An der Universität Padova wurden die Daten einer automatisierten Überwachungsstation für Wildbäche in den Alpen gesammelt und diese der Forschungsgemeinschaft in Form einer Datenbank zur Verfügung gestellt.
Die Dolomiten, ein Teil der italienischen Alpen, sind eine der europäischen Regionen mit einem hohen Wildbachrisiko. Im Rahmen des Forschungsprojekts THARMIT wurde ein Überwachungssystem in Acquabona errichtet. Es wurden Durchschnitts- und Spitzendaten zu Fließgeschwindigkeit, Fließhöhe und Abfluss sowie zu Gesamtvolumen und Druckwirkung gesammelt. Darüber hinaus wurden Beobachtungen zu möglichen Auslösemechanismen wie Niederschlag oder seismische Aktivität aufgezeichnet. Von besonderer Bedeutung ist die Tatsache, dass die Station komplett automatisiert ist und über eine Fernverbindung gesteuert werden kann.
Die Herausforderung für die Gruppe an der Universität Padova bestand darin, den bestmöglichen Weg zu finden, um die Daten für in der Wildbachforschung tätige Wissenschaftler zugänglich zu machen. Die Lösung dazu liegt in einer umfassenden Datenbank. Die Datenbank umfasst die wesentlichen zeitlichen (chronologische Daten) und räumlichen (topographische, geologische und andere Karten) Elemente. Zusätzlich dazu sind Referenzdaten wie Gesteins- und Bodeneigenschaften enthalten. Gespeichert werden sowohl Daten zur Art des Ereignisses, zu seinem Ausmaß und seiner Häufigkeit als auch Informationen zum Auslöseimpuls.
Die Datenbank ist für die Forschungsgemeinschaft ein Tool von unschätzbarem Wert. Sie erleichtert elementare Aufgaben wie die Zeitreihenanalyse und liefert gleichzeitig die nötigen Daten zur Risikoeinschätzung und Modellierung von Wildbächen. Der Datenumfang umfasst gegenwärtig drei verschiedene Regionen in Italien. Die Nutzung der in der Datenbank enthaltenen Informationen wird die Entwicklung besserer Wildbachprognosen und die Umsetzung zielgerichteter Gegenmaßnahmen unterstützen.




