Wenn der Papa mal geschäftlich unterwegs ist, könnte er den Kindern künftig über den Fernseher im Wohnzimmer gute Nacht sagen. Siemens hat auf der CeBIT in Hannover ein System für Videotelefonie vorgestellt, das mit allen gängigen Übertragungsmedien und allen passenden Endgeräten kompatibel ist – egal ob Festnetz oder Mobilfunk; Handy, Computer oder Fernseher.
Auf der Messe übertrugen die Entwickler die Bilder von Besuchern unter anderem auf einen Plasmabildschirm mit einem Meter Diagonale. Auch bei schnellen Bewegungen blieben die Bilder ruckelfrei. Möglich macht die Technik eine Set-Top-Box, die an den Fernseher angeschlossen wird und die preislich im Rahmen eines DSL-Modems liegen dürfte. Wenn ein Teilnehmer ein Videotelefonat führen möchte, setzt er vor die Telefonnummer einen Stern.
Das System erkennt damit, dass Bilder übertragen werden sollen. Der Anrufer muss das Bildgespräch nur noch akzeptieren, den Rest übernimmt die Technik. Sie passt die Bandbreite dabei automatisch dem Endgerät an. Steht ein Festnetzanschluss zur Verfügung, kommen die Bilder an TV-Qualität heran. Aber auch auf einem UMTS-Handy, das sich mit geringeren Datenraten begnügen muss, funktioniert die Übertragung einwandfrei. Telekommunikationsunternehmen können die Video-Telefonie ohne größeren finanziellen Aufwand umsetzen und dabei auf ihre bestehende digitale Übertragungstechnik aufbauen. Mehrere Unternehmen zeigten sich sehr interessiert und wollen das System ihren Kunden anbieten.
