Materialwissenschaften

Institut für Umweltforschung koordiniert EU-Netzwerk ISACOAT

Mitten im Umbruch: die Metalllackierung

Das Deutsch-Französische Institut für Umweltforschung (DFIU/IFARE) an der Universität Karlsruhe koordiniert ISACOAT (Integrated Scenario Analysis of Metal Coating), ein thematisches Netzwerk der EU. Ziel von ISACOAT ist der Erfahrungsaustausch zwischen Forschungseinrichtungen, Lackherstellern und lackverarbeitender Industrie im Hinblick auf mögliche Perspektiven und zukünftige Szenarien für den Industriebereich Metalllackierung.

Mit der Umsetzung der EU-Lösemittelrichtlinie müssen bei zahlreichen industriellen Lackieranwendungen die Lösemittelemissionen reduziert werden. Dafür sollen zukünftig verstärkt lösemittelarme Lacke verwendet werden. Auf eine Begrenzung des Lösemittelgehalts von Farben und Lacken zielt ebenfalls die vorgesehene EU- Produktrichtlinie, die bereits als Entwurf vorliegt. Der Einsatz alternativer Lackprodukte erfordert jedoch die Umstellung der kompletten Anlagen- und Prozesstechnik – die gesamte Organisation und Struktur der Branche wird sich verändern. Dabei will ISACOAT helfen: Es untersucht anhand von Beispielen aus den Bereichen Fahrzeugserienlackierung, Autoreparaturlackierung, Land- und andere Maschinen, Kleinteile (Lohnlackierung) und Konstruktion/Bau in einer integrierten Szenarioanalyse vier denkbare Entwicklungsmöglichkeiten für die Branche. Die Ergebnisse werden Politik und Wirtschaft zur Verfügung gestellt, um sie bei Entscheidungen über (umwelt- )politische Maßnahmen, Investitionen oder die Initiierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu unterstützen. Da die verschiedenen Akteure der Branche einbezogen werden, beschränken sich die Aussagen dabei nicht auf einzelne Unternehmen, sondern berücksichtigen die Wertschöpfungskette und den gesamten Lebenszyklus der Produkte.

ISACOAT wird als Netzwerk mit insgesamt 14 Partnern aus der EU sowie Mitteleuropa im 5. Europäischen Forschungsrahmenprogramm gefördert. Interessierte Firmen aus den genannten Bereichen können aktiv am Thematischen Netzwerk partizipieren.



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