Grundlagenforschung in der Biochemie führt vielfach zu Anwendungen in der Pharmazie. Deshalb besteht für den Chemiker Thomas Carell von der Münchner Universität zwischen beiden Bereichen kein Spannungsfeld. Als Grundlagenforscher zeigt er in der letzten Folge unseres Themenschwerpunktes über DNA- und RNA-Forschungen keine Berührungsängste mit der Anwendungsseite. Er ist, wie er Susanne Päch in der Sendung „Anwendungs-Exploration“ sagt, sogar überzeugt, dass die Forschung für eine verbesserte Entwicklung pharmazeutischer Methoden noch enger mit Start-up-Szene und Industrie zusammenarbeiten sollte. Thomas Carell befasst sich…
In einer weltweiten Initiative haben Forschende Richtlinien für die Veröffentlichung mikroskopischer Bilder in wissenschaftlichen Publikationen erarbeitet. Die in Form von Checklisten zusammengefassten Kriterien bilden die Grundlage dafür, dass veröffentlichte Bilder im Bereich der Lebenswissenschaften verständlich und nachvollziehbar sind. Nur so lässt sich ihr vollständiges Potential für die Forschung nutzen. Die unter Leitung einer Wissenschaftlerin am NCT/UCC Dresden und an der Hochschulmedizin Dresden erzielten Ergebnisse dürften Einfluss auf die weltweite Publikationspraxis mikroskopischer Bilder haben. Sie wurden in der Fachzeitschrift Nature methods…
Die mRNA-Impfstoffe sind mit der Covid-Pandemie zu großer Bekanntheit aufgestiegen. Doch ursprünglich suchte die Forschung mit solchen RNA-Botenstoffen gar nicht nach einem Impfstoff, sondern nach einer Krebstherapie. Warum ist der Einsatz als Vakzin so rasch gelungen, scheitert bisher aber in der Tumorforschung? Dieses Thema behandelt die zweite Folge des Themenschwerpunktes DNA und RNA. In der Sendung „Blickpunkt RNA-Medizin – warum die Krebstherapie noch immer nach einer RNA-Therapie sucht“ spricht Susanne Päch noch einmal mit dem Chemiker Thomas Carell, hier über…
Wie können Menschen Technik nutzen, um auch über Distanzen hinweg ein Gefühl der Verbundenheit und emotionalen Nähe zu erleben? Das erforschen Wissenschaftler:innen der Hochschule Flensburg zusammen mit Kolleg:innen anderer Universitäten im Verbundprojekt VEREINT. Den Partner oder die Partnerin in einer Fernbeziehung wissen zu lassen, dass man gerade an ihn oder sie denkt, kann ganz einfach sein: Man knipst in der eigenen Wohnung – beispielsweise in Kiel – eine Lampe an. Gleichzeitig leuchtet auch in der Wohnung des Partners/der Partnerin –…
Verfahren für personalisierbare Klangerlebnisse… Ein Audio-Device zu entwickeln, das allen Menschen ein optimales Klangerlebnis bietet, ist nicht einfach. Die große Herausforderung liegt darin, dass jeder Mensch individuelle Hörpräferenzen hat. Daher hat der Institutsteil Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT adaptive Algorithmen sowie intuitive Verfahren zur Einstellung des persönlichen Klangs entwickelt. Mit einem Kunden konnte die Technologie nun auch in Kopfhörer integriert werden. Jeder Mensch nimmt Klang anders wahr und hat seine eigenen, individuellen Hörvorlieben –…
Ob beim Musik- und Filmstreaming, beim Fernsehen oder im Auto: Das MPEG-H Audio-System macht es möglich, vollständig in Klangwelten einzutauchen und diese an die eigenen Präferenzen anpassen. Für diese Entwicklung werden – stellvertretend für ein großes Team – drei Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2023 ausgezeichnet. Die Dialoge des Fernsehfilms lauter schalten, die Hintergrundgeräusche dimmen? Per Knopfdruck den Lieblingskommentator bei der Fußballübertragung aussuchen? Oder beim Musikhören das Schlagzeug etwas leiser drehen? Mit dem MPEG-H Audio-System…
Rund neunzig Prozent der DNA hielt man lange Zeit für überflüssiges Beiwerk aus der früheren evolutionären Entwicklung des Menschen. Inzwischen sind sie zu einem spannenden Forschungsgebiet geworden. Mit dem Chemiker Prof. Dr. Thomas Carell von der Universität München geht Susanne Päch dieser Frage in der HYPERRAUM.TV-Sendung „Wertvoller DNA-Schrott“ nach, und erklärt dabei auch dafür wichtige Grundlagen des Aufbaus der Zellen und ihrer Entwicklung. In populären Darstellungen wird gern betont, dass die DNA nun gänzlich entschlüsselt worden sei. Doch diese Aussage…
Projekt »NEMO« erforscht Anonymisierungsverfahren für Medizinische Daten am Beispiel des Elektroenzephalogramms (EEG) . Daten von Patientinnen und Patienten genießen in Europa einen umfangreichen Schutz. Das bedeutet jedoch oft, dass sie in der medizinischen Forschung nur eingeschränkt nutzbar sind. Das neu gestartete Projekt »NEMO« untersucht am Beispiel von EEG-Daten aus Schlafmonitoring-Systemen, inwieweit Personen durch Biosignale eindeutig identifizierbar sind. Anschließend sollen Anonymisierungsverfahren entwickelt werden, die einen datenschutzkonformen Einsatz in Forschung und Entwicklung zulassen. Koordiniert wird das neu gestartete Projekt durch das Fraunhofer…
