Informationstechnologie

Das simulierte Terminal: Testzentrum der Superlative

Das Siemens Airport Center ist ein Testzentrum der Superlative. Das automatische Gepäckfördersystem hat eine Kapazität von 30 Millionen Koffern pro Jahr. In Deutschland sind nur die Systeme in München und Frankfurt größer, sie stammen ebenfalls von Siemens. Die Gepäckstücke rasen mit einem Spitzenwert von maximal zehn Metern pro Sekunde (36 km/h) in Behältern über die Förderanlage. Je schneller die Bänder laufen, desto kürzer ist auf einem Flughafen die kürzest mögliche Umsteigezeit. Jeder Koffer hat einen Barcode; jeder Behälter einen RFID-Chip, auf den die Informationen des Koffers und damit das Ziel geschrieben werden. Die Sortieranlage kann bis zu 5000 Gepäckstücke pro Stunde verarbeiten. 1200 Näherungsschalter und Lichtschranken sowie 545 Antriebe gewährleisten einen reibungslosen und sicheren Betrieb der Anlage. Je umfassender eine Gepäckförderung getestet wird, desto schneller können sie Siemens-Techniker in einem echten Flughafen aufbauen und in Betrieb nehmen. Denkbar ist zudem, dass Mitarbeiter eines Flughafens oder das Wartungspersonal im SAC die Anlage kennen lernen und an ihr trainieren.

Das Einchecken auf Flughäfen soll möglichst sicher, aber auch bequem sein. Im SAC können Kunden das mobile Einchecken erproben. Dabei wird das Mobiltelefon zur Bordkarte. Die Passagiere laden ein kleines Programm auf ihr Handy und erhalten bei der Buchung eines elek-tronischen Tickets per SMS einen zweidimensionalen Barcode auf das Display. Dieser enthält Informationen über Flugnummer, Gate oder auch Sitzplatz. Am Schalter und beim Boarding identifiziert das System den Fluggast anhand des Codes. In das System können auch biometrische Daten integriert werden, was das Einchecken deutlich sicherer macht. Im SAC ist die Identifizierung über den Fingerabdruck oder eine dreidimensionale Gesichtserkennung möglich, die von Siemens entwickelt wurde. Das automatische System projiziert ein farbiges Raster auf das Gesicht und nimmt das Bild auf. Die Konturen werden digitalisiert und gespeichert. Beim Einsteigen in das Flugzeug genügt dann ein Fingerabdruck oder ein Blick zur Kamera und das System erkennt den richtigen Passagier. (IN 2005.12.3)



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