Internet-Telefonie vor dem Durchbruch?
Voice over IP steht auch in diesem Jahr wieder im Mittelpunkt der CeBIT. Wie und in welchen Bereichen es zum Durchbruch der Internet-Telefonie 2005 kommen wird, diskutieren Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auf der EUROFORUM-Konferez „Voice over IP“ (13./14. April 2005, Düsseldorf). Schwerpunktthemen der Fachkonferenz sind unter anderem: Mehrwert durch VoIP-Einführung, VoIP via Breitband, Vorgaben durch die Regulierungsbehörde, Entwicklung neuer Geschäftsmodelle durch VoIP.
Über die Grundlagen und Erfolgsperspektiven in öffentlichen und privaten Netzen spricht Prof. Dr. J. Gerpott (Universität Duisburg-Essen). Die regulierungspolitischen Fragen beantwortet Dr. Cara-Schwarz-Schilling (Referatsleiterin Grundsatzfragen der Internetökonomie, Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post). Neben den noch ungelösten Problemen der Nummerierung und Notruf-Umleitungen geht Schwarz-Schilling auch auf die Entkopplung von Telefonie und DSL sowie die Bemühungen der internationalen Harmonisierungen ein.
Ob sich die Umstellung auf IP-Telefonie lohnt, erfahren die Teilnehmer von Karl-Heinz Hommen-Menz, der als Dezernent im Rechenzentrum der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen für die Umstellung der Finanzämter in NRW zuständig ist. Er erläutert Verfahren, Aufwände und Probleme beim Roll-out und Betrieb und geht auf die Komponenten von IP-Telefonie-Lösungen ein.
Ehrgeizige Ziele verfolgt die Kabel Baden-Württemberg. Neben der Integration des Kabelnetzes in Philippsburg will der Kabelnetzbetreiber auch Karlsruhe fit machen und plant im Jahr 2005 über 67.000 Haushalte neu an das Breitbandkabel anzuschließen. Auf der EUROFORUM-Konferenz referiert Uwe Bärmann (Leiter Netzbetrieb & Technik , Kabel Baden-Würrtemberg) über Kabelnetzmodernisierung als Grundlage für Breitbandinternet und VoIP und stellt die Vorteile von VoIP über Breitbandkabel gegenüber DSL vor. Beispiele erfolgreicher Migration auf VoIP stellen Vertreter der MAN-Nutzfahrzeuge AG sowie der Volks- und Raiffeisenbanken vor. Behandelt werden unter anderem Einsparungspotenziale, Internationalisierung und Zentralisierung, Chancen durch VoIP aus Anbieter- und Anwendersicht.
Begriffserläuterung:
IP-Telefonie
Sowohl die Telefonie selbst (call processing) als auch alle mit ihr verbundenen Applikationen (CTI, Unified Messaging, XML) als zentraler, standortunabhängiger Service auf dem vorhandenen Datennetz (LAN/WAN) zur Verfügung gestellt. Quality of Service (QoS) sichert dabei eine gleich bleibend hohe Sprachqualität, die der von „klassischen“ Telefonanlagen entspricht.
Voice-over-IP
Ein Sprachsignal wird in ein IP-Paket umgewandelt. VoIP wird üblicherweise in einem konvergenten Netz als Ersatz für Standleitungen oder innerbüroliche Verbindungen eingesetzt, um das öffentliche Telefonnetz und die damit verbundenen Gebühren zu umgehen.
Internet-Telefonie
Sprachübertragung über das öffentliche Internet. Obwohl technisch machbar, ist die Sprachqualität zu wenig konsistent, um in Geschäftsumgebungen eingesetzt zu werden.
