Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) hat Licht in eine seit Jahrzehnten andauernde Debatte darüber gebracht, warum Galaxien sich schneller drehen als erwartet – und ob dieses Verhalten durch unsichtbare Dunkle Materie oder durch einen Zusammenbruch der Gravitation auf kosmischen Skalen verursacht wird. Unter der Leitung des AIP in Zusammenarbeit mit der University of Surrey, der University of Bath, der Nanjing University in China, der University of Porto in Portugal, der Leiden University in…
Klassisches Optik-Experiment zeigt, wie sich Atemluft vor dem Gesicht ausbreitet. Das Institut für Physik und Technische Bildung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe hat ein Video erstellt, das einen eigentlich unsichtbaren Vorgang sichtbar macht. Mit Hilfe eines klassischen Experiments der Schlierenoptik wird gezeigt, wie unterschiedlich sich Atemluft mit und ohne Alltagsmaske ausbreitet. Wie sich Atemluft vor dem Gesicht mit oder ohne Alltagsmaske ausbreitet, ist seit Covid-19 eine relevante Frage. Ein Video, das diesen eigentlich unsichtbaren Vorgang sichtbar macht, hat jetzt Jun. Prof….
PTB untersuchte den Raumluftreiniger von Braunschweiger Entwicklern: Für den untersuchten Prototyp lässt sich abschätzen, dass durch das Gerät geführte Viren zerstört und somit die Virenlast in der Raumluft prinzipiell deutlich reduziert werden kann. In der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) wurde der Prototyp eines UV-C-Raumluftreinigungsgerätes bezüglich seiner Bestrahlungsstärke im Innern vermessen, um dessen Wirksamkeit für die Neutralisierung von Keimen und Viren abschätzen zu können. Mit einer Simulation der Bestrahlungsstärkeverteilung im Gerät konnte zudem die Eignung der abschließend gewählten Lampenanordnung untersucht werden. Für…
Head-Mounted Displays Für die Analyse wurde die Trackingreichweite der Trackingsysteme bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten gemessen und verglichen. Im Rahmen des Projekts Applikationszentrum V/AR stellt das Virtual Dimension Center (VDC) jetzt seine Ergebnisse vor. Die durchgeführten Messungen zeigen, dass es bei der Trackingreichweite der Trackingsysteme Unterschiede zwischen den Trackingsystemen gibt. Head-Mounted Displays (HMDs/Headsets, zu Deutsch “Datenhelme”) haben in den letzten wenigen Jahren einen kommerziellen Siegeszug, vor allem in Konsumentenanwendungen, hinter sich. HMDs sind seit Jahrzehnten als grundsätzlich interessante Interaktionsgeräte bekannt. Mit geringem…
Fraunhofer IPK und die Charité CFM Facility Management GmbH entwickeln ein KI-basiertes System zur automatisierten Vollständigkeitsprüfung von Operationsbesteck. Alltag in Universitätskliniken: In Aufbereitungseinheiten für Medizinprodukte werden Operationsbestecke gereinigt, desinfiziert, verpackt und sterilisiert. Rund 3500 Instrumente pro Tag werden so unter strengsten Hygiene- und Qualitätsstandards für chirurgische Eingriffe vorbereitet und in die OP-Säle geliefert. Bis zu 160 Skalpelle, Scheren, Klammern und andere Instrumente kann ein Packsieb mit der Flächengröße eines DIN A3-Blattes enthalten. Reklamationen aus dem OP, weil ein bestimmtes Instrument…
Was lässt die Oberfläche des Mars-Monds Phobos verwittern? Ergebnisse der TU Wien liefern wichtige Erkenntnisse, bald soll eine Weltraummission Gesteinsproben nehmen. Wetter in unserem Sinn gibt es im Weltraum natürlich keines – trotzdem kann Gestein auch im Vakuum des Alls „verwittern“, wenn es andauernd von energiereichen Teilchen bombardiert wird, die etwa von der Sonne ausgesendet werden. In einer ganz speziellen Situation befindet sich der Marsmond Phobos: Er ist dem Mars so nahe, dass dort nicht nur der Sonnenwind, sondern auch…
Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe und ihre Kooperationspartner fanden Signaturen eines unkonventionellen Hall-Effekts im Quantenlimit des Bulk-Metalls HfTe5, der neben dem dreidimensionalen Quanten-Hall-Effekt eines einzelnen Elektronenbandes bei niedrigen Magnetfeldern auftritt. Der Quanten-Hall-Effekt gehört zu den bekanntesten Beispielen für ein Quantenphänomen, das in einem wirklich makroskopischen Maßstab auftritt. Aufgrund seiner Robustheit ist der Quanten-Hall-Effekt für Anwendungen von enormer Bedeutung. Es wird heutzutage beispielsweise als „Goldstandard“ zur Messung elektrischer Widerstände verwendet. Noch wichtiger ist, dass der Quanten-Hall-Effekt als Drosophila…
Physiker am Max-Planck-Institut für Quantenoptik haben die Quantenmechanik mit Hilfe der Wasserstoffspektroskopie einem neuen bis dato unerreichten Test unterzogen und sind der Lösung des bekannten Rätsels um den Protonenladungsradius damit ein gutes Stück nähergekommen. Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) ist es gelungen, die Quantenelektrodynamik mit bis dahin unerreichter Genauigkeit auf 13 Nachkommastellen zu testen. Die neue Messung des 1S-3S Übergangs im atomaren Wasserstoff ergibt einen Protonenradius fast doppelt so genau wie alle bisherigen Wasserstoffmessungen. Dieses Ergebnis bringt die Wissenschaft…
Geisterteilchen sind Beweis für sekundären Fusionsprozess, der unsere Sonne antreibt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Borexino-Kollaboration haben den ersten experimentellen Beweis für das Auftreten des sogenannten CNO-Zyklus in der Sonne erbracht: Sie konnten charakteristische Neutrinos, die bei diesem Fusionsprozess entstehen, direkt beobachten. Dies ist ein wichtiger Meilenstein hin zu einem vollständigen Verständnis der Fusionsprozesse in der Sonne. Mehr noch: Während der CNO-Zyklus in der Sonne eine untergeordnete Rolle spielt, ist er in Sternen, die wesentlich schwerer und damit heißer sind als…
Die Analyse biomedizinischer Bilddaten durch Fachkräfte, zum Beispiel in der Zellmikroskopie ist nicht nur personalintensiv und kostspielig, sondern auch fehleranfällig. Durch maschinelles Lernen, sogenanntes Deep Learning, lassen sich Bilder zwar hardwareunabängig auswerten, aber die Auswahl und die Konfiguration eines geeigneten Deep-Learning-Modells ist aufwändig. Das Fraunhofer IPT entwickelt jetzt gemeinsam mit Partnern ein Softwaretool, das verschiedene Bilddaten automatisiert vorverarbeitet, sodass biologische Fachkräfte ein geeignetes Modell direkt auswählen und nutzen können. Die Anwendung von Deep-Learning-Modellen (DL) zur automatisierten Zellklassifizierung erfordert Expertise im…
Wissenschaftler aus Regensburg, Karlsruhe und Tainan haben herausgefunden, dass Elektronen in atomar dünnen Kohlenstoffschichten im Magnetfeld nicht mehr wie gewöhnlich auf Kreisbahnen, sondern entlang hexagonaler Bahnen laufen. Bewegen sich freie Elektronen im Magnetfeld, so werden diese auf Kreisbahnen, sogenannte Zyklotronbahnen, abgelenkt. Dieser seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannte grundlegende Mechanismus, der auf der Lorentzkraft beruht, fand beispielsweise früher in Bildröhren von Fernsehern breite Anwendung, wird in der Massenspektrometrie ausgenutzt und zwingt heute hochenergetische Elektronen in Teilchenbeschleunigern auf Kreisbahnen. Das gleiche…
Junges Jenaer Forschungsteam entwickelt Optik-Baukasten für Forschung und Ausbildung. Mikroskope, die biologische Prozesse sichtbar machen, kosten viel Geld, stehen in Speziallaboren und erfordern hoch qualifiziertes Personal. Damit neue Ansätze für drängende Fragestellungen zu erforschen, etwa im Kampf gegen Infektionskrankheiten, ist vor allem Wissenschaftler*innen an gut ausgestatteten Einrichtungen vorbehalten. Ein Forschungsteam vom Jenaer Leibniz-Institut für Photonische Technologien, der Friedrich-Schiller-Universität und dem Uniklinikum Jena hat einen optischen Baukasten entwickelt, mit dem sich für wenige Hundert Euro Mikroskope bauen lassen, die so hochauflösende…
