und Wissenschaft ist es in Dresden gekommen. Mit Hilfe der Strömungsmechanik sei dem Institutsdirektor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität (TU) Dresden, Roger Grundmann, die Revolutionierung des Holzblasinstrumentes Fagott gelungen, teilte die Hochschule am Dienstag mit.
Grundmann habe den so genannten S-Bogen, das doppelt gekrümmte metallene Verbindungsrohr zwischen Mundstück und Instrument, untersucht. Er optimierte das Bauteil und erreichte bis zu 40 Prozent geringere Reibungswerte. «Der Musiker muss also weniger stark blasen und hat mehr Kraft, um den Ton zu modulieren», sagte Grundmann. Künstler der Sächsischen Staatskapelle und der Landesbühnen Sachsen zeigten sich den Angaben zufolge begeistert von seiner Neuerung. Auch Fagott-Bauer seien überzeugt, sagte Grundmann. Auf den neuen S-Bogen wurde ein Patent angemeldet.
Der Wissenschaftler und Musiker begann im April mit seinen Forschungen. Er sei weltweit vermutlich der erste, der die Strömungsmechanik mit dem Instrumentenbau vereinigt habe, teilte die Hochschule mit. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft sicherte ihm Unterstützung für einen Fagott-Prüfstand zu. Grundmann kündigte an, seine Forschungen auf weitere Blasinstrumente auszuweiten.




