Forschungsteam unter Kieler Leitung identifiziert mikrobiologischen Grenzwert. Das tibetische Hochland hat eine besondere Bedeutung als Weideökosystem, als globaler Kohlenstoffspeicher, für die Entstehung des Monsuns und für die Trinkwasserversorgung eines Fünftels der Erdbevölkerung. Ein internationales Forschungsteam der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), der Universitäten Göttingen und Hannover und der Chinese Academy of Science hat nun erstmals auf mikrobiologischer Basis den kritischen Grenzwert der Beweidung in der zentralasiatischen Landschaft identifiziert, ab dem eine Degradation der Weiden unumkehrbar ist. Die Forschenden fanden heraus, dass…
Eines vorweg: Es geht nicht um die großen Speisepilze, sondern um die mikroskopisch kleinen Vertreter im Wasser. Ein Team unter Beteiligung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) plädiert dafür, diese besser zu schützen. Das große Reich der Pilze fristet ein Schattendasein neben den beiden anderen Reichen eukaryotischer Lebewesen – den Pflanzen und Tieren. Dabei gäbe es ohne die Pilze kein Penicillin, kein Bier und keinen Hefezopf. Ähnlich eines Verdauungsapparats befördern sie im Wasser die Zersetzung von Stoffen und sind…
Erfolg für Oldenburger Umwelt- und Meeresforschung: DFG und FWF fördern neue Forschungsgruppe. Im Mittelpunkt steht die Mikroschicht an der Oberfläche der Ozeane – ein Ort, an dem besondere Bedingungen herrschen. Die oberste Schicht der Ozeane ist ein besonderer, aber bislang noch wenig erforschter Bereich des Planeten. Weniger als einen Millimeter dick, kontrolliert diese äußere Haut den Austausch von Gasen, Energie und Impuls zwischen Wasser und Atmosphäre. Die komplexen biologischen, chemischen und physikalischen Zusammenhänge in der „Oberflächen-Mikroschicht“ zu untersuchen ist Ziel…
Ein internationales Forschungsteam untersucht in einer aktuellen Studie die Atmosphäre als relevante Quelle für die Kunststoffverschmutzung von Gewässern. Prognosen zufolge wird die Kunststoffverschmutzung bis 2040 auf bis zu 80 Millionen Tonnen pro Jahr ansteigen. Inzwischen wurden in fast allen Bereichen der Umwelt Plastikteilchen festgestellt, zum Beispiel in Gewässern, im Boden und in der Luft. Durch Meeresströmungen oder Flüsse gelangen die kleinen Plastikteilchen sogar bis in die Arktis, die Antarktis oder die Tiefsee. Eine neue Übersichtsstudie zeigt nun, dass auch Wind…
Feuchtgebiete speichern etwa fünfmal mehr Kohlenstoff pro Quadratmeter als Wälder und 500-mal mehr als Ozeane. In diesen Ökosystemen stimulieren Pflanzenwachstum und Kohlenstoffablagerung im Boden einander gegenseitig. Schutz und Restaurierung solcher Feuchtgebiete können dem Menschen helfen, angesichts der Klimakrise die CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu reduzieren. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie, die jetzt (Mai 2022) im internationalen Wissenschaftsjournal Science unter dem Titel Recovering wetland biogeomorphic feedbacks to restore the world’s biotic carbon hotspots (DOI: 10.1126/science.abn1479) veröffentlicht wurden. Das internationale…
Fraunhofer IOF lieferte Spiegel für den ersten deutschen Hyperspektralsatellit. Kürzlich ist der erste in Deutschland entwickelte und gebaute Hyperspektralsatellit ins Weltall gestartet. Sein Name: EnMAP. Vom All aus soll er künftig unsere Umwelt analysieren und damit nicht nur Folgen des Klimawandels, sondern auch potenzielle Naturgefahren sichtbar machen. Insgesamt elf Spiegel sowie diverse optische Schichten für Teleskop- und Spektrometer-Optiken wurden dafür am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hergestellt. Einen Monat nach dem Start liegen nun die ersten…
DFG-Forschungsgruppe „Cosmic Sense“ startet in die zweite Phase. Seit 2018 arbeitet die von der DFG geförderte Forschungsgruppe „Cosmic Sense“ unter der Leitung des Potsdamer Umweltwissenschaftlers Prof. Dr. Sascha Oswald daran, die Messung des Wassergehalts im Boden zu verbessern. Nachdem der Folgeantrag für weitere drei Jahre vor kurzem bewilligt wurde, startet das Projekt nun in die zweite Phase. Bei einem Auftakttreffen am 9. und 10. Mai kommen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller neun beteiligten Institutionen zusammen, um die bevorstehenden Arbeiten und…
Das Fehlen großer Pflanzenfresser nach dem Aussterben der Dinosaurier hat die Pflanzenevolution verändert. Die 25 Millionen Jahre lange Abwesenheit großer Pflanzenfresser verlangsamte die Entwicklung neuer Pflanzenarten. Verteidigungsmerkmale wie Stacheln bildeten sich zurück und die Früchte wurden größer. Dies hat ein Forschendenteam unter Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Leipzig am Beispiel von Palmen nachgewiesen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht. Mit dem Aussterben großer, flugunfähiger Dinosaurier vor 66…
Die erste hybride ‘Waste to Energy’-Anlage Afrikas, mit der Energie aus Abfällen gewonnen wird, wurde am 26. April 2022 feierlich in Ghana eingeweiht. Die Errichtung der Anlage in der Gemeinde Atwima in der Ashanti-Region ist ein gemeinsames Projekt der Professur für Abfall- und Stoffstromwirtschaft der Universität Rostock sowie lokalen und deutschen Projektpartnern. Gleichzeitig ehrt die Gemeinde Atwima die Universität Rostock durch die Benennung einer neuen Straße in die „University of Rostock Road“. Die Straße verbindet eine der Hauptstraßen mit der…
Auch nach dreißig Jahren bleiben Plastikteilchen im Acker erhalten, wenn dieser mit Klärschlamm gedüngt wurde, der Kunststoffpartikel enthielt. Das haben Geographen der Philipps-Universität Marburg herausgefunden, indem sie landwirtschaftlich genutzte Flächen systematisch durchsuchten. Das Forscherteam berichtet im Wissenschaftsmagazin „Scientific Reports“ über seine Befunde. Kunststoffpartikel verschmutzen nicht nur die Gewässer, sondern auch landwirtschaftlich genutzte Flächen. „Die Vermüllung lässt sich mittlerweile flächendeckend nachweisen“, sagt der Marburger Geograph Collin Weber, der Erstautor des Fachaufsatzes. Das meiste Mikroplastik auf Ackerflächen stammt aus der landwirtschaftlichen Praxis,…
Wissenschaftlern ist es gelungen, Veränderungen der Kohlendioxidemissionen aus fossilen Brennstoffen sehr viel schneller als zuvor zu erfassen. Mit einer neuen Methode kombinierten sie atmosphärische Messungen von Kohlendioxid (CO₂) und Sauerstoff (O₂) von der Nordküste Großbritanniens. So konnten sie zwischen natürlichen CO₂-Abgaben der Landoberfläche und denen aus fossilen Brennstoffen unterscheiden. Sie fanden einen klaren Rückgang der CO₂–Emissionen fossilen Ursprungs während der Corona-Pandemie. Die Studie, unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie, wurde am 22.04. in Science Advances veröffentlicht. In der Atmosphäre sammeln…
Bayreuther Forscher*innen analysieren Polyethylen-Abbau in der Umwelt. Weltweit besteht fast ein Drittel der Kunststoffabfälle aus Polyethylen, einem preiswerten und leicht zu verarbeitenden Kunststoff. Ein interdisziplinäres Team der Universität Bayreuth hat jetzt erstmals den fortschreitenden Abbau von Polyethylen in der Umwelt erforscht. Dieser Prozess führt zu einer Fragmentierung in immer kleinere Partikel. Dennoch sind vereinzelte Nanoplastikteilchen kaum in der Umwelt zu finden. Der Grund: Diese Zerfallsprodukte bleiben nicht gern allein. Sie hängen sich rasch an größere kolloidale Systeme an, die in…
Wie das Klima vom Erhalt der biologischen Vielfalt profitieren kann. Maßnahmen für den Klimaschutz sowie für den Schutz der Biodiversität wurden bislang oft parallel zueinander entwickelt. Doch dies gilt mittlerweile als überholt, da viele Ansätze sowohl das Klima als auch die Artenvielfalt schützen können. Vor dem Hintergrund der anstehenden UN-Artenschutzkonferenz hat ein internationales Team von Wissenschaftler:innen die Rolle der künftigen globalen Biodiversitätsziele (Post-2020 Action Targets for 2030) für den Klimaschutz bewertet und dabei festgestellt, dass immerhin zwei Drittel der globalen…
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass sich Korallenriffe in abgelegenen oder geschützten Gebieten selbst nach einer schweren Korallenbleiche schnell erholen können. Für die Studie untersuchten Forscher:innen der Universität Exeter und des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) Korallenriffe und ihre Funktionen im Indischen Ozean. Wie schnell erholen sich Korallenriffe und ihre geologischen und ökologischen Funktionen nach einem Massensterben durch Korallenbleiche? Eine neue Studie quantifiziert die Veränderungen der Artengemeinschaften und Größenstruktur der Korallen nach der globalen Bleiche von 2015 und 2016 im abgelegenen Chagos-Archipel….
Startup „WasteAnt“… Robust und verlässlich müssen die Systeme sein, mit allerlei Widrigkeiten fertig werden wie mit schlechter Sicht. „Zwischen der Unterwasserrobotik und den Anforderungen der Abfallwirtschaft gibt es viele Gemeinsamkeiten“, meint Dr. Szymon Krupinski. Nicht länger für die Erforschung der Tiefsee, sondern für die Steigerung der Recyclingquote setzen Krupinski, Arturo Gomez Chavez und Dr. Christian Müller ihre Expertise ein. Die Wissenschaftler, die eine gemeinsame Geschichte an der Bremer Jacobs University verbindet, wollen mit ihrem Startup „WasteAnt“ die Abfallwirtschaft modernisieren und…
Zuckmücken sind die winzigen Fliegen, die sich in dunklen Schwärmen in der warmen Luft an Seen und Bächen zusammenfinden, allerdings zu den nicht stechenden Arten gehören. Sie leben zunächst als Larven im Wasser. Nun haben Forscher der Universität Koblenz-Landau in der internationalen Fachzeitschrift „Environmental Science and Technology“ der American Chemical Society berichtet, dass die Larven der Zuckmücken Pestizide in sich ansammeln und diese mit ihrer Umwandlung in ein fliegendes Insekt mit an Land transportieren können. Tiere, welche die umherfliegenden Mücken…