Tiefseeforschung (Folge 3): Glühwürmchen kennt man aus dem eigenen Garten. Dass das Phänomen der sogenannten Biolumineszenz bei Organismen in der dunklen Tiefsee sogar weit verbreitet ist, erscheint zuerst einmal merkwürdig. Doch das Verhalten vieler Organismen ist dort unten in dauerhafter Dunkelheit durch sie bestimmt. Mit dem Neurobiologen und Biolumineszenz-Fachmann Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner geht Susanne Päch in der Sendung „Leuchten in ewiger Finsternis“ sowohl den durch die Biolumineszenz entstandenen Verhaltensweisen und den dafür entwickelten Wahrnehmungs-Methoden nach. Die Natur hat für…
Die Technische Universität Ilmenau ist an einem groß angelegten Forschungsprojekt beteiligt, das 6G, das Mobilfunknetz der nächsten Generation, so weiterentwickelt, dass neue Multimedia-Anwendungen möglich werden. Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten 6G-NeXt-Projekt unter der Führung der Deutschen Telekom AG erforschen neun Partner aus Wissenschaft und Industrie neue Softwarearchitekturen für die 6G-Netztechnologie. Zudem entwickeln sie ein neuartiges Anti-Kollisionssystem für die Luftfahrt ebenso wie ein innovatives Videokonferenzsystem mit holografischen dreidimensionalen Videos, das ohne 3D-Brillen auskommt. Mit dem Forschungsprojekt „6G Native…
Negative Schlagzeilen steigern auch heute den Konsum von Online-News Das zeigen LMU-Forschende in Zusammenarbeit mit internationalen Teams auf Basis der Materialanalyse der Medienplattform Upworthy Wörter wie „wrong“, „bad“ und „awful“ sowie Ausdrücke von Traurigkeit führen zu hohen Klickzahlen „If it bleeds, it leads“: Schlagzeilen mit viel Blut sind gut für die Auflage. Der Satz spitzt eine alte Zeitungsmacherregel vom „Aufreger“ zu, der die Auflage steigert. Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie aus New York, Zürich, Stockholm und Gießen sind nun…
Die Erforschung der Tiefsee gibt wichtige Einblicke in die Diversität des irdischen Lebens. Sie bringt mit ihren Maschinen Licht ins Dunkel der Ozeane: Es zeigt exotische Lebensformen, vielfältig an diese außergewöhnlichen Umweltbedingungen angepasst – die Welt im Untergrund enthüllt uns immer mehr wundersame, oft farblose und filigrane Wesen, deren Bedeutung für die Evolution des irdischen Lebens längst noch nicht entschlüsselt ist. Die Wissenschaft arbeitet mit Robotsystemen und autonomen Gleitern, sie stellen hohe Ansprüche an die Technologie. Spezielle Untersee-Plattformen, die mit…
Zum Auftakt des neuen Themen-Schwerpunktes von HYPERRAUM.TV über Tiefseeforschung spricht Susanne Päch mit der Meeresbiologin Angelika Brandt, eine der wenigen führenden Tiefseeforscher in Deutschland. Die Sendung führt in die geheimnisvolle Welt gänzlicher Dunkelheit, in der sich trotz extremer Umweltbedingungen eine Vielzahl exotischer Lebensformen entwickelt hat. Selbst in den tiefsten Gräben, die über 11.000 Meter tief ins Erdinnere reichen, finden sich zahlreiche Arten. Welche das sind, wie sie Nahrung finden und wie sich das Leben dort unten von der Welt mit…
Gilt die Mathematik universell, ist sie also die Essenz dessen, was wir „Welt“ nennen? Oder ist auch die Mathematik wie die Umgangssprache erst vom Menschen gemacht, ein scharfes Werkzeug zwar, mit dem der Mensch die Welt durch Logik und Zahlen analytisch zu interpretieren versucht, aber dennoch ein bloßes Hilfsmittel? Das sind die Themen der zweiten Folge von HYPERRAUM.TV über das Wesen der Mathematik. Den Antworten auf solche Fragen kann sich die Wissenschaft nur philosophisch nähern. Susanne Päch geht ihnen in…
TH Köln und ZB MED entwickeln im DFG-Projekt eine Information Extraction Pipeline für Preprints. Im Projekt PIXLS – Preprint Information eXtraction for Life Sciences werden die TH Köln und ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften in den kommenden drei Jahren eine Anwendung entwickeln, die Preprint Server automatisiert erschließt. Damit kann die Forschungscommunity die aktuellen Informationen, die auf Preprint Servern veröffentlicht wurden – und daher in klassischen Nachweis- und Suchsystemen kaum auftauchen – besser nutzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt…
HYPERRAUM.TV spricht in der Sendung mit dem Wiener Mathematiker Rudolf Taschner über die Frage, wie die Unendlichkeit in die Welt der Mathematik gekommen ist. In der Antike galt sie vielen wie Aristoteles als „nicht existent“, zumindest aber als mathematisch nicht fassbar. Trotz größter Anstrengungen seit dem 17. Jahrhundert ist den Forschern eine eindeutige mathematische Formulierung der Unendlichkeit bisher nicht gelungen. Für Taschner bleibt sie – entgegen der Meinung der meisten zeitgenössischen Mathematiker – die uneinnehmbare Grenzlinie des menschlichen Geistes. Unter der…