Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT forscht zusammen mit vier weiteren Partnern an biobasierten und rezyklierbaren Kunststoffen. Ziel des Verbundvorhabens »Bio2Bottle« ist es, biobasierte Flaschen zu entwickeln, die sich für die Aufbewahrung von Reinigungsmitteln und landwirtschaftlichen Bodenhilfsstoffen eignen, hohe Standards erfüllen und gleichzeitig biologisch abbaubar und wiederverwertbar sind. Heute verfügbare Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen weisen für diesen Einsatzzweck eine zu hohe Durchlässigkeit auf und genügen nicht allen Anforderungen. Laut dem Umweltbundesamt fallen derzeit allein in Deutschland rund 6,28…
Der Anstieg der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre und der damit einhergehende Klimawandel hat schon im vergangenen Jahrhundert in Gras-dominierten Grünlandbeständen zu Mindererträgen geführt. Dies zeigen Forschende der Technischen Universität München (TUM), die gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Rothamsted (U.K.) eine Untersuchung auf Basis des dortigen weltweit ältesten ökologischen Dauerexperiments durchgeführt haben. „Die Wissenschaft hat aufgrund von Freilandexperimenten mit erhöhter Kohlendioxidkonzentration, künstlicher Erwärmung und modifizierter Wasserversorgung recht gute Vorstellungen darüber, wie sich der künftige Klimawandel auf die Grünlandvegetation auswirken wird,…
Die Oberfläche des Mondes ist bestens kartiert, das gilt jedoch nicht für seinen Untergrund. Zur Vorbereitung künftiger Mondmissionen suchte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) nach innovativen Ideen, wie Höhlen und Lavaröhren auf dem Mond entdeckt, untersucht und vermessen werden könnten. An einem der beiden Konzepte, die sich durchsetzen konnten, sind Wissenschaftler und Studierende der Jacobs University Bremen beteiligt. Millionen von Kratern bedecken die Mondoberfläche. Fotos zeigen aber auch steilwandige Gruben, die Eingangstore zu ausgedehnten Lavaröhren sein könnten. Diese Tunnel könnten sich…
Abschlussarbeit untersucht Eismassen per Geodatenanalyse Das Schmelzen von Gletschern ist eines der Symbole des globalen Klimawandels und ihre Überwachung Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit an der Jade Hochschule untersuchte Masterstudentin Sarah Hauser die Veränderung von Gletscherformationen mit Hilfe von Radarsatellitendaten und Methoden der Geodatenanalyse. Im Fokus der Arbeit, die in Kooperation mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) erstellt wurde, standen die Gletscherformationen auf der Axel-Heiberg-Insel in der kanadischen Hocharktis. Fernerkundungsdaten als Basis für die Gletscherzonenanalyse Für ihre…
Forschende analysieren Daten des letzten Jahrtausends Zukünftig könnten Dürren noch stärker ausfallen, als dies im Jahr 2018 in Teilen Deutschlands der Fall war. Die Analyse von Klimadaten des letzten Jahrtausends zeigt, dass mehrere Faktoren zusammenkommen müssen, damit eine Megadürre auftritt. Neben steigenden Temperaturen sind das die Sonneneinstrahlung sowie bestimmte Wetterlagen und Strömungsverhältnisse im Nordatlantik, wie sie für die Zukunft prognostiziert werden. Das berichten Forschende unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts jetzt im Fachmagazin Communications Earth & Environment. Trotz teilweise üppiger Niederschläge in…
Bisherige Untersuchungen beschränkten sich auf einzelne Regionen oder Staaten und fußten auf den Daten von ein paar Dutzend, höchstens ein paar Hundert Messstationen. Koordiniert von Eurac Research wurden nun erstmals die Daten aller verfügbaren Messstationen, über 2000, in Italien, Österreich, Slowenien, Deutschland, der Schweiz und Frankreich gesammelt und nach einheitlicher Methode ausgewertet. Der homogene, fünf Jahrzehnte umfassende Datensatz, geschaffen durch die Zusammenarbeit von über 30 Wissenschaftlern aus allen Alpenstaaten, ist von großem Wert für künftige Studien, etwa zum Klimawandel. „Damit…
Die Studienergebnisse beruhen auf Untersuchungen an wiederholt auftretenden Massenbewegungen und sollen Planung, Wartung und Ausbau von Verkehrsinfrastruktur in betroffenen Gebieten begünstigen. Massenbewegungen wie Erdrutsche und Hangmuren verursachen jedes Jahr auf der ganzen Welt wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Für die Beseitigung von Katastrophenschäden in Österreich werden aus dem Katastrophenfonds jährlich zwischen 20 und 80 Mio Euro aufgewendet, 15 bis 50 Prozent davon gehen auf das Konto von Muren und Hangrutschungen. Nun identifizierte ein Geologenteam der TU Graz in Zusammenarbeit mit der…
Entlang untermeerischer Gebirgszüge, der Mittelozeanischen Rücken, drücken Kräfte aus dem Erdinneren Erdplatten auseinander, bilden neuen Ozeanboden und verschieben so Kontinente. Viele Details der unter dem Begriff Plattentektonik zusammengefassten Prozesse sind aber noch unklar. Unter anderem gibt es einfach zu wenig präzise Karten der Ozeanböden. Forscher des GEOMAR-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel veröffentlichen heute in der internationalen Fachzeitschrift Nature eine Studie, die Transformverwerfungen eine neue Rolle innerhalb der Plattentektonik zuweisen. Gewaltige Kräfte im Erdinneren verschieben seit Jahrmillionen die Kontinente und Ozeanbecken. Was…
