Materialwissenschaften

Effizient und Resistent

Neue Dämmstoffe für Industrieöfen im Hochtemperatur-Bereich

Stahl, Porzellan und Keramik sind Beispiele für Produkte, die bei ihrer Herstellung buchstäblich durchs Feuer gehen. Zur Senkung der bis zu 40% Abwärmeverluste wurden bisher oft Dämmstoffe eingesetzt, die als krebserregend für den Menschen angesehen werden sollten oder in ihrem Temperaturbereich begrenzt sind. Neu entwickelte, mikroporöse Dämmstoffe, die gesundheitlich unbedenklich und robust gegen chemische, thermische und mechanische Belastungen sind, werden im BINE-Projekt-Info “Neue Wärmedämmstoffe für Hochtemperaturprozesse” vorgestellt. Die Broschüre ist kostenfrei bei BINE Informationsdienst erhältlich – telefonisch unter 0228/9 23 79-0 oder im Internet unter www.bine.info.

Der neue Werkstoff auf Basis von Calciumhexaaluminat zeichnet sich durch sehr gute Wärmedämmeigenschaften aus. Er besitzt eine hohe Beständigkeit gegen Temperaturwechsel und ist auch resistent gegen chemische Belastungen. Dieses wurde in einem 17-monatigen Test in einem Hubbalkenofen mit Fe2O3-haltigen Ofenstäuben und Alkali-Elementverbindungen belegt. Das neue Dämmmaterial kann mit unterschiedlichen Geometrien und als Spritzmasse in Hochtemperaturöfen eingesetzt werden. Unter Federführung des Deutschen Institutes für Feuerfest und Keramik wurde der neue Werkstoff im Verbund mit Industriepartnern entwickelt. Überzeugend verliefen auch die Praxistests. Beim Einsatz in einem Hubbalkenofen erzielte das neue Material eine um 30 – 35% höhere Energieeinsparung im Vergleich zu den bisher verwendeten.

Im Jahr werden weltweit ca. 160.000 Tonnen Faserdämmstoffe verbraucht, davon etwa 10% in Deutschland. Etwa 40% entfallen auf den Bereich Keramik, Feuerfest und Ofenbau und 25% auf die Stahlindustrie. Allein für Deutschland wird das Marktvolumen im Bereich Wärmedämmstoffe für Hochtemperaturprozesse auf 250 Mio. EUR/a abgeschätzt.



Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar