Energie & Elektrotechnik

Windkraft- und PV-Erzeugungsspitze in Deutschland – Auswirkungen im europäischen Verbundsystem

Erzeugungsspitzen in dieser Größenordnung beeinflussen nicht nur die Netzauslastung und den Einsatz von konventionellen Kraftwerken in Deutschland, sondern auch in den angrenzenden Ländern im europäischen Verbundsystem.

Erstmals erreichte die gleichzeitige Einspeisung aus Windkraft und Photovoltaik in Deutschland am 14. September 2012 von 13:00-14:00 Uhr eine Leistung von 31,8 GW. Dabei entfielen 15,6 GW auf Windkraft und 16,2 GW auf Photovoltaik. Dies führte zu einer temporären Reduktion der Leistung aus konventionellen Kraftwerken (vgl. Abbildung 1) trotz gleichzeitig auftretendem Tagesmaximum der Verbraucherlast.

Der resultierende Exportsaldo des gemessenen grenzüberschreitenden Lastflusses betrug zu dieser Stunde insgesamt ca. 8 GW. So fand ein gemessener Stromexport in die Nachbarländer Niederlande, Österreich, Schweiz, Polen, Tschechien und Dänemark statt.

Im europäischen Verbundsystem weisen die Strompreise an den Strombörsen der Nachbarländer aufgrund des grenzüberschreitenden Leistungsaustauschs üblicherweise einen sehr ähnlichen quantitativen Verlauf auf.
Bedingt durch die temporäre regenerative Erzeugungsspitze in Deutschland ist jedoch davon auszugehen, dass am frühen Nachmittag des 14. Septembers 2012 die verfügbaren Transportkapazitäten der Netzkoppelstellen an ihre Grenzen stießen. Folglich stellte sich in dieser Zeit eine erhebliche Preisdifferenz zwischen Deutschland und den zugehörigen Nachbarländern ein (Abbildung 2).

Dieses Extremereignis zeigt, dass für den Ausgleich von Erzeugungsschwankungen das gesamte europäische Verbundsystem zu berücksichtigen ist. Bei einer avisierten Verdopplung der Erzeugungsleistung aus Windkraft und Photovoltaik in Deutschland werden diese Ereignisse deutlich häufiger auftreten.



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