Forschende untersuchen erstmals Leben am Meeresboden in einem Gebiet, das lange Zeit von dickem Eis bedeckt war. Ein riesiger Eisberg ist vor rund zwei Wochen vom Antarktischen Eisschild abgebrochen. Die Polarstern ist als einziges Forschungsschiff vor Ort und hat die Gelegenheit genutzt, in den Spalt zwischen Brunt-Schelfeis und Eisberg zu fahren. Erste Aufnahmen vom Meeresboden zeigen eine erstaunliche Lebensvielfalt in einer Region, die für Jahrzehnte von dickem Eis bedeckt war. Sedimentproben sollen nun genaueren Aufschluss über das Ökosystem bringen und…
DBU-Projekt testet Lösungen für Handel und Hersteller – Global Recycling Day am 18. März Im Schnitt verursachen die Deutschen pro Kopf 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall pro Jahr, von denen lediglich rund 70 Prozent recycelt werden. Das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (Wuppertal) und die Verbraucher Initiative (Berlin) wollen die Müllmengen reduzieren und die Verwertungsquote erhöhen. Dafür gründeten sie in einem ersten von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt einen Club, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Mit Hilfe von…
Startschuss für weniger Emissionen bei LKW-Tiefkühltransporten Das Projekt H2Cool Prelude erforscht, wie Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik bei LKW-Tiefkühltransporten zukünftig zum Einsatz kommen können, um positive Auswirkungen für die Umwelt zu erreichen. Ziel des Projektes sind Konzepte für die Vermeidung fossiler Treibstoffe sowie die Verminderung oder sogar die Vermeidung von schädlichen Emissionen: Treibhausgase, Luftschadstoffe, Lärm. Ein Auslaufmodell: Der Gütertransport mit Treibstoff aus fossilen Energieträgern, denn Wasserstoff gilt als Treibstoff der Zukunft. Im Projekt werden viele Aspekte, die für die Entwicklung und erfolgreiche…
Tiefsee-Expedition in Japan Erdbeben mit einer Magnitude von 9 oder mehr treten selten auf, haben aber verheerende Folgen. Viele Prozesse hinter diesen Starkbeben sind bis heute nicht geklärt. 10 Jahre nach dem schweren Tohoku-oki-Erdbeben in Japan geht ein internationales Forscher*innen-Team diesem Rätsel nun auf den Grund: Im Rahmen des Internationalen Ozeanbohrprogramms (IODP) werden Tiefsee-Sedimente im Japan-Graben entnommen. Das Forschungsschiff Kaimei sticht am 13. April 2021 in See. Geleitet wird die Expedition von Prof. Michael Strasser vom Institut für Geologie der…
Am 19. März bricht die SONNE zu einer ihrer bisher längsten Reisen auf. Im südlichen Atlantik wird sie Messgeräte verschiedener Forschungseinrichtungen sichern. Pandemiebedingt konnten diese Geräte im vergangenen Jahr nicht gewartet werden; nun droht ein gigantischer Daten- und Geräteverlust. Die Expedition wird von der Universität Hamburg koordiniert, Fahrtleiter ist Dr. Niko Lahajnar vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität. Einige der Messgeräte befinden sich mitten im Ozean, andere fast in Sichtweite der südafrikanischen, namibischen oder angolanischen Küste. Sie sollen…
Wissenschaftler*innen vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und von der Universität Washington schlagen eine alternative Strategie zur Kontrolle der Treibhausgase und des globalen Klimasystems vor. In ihrer in Climatic Change veröffentlichten Studie beschreiben sie die Vorteile von Konzepten aus der Regelungstheorie, insbesondere die Regelung durch geschlossene Kreisläufe. Die Wissenschaftler zeigen damit, wie die Zunahme von Kohlendioxid in der Atmosphäre als ein Problem der Staukontrolle behandelt werden kann. Sie kann geregelt werden indem kontinuierlich berechnet und kontrolliert wird, wie viele Emissionen…
Universität Kiel an Auswertung aeromagnetischer Satellitendaten der ESA beteiligt Die Antarktis ist einer der Teile der Erde, über den wir am wenigsten wissen. Aufgrund des massiven Eispanzers ist die Erhebung geophysikalischer Informationen vor Ort extrem schwierig und teuer. Mithilfe von Satellitendaten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ist es einem internationalen Forschungsteam nun gelungen, die Antarktis mit den Nachbarkontinenten in Verbindung zu bringen, mit denen sie eine lange tektonische Geschichte teilt. Einen großen Anteil daran hatten Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU):…
Mit hochauflösenden Modellen zu neuen Erkenntnissen Mit Hilfe hochaufgelöster realistischer Modellsimulationen ist es Physiker:innen am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) gelungen, die submesoskalige Dynamik im östlichen Gotlandbecken abzubilden. Damit erhielten sie die Möglichkeit, diese hochdynamischen Phänomene zu untersuchen, die zwar seit Jahrzehnten durch Satellitenbilder bekannt sind, aber aufgrund ihrer geringen Größe und Kurzlebigkeit bisher nur wenig untersucht und unzureichend verstanden sind. Die Modellergebnisse bestätigen, dass die submesoskalen Prozesse im Herzen der Ostsee sowohl für den Energiehaushalt als auch für die…