Architektur Bauwesen

Kapillarrohrmatten für Flächenheiz- und -kühlsysteme von Gebäuden

Kapillarrohrmatten aus Polypropylen wurden schon vor etwa zwanzig Jahren entwickelt. Ursprünglich zur Abwärmenutzung konzipiert, zeigen sie jetzt ihre Stärken in Flächenheiz- und -kühlsystemen von Gebäuden.

Mit ihrem geringen Platzbedarf, der geringen thermischen Trägheit und einem geringen Strömungswiderstand können Kapillarrohrmatten optimal in Fußbodenheizungen und Kühldecken eingesetzt werden. In einem Forschungsvorhaben der Hochschule Zwickau in Zusammenarbeit mit der Clina Heiz- und Kühlelemente GmbH wurden ihre Eigenschaften sowohl theoretisch als auch praktisch umfassend untersucht. Dabei wurden zum Teil überraschende Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt.

So bieten Kapillarrohrmatten dem Architekten weitgehende Gestaltungsfreiheit: etwa bei der Anwendung bei Kühldecken, Kühlsegeln, Kühlwänden, flexiblen Kühlflächen (z.B. freihängenden Kapillarrohrmatten), Stoffsegeln mit integrierten Matten, Kühlsäulen oder Kühlschächten. Weitere Einsatzmöglichkeiten bestehen nach Angaben der Zwickauer Forscher bei der Be- und Entladung von Erdwärme- und Latentwärmespeichern.

Dass die Behaglichkeit eines Raumes entscheidend von der Temperatur der Umgebungsflächen abhängt, wussten schon die Römer. In antiken Thermen lassen sich noch heute Luftkanäle (sogenannte Hypokausten) in Fußböden und Wänden bewundern, die vor 2000 Jahren von warmer Luft durchströmt wurden. Heute ist die Umweltfreundlichkeit ein zusätzliches Argument für großflächige Systeme. Da nur geringe Temperaturdifferenzen gegenüber der Raumtemperatur erzeugt werden müssen, können Energieverluste minimiert und Umweltenergie genutzt werden.



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