Europas größter Kongress für Rheumatologie in Berlin eröffnet
Bulmahn: „Forschung muss Spitzenposition weiter ausbauen“
Angesichts einer europaweit wachsenden Zahl von Rheumapatienten hat Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn die Notwendigkeit der Rheuma-Forschung in Deutschland hervorgehoben. Bei der Eröffnung des europäischen Rheumatologie-Kongresses EULAR am Mittwoch in Berlin wies Bulmahn auf die hohe Qualität derzeitiger Forschungsprojekte hin. „Durch den Aufbau eines Kompetenznetzes Rheuma ist es uns in Deutschland gelungen, den Anschluss an die internationale Spitze wieder gefunden zu haben“, sagte Bulmahn in Berlin. „Diese Spitzenposition müssen wir weiter ausbauen.“
Wesentliche Beiträge zum besseren Verständnis der Entstehung der schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates seien durch das 1999 gegründete Kompetenznetz Rheuma geleistet worden. Dies habe beispielsweise zu neuen Medikamenten geführt, mit denen in die Steuerungsmechanismen der Entzündung eingegriffen werden könne. Gleichzeitig werde an Verfahren geforscht, bei denen die krankheitsverursachenden Zellen gezielt angegangen werden können, sagte Bulmahn. Im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes arbeite die Forschung zudem an der Aufklärung der Krankheitsprozesse auf molekulargenetischer Ebene, um bessere Diagnoseverfahren zu ermöglichen und weitere Angriffspunkte für gezielte Behandlungsverfahren zu identifizieren.
Nach Schätzungen leiden in Deutschland rund fünf Millionen Menschen an degenerativen Formen des Rheumas, darunter vor allem an Arthrose. Damit stellen Rheuma-Erkrankungen in Deutschland und weltweit einen der größten Kostenfaktoren im Gesundheitswesen dar. Allein in Deutschland werden die jährlichen Kosten auf mehr als fünf Milliarden Euro geschätzt.