Im Oktober präsentierten die Forschungsprojekte »ASARob« und »RoPHa« ihre Ergebnisse. In beiden entwickelte das Fraunhofer IPA mit Projektpartnern neue Grundfertigkeiten für interaktive Serviceroboter. Damit können Roboter ihre Umgebung besser wahrnehmen und zum Beispiel bei der Personenführung oder Nahrungsaufnahme unterstützen. Was für den Menschen selbstverständlich ist, stellt einen Serviceroboter vor Herausforderungen. Erkennen, was ein Mensch tun möchte und welche Hilfe er benötigen könnte, sowie das Anbieten und Ausführen entsprechender Assistenzfunktionen in direkter Interaktion mit dem Nutzer: Um dies leisten zu können,…
Yes, we quant! Forscherinnen und Forscher am Fraunhofer IZM wollen die Quantenphysik aus den Lehrbüchern in die Realität bringen. Mit Hilfe von optischen Glas-integrierten Wellenleitern entwickeln sie eine universelle Plattform, die es ermöglicht, Lösungen für abhörsichere Quantenkommunikation und hochgenaue Quantensensoren miniaturisiert, schnell und auf Kundenwunsch aufzubauen. Warum sich die Kombination aus Photonik und Quanten besonders gut eignet und welche Zukunftsbereiche sich durch Quantentechnologien eröffnen. Schrödingers Katze befindet sich in einer Kiste – ist sie lebendig oder tot? Während die Kiste…
Beobachtung von Metamaterialien in Echtzeit: Ein Team unter der Leitung des Physikers Peter Baum von der Universität Konstanz nutzt erfolgreich extrem kurze Elektronenpulse, um die Licht-Materie-Wechselwirkungen in nanophotonischen Materialien und Metamaterialien zu messen. Physiker der Universität Konstanz, der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU München) und der Universität Regensburg haben experimentell nachgewiesen, dass ultrakurze Elektronenpulse durch die Interaktion mit Lichtwellen in nanophotonischen Materialien eine quantenmechanische Phasenverschiebung erfahren, mittels derer sich die Funktionsweise von Nanomaterialien bei Lichteinstrahlung direkt sichtbar machen lässt. Die Ergebnisse sind…
Das Land Niedersachsen fördert fünf naturwissenschaftliche Digitalisierungsprojekte an der Universität Oldenburg. Im Mittelpunkt stehen KI-Verfahren, maschinelles Lernen und automatische Datenanalyse. Viermal Meeresforschung, einmal Quantenphysik: Im Programm „Digitalisierung in den Naturwissenschaften“ fördert das Niedersächsische Wissenschaftsministerium (MWK) insgesamt fünf Oldenburger Vorhaben für drei Jahre mit insgesamt knapp 4,5 Millionen Euro aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung. Gemeinsam mit Partnern wollen die Oldenburger Forscherinnen und Forscher zum Beispiel die Nanowelt mit neuen digitalen Werkzeugen erkunden oder Systeme entwickeln, um Daten von Satelliten oder…
Astrophysiker rekonstruieren die Geschichte unserer Heimatgalaxie als Verschmelzungsprozess. Galaxien wie die Milchstraße sind durch das Verschmelzen von kleineren Vorgängergalaxien entstanden. Einem internationalen Team von Astrophysikern unter Leitung von Dr. Diederik Kruijssen vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg ist es nun gelungen, die Verschmelzungsgeschichte unserer Heimatgalaxie zu rekonstruieren und dazu einen vollständigen Stammbaum zu erstellen. Dafür untersuchten die Forscher die Eigenschaften von die Milchstraße umkreisenden Kugelsternhaufen mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI). Dabei entdeckten sie ein bislang unbekanntes Kollisionsereignis, dass das Aussehen…